Tasting

Moonshot Gin – In anderen Sphären

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„Hey David, Gin boomt, lass‘ auch mal einen machen. Wie wär’s, wenn wir das ganze Zeug einfach erstmal in die Luft schießen und dann schauen, was dabei rauskommt?“

So oder zumindest so ähnlich muss sich das Gespräch angehört haben, als die Idee kam diesen Gin zu kreieren. Ich möchte nun gar nicht näher darauf eingehen, wie man auf so eine Idee kommt (im Whiskey Rausch eventuell, den sie sonst herstellen?), sondern auf den Gin an sich.

Der Name ist im ersten Moment etwas irreführend – es wurde natürlich keine Destille von Neil Armstrong dort oben auf dem Mond aufgebaut und er hat sich auch kein Schlückchen in seinem Raumanzug gegönnt.

Stattdessen wurde am 07.03.2017 ein Behälter an einem Ballon befestigt und man hat ihn einfach mal 24 km in die Luft steigen lassen – bei 6 Millibar und -60 °C.

In dem Behälter finden wir:

  • Wacholder
  • Koriander
  • Kamille
  • Zitronenschalen
  • Kardamom
  • Orangenschalen
  • Zimt
  • Kubebenpfeffer
  • Lakritze
  • Engelwurz
  • Mondgestein (immerhin etwas vom Mond)

Ist der Behälter irgendwann einmal wieder unten angekommen, werden die Zutaten im Vakuum bei Raumtemperatur destilliert und danach abgefüllt – bei einer Chargen-Größe von 1.000 Flaschen (die nächste wird 2.000 Flaschen betragen).

Bei dem Blick auf die Flasche fällt als erstes der etwas ungewöhnliche Fotoaufdruck von dem Gin auf dem Gin (Ginception?) auf, welcher auf der Halterung steht, wo ansonsten auch die Zutaten in die Luft gejagt werden.

Versiegelt ist das Ganze mit einem Wachsverschluss und die Flasche besitzt natürlich einen Korken, ansonsten hat man bei der Flasche an sich auf weitere Extravaganzen verzichtet.

Nun steht natürlich eine Frage im Raum – hat diese Prozedur irgendeinen Einfluss auf den Geschmack??

Keine Ahnung!

Alle Klarheiten beseitigt? Sehr gut! Dann können wir uns den wichtigen Themen widmen, dem eigentlich Geschmack. Also, schmeckt denn dieser Gin?

Auf jeden Fall!

Trotz seiner doch stolzen 46,6 Umdrehungen steigt in die Nase kein penetranter Alkoholgeruch, sondern florale Noten mit einem Schuss Zitrus und Pfeffer.

Beim Geschmack hält sich der Wacholder tatsächlich sehr zurück und überlässt wie schon der Geruch vermuten hat lassen Zitronen-, Orangen- und erfrischenden Aromen den Vortritt – insgesamt alles eine sanfte und angenehme Nummer – nochmal wohlgemerkt mit 46,6 Umdrehungen.

Mit Fever Tree Tonic insgesamt etwas bitterer, tendiere ich eher zu Thomas Henry, welches dem Gin an sich mehr Raum gibt, sich zu entfalten. Perfekt ergänzend dazu zwei Zitronenschalen ins Glas, um diesem astronomisch guten Gin den letzten Schliff zu geben.

Vielleicht bekommen wir in ein paar Jahren auch einen Mars-Shot Gin zu Gesicht – dieses Jahr war’s noch ein April Scherz, aber wer weiß …

…el duque


Picture by ...el príncipe

Maravilla Edicion Limitada Robusto

Schlägt man Maravilla im Brockhaus nach, so liest man dort Folgendes: „Langweilige 08/15-Zigarre aus der Dominikanischen Republik.“ … das steht dort natürlich nicht, wäre jedoch meiner Meinung nach der korrekte Eintrag. Aber alles der Reihe nach…

Maravilla Edicion Limitada Robusto

Wie die Zigarre selbst stammt auch die Einlage der Maravilla Edicion Limitada Robusto aus der Dominikanischen Republik. Deck- und Umblatt kommen aus Ecuador. Optisch ist die Zigarre mit ihrem sauber verarbeiteten, glatten Deckblatt und den beiden aufwändigen Zigarrenringen eine echte Schönheit. Beim Entfernen der Banderole am Fußende fällt mir jedoch auf, dass das Deckblatt an dieser Stelle vom Torcedor leicht beschädigt wurde. Der Kaltgeruch ist mild, kaum wahrnehmbar und gibt sich hölzern sowie leicht süßlich.

Beim Abtasten merke ich, dass die Maravilla knallhart gerollt ist und auch die ersten Züge bestätigen dies mit einem ambitionierten Zugwiderstand. Nur durch Double-Puffs entlocke ich der Robusto eine einigermaßen ausreichende Rauchmenge. Geschmacklich zeichnen sich holzige sowie strohige Noten ab, die Zigarre ist dabei allerdings sehr mild und schlichtweg schwach auf der Brust. Im Mund hinterlässt der Rauch einen dezent cremigen Nachgeschmack. Leider ist das auch schon alles, was ich an dieser Stelle berichten kann, denn die Maravilla zeigt weder aromatische Entwicklung noch Finish… nicht einmal im Ansatz.

Fazit: Glatte 6 € kostet die Maravilla Edicion Limitada Robusto. Ihre äußere Verarbeitung wirkt deutlich wertiger. Die inneren Werte, sprich die Raucheigenschaften, habe ich im Bundle-Bereich schon weitaus besser gesehen. Geschmacklich mag sie für Einsteiger ganz angenehm sein, für fortgeschrittene Aficionados einfach nur flach und langweilig.

…el rey

RoMa Craft Tobac Wunder|Lust Robusto

Die Macher von RoMa Craft Tobac haben sich die Herstellung von Zigarren in herausragender Qualität und überschaubaren Mengen auf die Fahne geschrieben. So soll auch die Serie mit dem etwas eigenartigen Namen Wunder|Lust die Aficionados durch ihre Erstklassigkeit überzeugen. Die Zigarren werden in Nicaragua gefertigt, wo sie aus einem brasilianischen Mata Fina Deckblatt, einem indonesischen Umblatt und einer geheimen Einlage vollständig von Hand gerollt werden.

RoMa Craft Tobac Wunderlust 1

Optisch erfüllt die Wunder|Lust Robusto wohl jeglichen Premiumanspruch. Das Deckblatt kommt dunkel-schoko-braun daher, die Blattadern sind sehr fein und kaum fühlbar. Auch die Verarbeitung lässt einen die mit 8,80 € bepreiste Zigarre eher auf den doppelten Betrag schätzen. Schnell einen Eiskaffee dazu bestellt und rein ins Vergnügen!

Der Kaltgeruch steht dem Getränk in nichts nach und umschmeichelt meine Nase mit kraftvollen, „dunklen“ Aromen, die ich mit Kaffee- und Kakaobohnen assoziiere. Zudem schwingt eine stallige Komponente mit. Trotz frühlingshafter Brise weist die Wunder|Lust Robusto eine schöne Flammannahme auf und liefert über einen angenehm leichten Zugwiderstand eine ordentliche Portion Rauch.

Geschmacklich startet sie sofort kernig, kräftig und vollaromatisch durch. Wie im Kaltgeruch lassen sich die Aromen am besten mit Kaffee und dunkler Schokolade beschreiben. Hinzu kommt eine ordentliche Würze, die aber keineswegs als Schärfe zu interpretieren ist. Die Zigarre verfügt über mehr als genug Aroma und Power, um sich neben dem cremigen Eiskaffee zu behaupten.

Der anfangs noch einwandfreie Abbrand leidet im weiteren Rauchverlauf stark unter dem Wind, was gelegentliches Korrigieren mittels Feuerzeug unumgänglich macht. Geschmacklich tut das dem Genuss jedoch keinen Abbruch. Die Wunder|Lust wird gefühlt mit jedem Zug runder, besser, leckerer. Die Würze wird schließlich von einer Süße abgelöst, die Kaffee- und Schokonoten werden zunehmend „röstiger“.

RoMa Craft Tobac Wunderlust 2

Das letzte Drittel legt in Sachen Aromenintensität weiter nach und stellt darüber hinaus noch eine nussige Komponente ins Bild. Auch wird die Zigarre hier noch einmal kräftiger und sorgt so für ein schönes, sättigendes Finish.

Fazit: Ich bin begeistert! Lange habe ich keine bessere Zigarre, die nicht aus Kuba stammte, geraucht. Die RoMa Craft Tobac Wunder|Lust Robusto hat einfach alles. Sowohl tolle, vielseitige und vor allem intensive Aromen als auch eine außergewöhnlich gute Verarbeitungsqualität. Sie ist schön kräftig, zugleich aber auch nicht zu kräftig. Muss man unbedingt probiert haben!

…el rey

Jameson Midleton Barry Crockett Legacy

Ist Preis gleich Leistung? Wann trennen sich Preis und Geschmack beim Genussmittel?

Diese Fragen stelle ich mir wieder und wieder, egal in welchem Zusammenhang, ob Zigarren, Whiskey oder Wein. Nach oben hin haben wir ja kaum Grenzen gesetzt, was den Preis angeht, aber hat der Preis auch etwas mit der „Leistung“ zu tun?

Meiner Erfahrung nach gibt es in jeder Sparte (Wein, Zigarren usw…) einen gewissen Bereich, bis zu dem der Geschmack und die Qualität mit dem Preis steigen, ab einem Punkt ist dann meist Schluss. Dieser Punkt ist entweder erreicht, wenn das Potential des Genießers erschöpft ist oder die Flüssigkeit bzw. der Rauch einfach nicht über ihre Vollkommenheit hinaus kann.

Irgendwann ist ein Produkt einfach perfekt und es gibt natürliche Grenzen in Bezug auf das Aroma, die man ohne künstliche Stoffe beizumischen einfach nicht mehr überschreiten kann.

Dass das Potential des Genießers erschöpft sein kann, habe ich erst vor kurzem wieder erfahren, als unser Sommelier und Weinkenner von einem Blind-Tasting berichtete. Hier haben vermeintliche Experten nicht ein einziges Mal den Tetrapack-Wein vom 100-Euro-aufwärts-Wein unterscheiden können. Der geschulte Gaumen hat da natürlich einen größeren Spielraum, bei den anderen Kandidaten sind es eben eher Perlen vor die…..Midleton

Wie dem auch sei, heute möchte ich einen Whiskey aus dem Preissegment zwischen 140 € und 190 € vorstellen. Der Flaschenpreis variiert hier sehr stark zwischen den jeweiligen Anbietern. Es handelt sich bei diesem Tasting um den Midleton Barry Crockett Legacy.

Wer sich schon gefragt hat, was ich mit dieser langen Einleitung sagen wollte, erkennt nun vielleicht am Preis, woher diese Gedanken rühren. Ein Whiskey, der an die 200 € reicht, ist für mich definitiv ein teures Pflaster. Nicht, dass ich ihn nicht bezahlen könnte, aber die Frage drängt sich auf, was kann mir dieser Whiskey bieten, das mir eine 50 bis 100 € Flasche nicht bieten kann.

Ihr werdet es schon erahnen oder euch selbst bereits beantwortet haben… richtig! Es ist Geschmackssache! An diesen möchte ich nun auch direkt anknüpfen.

Das Tasting:

Zu Beginn offenbart uns die Nase nur sehr wenig Zugang zum Aroma dieser goldenen Flüssigkeit, die nebenbei bemerkt für einen mit Zuckercouleur nachgefärbten Tropfen etwas blass daher kommt. Mit viel Phantasie vernehme ich Pflaumen und eine leichte Holznote.diagramm

Auf der Zunge ereignet sich dann schon etwas mehr, ein Wechselspiel zwischen citrusartiger Fruchtigkeit und würzig pfeffriger Schärfe breitet sich im gesamten Mundraum aus. Die Textur gibt sich sehr klar und kantig, entgegengesetzt zur öligen Optik im Glas. Leider ist das Aromenkabinett an dieser Stelle schon in seinen Facetten ausgeschöpft und der Abgang ist lediglich nochmal würzig scharf. Im Nachgeschmack blüht etwas Mandarine auf und wenn man ganz genau „hinschmeckt“ kann man auch eine leichte Holznote aufschnappen. Leider ist das Eichenfass, in dem dieser Whiskey gelagert wurde, entgegen den Angaben, nicht herauszuschmecken. Die für das Eichenfass typische Vanille lässt sich nicht einmal hinzudichten. Seine 46 Umdrehungen merkt man ihm nicht an, hier muss man tatsächlich von einem sehr smoothen und milden Whiskey sprechen, trotz der Drehzahl.

Fazit: Der Midleton Barry Crockett Legacy aus Irland ist gewiss kein schlechter Whiskey. Der Kontrast zwischen floraler, süßer Citrusnote und der Schärfe kommt vor allem im Abgang gut zur Geltung und macht Freude beim Verköstigen. Lediglich die Vielfalt der Aromen lässt für einen Whiskey diesen Preissegments deutlich zu wünschen übrig.

…el príncipe

Copperhead – The Alchemist’s Gin

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Dieser Mr. Copperhead war schon ein ziemlicher Fuchs – mit nur fünf Botanicals und einer Kupferdestille kann man also auch einen guten Gin zaubern. Er war zwar auf der Suche nach dem Elixier des Lebens, aber mit dem Ergebnis geben wir uns natürlich auch zufrieden.

Verschlossen in einer glänzenden Flasche in Kupferglanz-Optik tummeln sich:

  • Angelikawurzel
  • Wacholder
  • Kardamom
  • Koriander
  • Zitronenschalen

Das wars schon? Das wars schon!

Belohnt werden wir nach dem Öffnen des Korkverschlusses mit wunderbar floralen und zitruslastigen Duftnoten, die den ersten Gedanken sofort in Richtung Monkey 47 schießen lassen.

Geschmacklich wiederum befinden wir uns bei den klassischen London Dry Gins mit einem angenehm langen Nachgeschmack von Zitrusnoten und einem nicht zu dominanten Wacholdereinschlag – Balanceakt gelungen.

Doch was macht diesen Gin nun zu etwas Besonderem? Nun, man kann tatsächlich selbst seine Alchemiekünste ausleben – zumindest ein Stück weit.

Drei Essenzen stehen zur Verfügung mit denen man diesen Gin je nach Gustus verfeinern kann:

  • Aperitivum      (um den Appetit anzuregen – 76% Alkohol)
  • Digestivum      (um das Essen abzurunden –  79% Alkohol)
  • Energeticum   (süßlicher Geschmack – wer braucht schon Red Bull? – 77% Alkohol)

Direkt nachdem der Gin eingegossen wurde, werden vier bis acht Tropfen der jeweiligen Essenz per Pipette hinein geträufelt, um ein ganz individuelles Geschmackserlebnis zu kreieren.

Abschließend Eiswürfel hinzugeben, mit Zitronenschalen garnieren (Limetten gehen auch, allerdings harmonieren die Zitronenschalen in diesem Fall besser) und Tonic Water aufgießen.

Dieser belgische Gin, der erst seit 2014 existiert, lädt also wahrlich zum Experimentieren ein – einziger Wermutstropfen ist der Preis sowie die Verfügbarkeit.

Ca. 42,- Euro kostet der Kupferschatz ohne die Essenzen, zusammen mit den Essenzen ist dieser Gin bisher in Deutschland kaum erhältlich und kostet jenseits der 60,- Euro – ein vergleichsweise teures Vergnügen also.

…el duque

The Oscar by Oscar Valladares

And The Oscar goes to…….. ME!

Nachdem „The Leaf“ erfolgreich in Deutschland eingeführt wurde, erscheint nun vom gleichnamigen Hersteller „The Oscar“. Ebenfalls in der bekannten Tabakblatt Umverpackung. Wie bereits bei der Leaf, macht es den Anschein als bekäme die Zigarre eine besondere zusätzliche Note durch diese Verpackungsart. Wie dem auch sei, schön anzusehen ist sie allemal.

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Die hier getestete Robusto lässt einem mit ihrem Geruch nach Vollmilchschokolade schon das Wasser im Mund zusammenlaufen, hinzu kommen noch Kräuteraromen in Richtung Thymian.

Im Mund begeistert uns die Zigarre dann mit milden, erdig-nussigen Tönen. In meinen Notizen steht „rund, rund und rund“, denn dieses Exemplar hat eine wirklich wunderbar angenehme Balance, bei der keine Kante zu erschmecken ist.

Jeder Zug begeistert aufs Neue mit einer sehr guten und cremigen Rauchausbeute. Mit einem Preis von knapp über 12 € ist dieser Blend, der sich aus Nicaragua und Honduras Tabak zusammensetzt, allerdings zu teuer für meinen Geschmack. Aus diesem Grund wird es für mich keinen Wiederholungskauf geben, probiert haben sollte man sie dennoch.

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…el príncipe

Austrian Empire Navy Rum Reserve 1863

Wer sich nun zu Beginn direkt fragt: „Österreich Navy, was soll das denn sein?“ Zu Recht! Doch nach kurzer Recherche konnte ich meine Wissenslücke füllen und habe festgestellt, dass das Österreichische Kaiserreich tatsächlich mal einen Meerzugang hatte:

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Da ich nun aber nicht näher auf irrelevante Daten wie Flottengröße etc. eingehen möchte, komme ich direkt zur viel entscheidenderen Nase:

Diese herrlich kupferfarbene Flüssigkeit gibt sich im Geruch eher dezent und zurückhaltend. Die für einen Rum typische Süße lässt sich natürlich nicht leugnen und man kann fruchtige Noten erhaschen.

Nicht mehr so brav verhält sich der Geschmack, hier dürfte auch ein Whiskey-Trinker Zugang finden, da dieser aus Barbados stammende Rum eine eher unterschwellige Süße mit sich bringt.

Die zu Beginn empfundene wohlig ölige Süße an der Zungenspitze entwickelt sich über einen karamelligen Mittelteil hin zu einem kräftigen Abgang.

Wider der Servierempfehlung würde ich hier keines Wegs dazu raten, diesen Tropfen zum Mixen oder mit Eis zu trinken. Der Austrian Empire Navy Rum Reserve eignet sich bestens zum Sippen, ob mit oder ohne Zigarre, und ist mit seinen ca. 30 € auch zu teuer und schade für einen Cocktail.

Ich empfehle diesen Rum all denjenigen, die gerne Mal etwas kräftigeres haben, das am Gaumen nicht zu süß und „klebrig“ daher kommt wie so manch anderer Rum.

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…el príncipe

Perdomo Bourbon Barrel Aged Maduro

Bourbon und Zigarre? Grundsätzlich eine hervorragende Kombination! Aber wirkt sich die Zigarren-Lagerung in einem Bourbonfass auf den Geschmack aus? Perdomo sagt ja! Nicht umsonst werden die Zigarren 6 Monate in den Fässern gelagert.

Über die Qualität der Verarbeitung brauchen wir nicht groß Worte zu verlieren, denn das Traditionsunternehmen setzt sich selbst einen sehr hohen Maßstab.

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Die Bauchbinde, auch wenn diese am Ende des Tages nichts an der Zigarre ändert, finde ich dennoch sehr ansprechend und gelungen.

Die Zigarre verströmt einen überdurschnittlich süßen Geruch. Natürlich! Maduro ist bekannt für diese Süße, aber in derartiger Intensität schreibe ich diese Note ganz klar der Lagerung zu. Man kann hier das Fass förmlich riechen.

Auch geschmacklich überzeugt mich diese NicaPuro, sie ist unheimlich rund im Aroma und bietet hier eine ausgewogene Ausbeute an Maduro typischer Süße. Diesen Flavour behält sie sich auch bis zum Schluss bei.

Besonders begeistert hat mich die Kraft der Zigarre. Trotz all der Ausgewogenheit hat sie im Backup noch etwas Drehmoment für uns zu bieten, soll heißen man, bekommt noch ordentlich Nikotin-Schub mit und die ein oder andere Schärfe und Würze. Daher empefehle ich diese Zigarre eher nicht zum Einstieg in das Zigarre rauchen.

Ob die oben genannten Punkte aus der Lagerung resultieren, behalte ich mir vor. Alles in Allem bekommt man hier für rund 10 € eine Top Zigarre, die einem viel zu bieten hat. Absolute Kaufempfehlung!

…el príncipe

Château du Cleray Muscadet-Sèvre-et-Maine Sur-lie 2012

Muscadet ist eine Appellation an der Loire in Frankreich. Sie ist berühmt für ihre sehr trockenen, mineralischen Weißweine. Den Namen Muscadet dürfen nur Weißweine tragen, die innerhalb der Appellation aus der dort angebauten Rebsorte Melon de Bourgogne erzeugt werden. In Muscadet ist das Terroir teilweise sehr unterschiedlich und damit auch die Möglichkeiten, Wein mit entsprechendem Charakter hervor zu bringen.

Der Zusatz „Sèvre-et-Maine“ ordnet den Wein einer Extra-Appellation (davon gibt es vier) innerhalb des Muscadet Gebietes zu. In diesem Fall: Muscadet-Sèvre-et-Maine. Der Begriff „Sur-lie“ bedeutet in etwa „von der Hefe“ und weist auf die Art der Weinerzeugung hin. Dabei ist vorgeschrieben, dass der Wein mindestens bis zum 1. März des Jahres nach der Lese auf der Feinhefe ruhen muss. Die Summe all dieser Faktoren bringt einen sehr faszinierenden und eigenständigen Wein hervor. In der Regel sollte Muscadet sehr jung getrunken werden, um die volle Portion animierende Frische zu genießen. Dass es Ausnahmen gibt, bestätigt dieser Muscadet-Sèvre-et-Maine Sur-lie aus dem Jahrgang 2012 vom Château du Cleray.

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Er riecht frisch und grün. Man erwartet einen fruchtigen Wein, aber im Mund angekommen ist es schwer zu fassen, was hier getrunken wird. Eine vordergründige, animierende Säure kleidet den ganzen Mund aus. Noten von frisch aufgeschnittenem Apfel und geriebener Lemonenschale strömen aus dem Glas. Crispy, salzig, trocken und belebend. Ein leichter Wein, hervorragend zu Fisch und Muscheln aller Art. Aber auch ein angenehm leichter, knackiger Durstlöscher im Sommer. Hält sich gut ein paar Tage offen im Kühlschrank ohne Frische einzubüßen. Mit über fünf Jahren auf der Flasche steht dieser Muscadet immer noch wie am ersten Tag. Er verträgt also entgegen der Empfehlungen gut ein paar Jahre Lagerung.

…el emperador

Casa Magna Colorado Belicosos

Update:

>Letztes Jahr hat die Don Tomás Clasico Robusto den ersten Platz meiner Lieblings-Alltagszigarren erlangt. Verdrängt wurde damals die Casa Magna Colorado Belicosos auf den zweiten Platz. Nun kommt es zu einem Rematch um die Krone.

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Mittlerweile hat sie ein paar Jahre auf dem Buckel. Der Kaltgeruch ist aber immer noch so intensiv wie am ersten Tag. Die Bauchbinde und das rustikale, dunkle Deckblatt begeistern noch immer. Die Aromen von Espressosatz, dunkler Schokolade und einer zarten Süße haben sich noch enger aneinander angenähert. Die Zigarre wirkt viel runder. Die kritische Phase beginnt bei diesem Format meistens im letzten Drittel. Aber diesmal kein Durchhänger, sondern ein betörend schöner Smoke bis hinter die Bauchbinde. Wunderbar. Nicht genug für den ersten Platz, aber dafür eine echte Jugendliebe.<

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Backround:

Die Zigarren Marke Casa Magna ist eine Kreation des Zigarren-Blenders Manuel Quesada. Die Marke ist unterteilt in die drei Linien: Colorado, Oscuro und Domus Magnus. Produziert wird in der Fabrik von Nestor Plascencia in Esteli, Nicaragua.

Die hier getestete Casa Magna im Belicosos Format entstammt der Colorado-Linie. Diese Linie wird nur aus nicaraguanischen Tabak gefertigt und ist somit eine Puro.

Es weht kein Wind an diesem Nachmittag, die Sonne steigt langsam wieder hinab, am Himmel nur der einzelne Kondensstreifen eines Flugzeuges auf dem Weg ins Sorgenlose. Es ist Sommer. Der Blick schweift behäbig über die Szenerie und stockt plötzlich vor diesem Erscheinungsbild. Die Augen wandern langsam an den Kurven eines sonnenverwöhnten Körpers empor. Der goldene Anzug schimmerte matt auf ihrer Haut. Ein Anblick, nur schwer in Worte zu fassen und schlicht bestechend durch Traummaße von 15,87cm Länge und einen Durchmesser von 2.14cm.

Auf fast ähnliche Weise ist es zu dieser Liebesgeschichte gekommen. Aber Schönheit liegt bekanntlich im Auge des Betrachters und Liebe macht blind. Daher nun die harten Fakten:

Tasting:

Die Zigarre wirkt auf den ersten Blick sehr rustikal, aber durch ihr dunkles, von groben Adern durchzogenes, leicht ölig schimmerndes Deckblatt auch wieder edel. Die schön spitz zu laufende Belicosos-Form unterstreicht diesen Eindruck und verleiht ihr, trotz der Größe ein filigranes Auftreten. Die goldene Bauchbinde kontrastiert sehr ansehnlich mit dem dunklen Colorado-Deckblatt.

Der Kaltgeruch ist kräftig, würzig wobei Schoko- und Stallaromen dominieren wozu sich eine leichte süße Note gesellt. Das Anschneiden der Zigarre macht besonders Spaß, da durch das spitz zu laufende Format die Möglichkeit gibt zwischen einer kleinen oder großen Mundöffnung zu variieren, ohne dass dabei das Deckblatt einreißt oder zerfledert. Das Ringmaß erfordert ein großflächiges Anzünden, wobei das robuste Deckblatt auch einige Ausrutscher verzeiht ohne unschöne Kokelspuren aufzuweisen.

Der erste Zug ist bereits voller Aromen und zeigt von Anfang an, dass der geringe Preis von 4,60€ und die nicht-kubanische Herkunft keinen Abbruch tun. Schokolade, der Geruch von dumpfen, abgebrühten Espresso-Satz und eine leichte Süße im Mund sind zu schmecken und riechen. Die Stärke ist gerade richtig, um die Aromen zu begleiten. Die Rauchausbeute ist mittel bis stark und lässt einen cremigen und weißen bis leicht bläulichen Smoke zu Tage treten.

Fast mit jedem Zug entwickelt sich das Aroma ein wenig weiter, weg von der süßlichen Schokolade in Richtung eines leicht kräftigen, pfeffrigen Smokes, wie man ihn aus Nicaragua kennt. Etwas über der Hälfte ist der Aroma-Zenit überschritten und die Zigarre lässt immer unverkennbarer ihre Herkunft durchscheinen. Die anfängliche Süße ist verschwunden und das Aroma geht in Richtung von zuckerfreier Schokolade mit über 75% Kakao-Anteil gepaart mit einer dominanten Weiß-Pfeffer-Note.

Wer es stark und pfeffrig mag kann diese Zigarre (von möglichen Abbrand-Fehlern o.ä. abgesehen) fast bis zum Ende der Bauchbinde rauchen. Dabei sollte man Ihr die nötige Beachtung schenken, da Sie auf den letzten Zentimetern zum Tunnelbrand neigt. Im Mund bleibt ein angenehmer Geschmack zurück, der sich sogar am darauffolgenden Tag noch erahnen lässt. Eine wirklich tolle Zigarre, die den Vergleich mit mancher hochpreisigen Zigarre nicht scheuen muss. Wobei hier keinesfalls die neue Premium Grand Cru Elite dargestellt werden soll, denn das will sie gar nicht sein. Wer Vergleiche mit Cohiba, Montecristo oder ähnlichen, zumindest preislichen Premium Marken zieht, hat diese Zigarre nicht verstanden. Hier wurde schlichtweg eine wunderbare Zigarre kreiert, die sich preislich für den Alltag eignet aber auch tiefgründig genug ist, um den Abend bei einem gemütlichen Glas Rotwein zu begleiten. Bei den verschiedenen Tastings haben sich unter den Rotweinen vor allem Nebbiolo und Syrah als gut geeignete Begleiter erwiesen.

Dieser Casa Magna Colorado Belicoso wurde von Tag Eins an Liebe geschworen und auch mit einer Kiste bekundet. Es gibt nur wenige, die ihr nicht verfallen sind.

Fazit:

Die Casa Magna Colorado Belicosos ist eine mittelkräftige, sehr gut verarbeitete Zigarre, die rein objektiv durch ihre Größe, Geschmack und das unglaubliche Preisleistungsverhältnis glänzt. Nebenbei besitzt sie auch ein wirkliches Reifepotenzial. Besondere Empfehlung für Nicaragua-Fans!

Übersicht:

Preis: 4,60 €

Einlage: Nicaragua

Umblatt: Nicaragua

Deckblatt: Nicaragua

Länge: 15,87 cm

Durchmesser: 2,14 cm

Zugwiderstand: mittel-leicht

Abbrand: gerade und gleichmäßig

Rauchdauer: mittel-lang

Rauchentwicklung: mittel

Geschmack: schokoladig, süßlich, Espresso

Preis/Leistung: Sehr gut-Überragend

Trinkbegleitung: Rum (Ron Botran), Wein (Syrah, Carignan oder Nebbiolo)

…el emperador