Klaus Peter Keller

Klaus Peter Keller Feuervogel Silvaner 2013

2013 war kein „großer Jahrgang“, aber ein sehr interessanter. Gerade nach ein paar Jahren zeigen die größeren Weine, welches Potential in ihnen steckt. Dieser Feuervogel Silvaner von Klaus Peter Keller ist ein gutes Beispiel dafür und fasziniert durch seine Komplexität und Ambivalenz.

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Beim Öffnen ein intensives Aroma von reifem Silvaner mit ausgeprägten Nuancen von Bienenwachs und trockenen Aprikosen. Auf den ersten Schluck kommt er klar und präzise mit einem dichten Aromenspektrum und einer extrem frischen, knackigen Säure, die sich erst im Abgang richtig zu erkennen gibt. Erinnert an das Frucht-Säure-Spiel wie man es von einer reifen Maracuja kennt, bei der Kerne und Fruchtfleisch zusammen gegessen werden.

Beim zweiten Schluck merkt man trotz des tollen ersten Eindrucks, dass dieser Wein noch sehr in sich gekehrt ist und sein großes Potential verschlossen hält. Nach ein paar Stunden an der Luft öffnet sich der Silvaner immer mehr. Die anfänglichen reifen Aromen sind fast verflogen und man merkt, dass dieser Wein noch mitten in seiner Jugend ist. Neben den Fruchtaromen und der Säure ist da noch etwas. Mineralität kommt einem in den Sinn. Was auch immer es ist, es verleiht diesem großen Silvaner eine Signatur. Auch am dritten Tag immer noch ein Wein von Statur.

Faszinierender Stoff, der unter seiner reifen Hülle seinen jugendlichen Charakter versteckt. Ambivalenz, die im Gedächtnis bleibt. Ein wenig Zeit im Keller wird zeigen, wie viel Potential wirklich in ihm steckt.

…el emperador