Tomatin 12 Years Bourbon & Cherry Casks

„Der Griff nach dem (verbotenen) Apfel“

Nein, wir sind nicht bei Adam und Eva, doch das Stichwort ist hier definitiv Apfel pur!

TomatinIm folgenden Tasting stelle ich vor: den Tomatin Single-Malt 12 Jahre jung, in Ex-Bourbonfässern gereift und als Finish nochmal in Sherryfässern nachgereift. Sein Äußeres suggeriert uns schon eine Optik, die an Apfelsaft erinnert. Mit seiner herrlich hellen, fast gelbgoldenen Farbe lächelt uns der Inhalt dieser Flasche an.tomatin

Der Duft, den dieser Whiskey verströmt, kann direkt als Apfel wahrgenommen werden und gibt sich zwar wenig vielfältig, dennoch lässt er einem das Wasser schon im Mund zusammenlaufen. Entgegen der eigenen Erwartung ist der erste Schluck zu Beginn sogar rauchig, die Überaschung darüber mündet dann aber letzten Endes doch in der erhofften Süße und Apfel breitet sich im ganzen Mundraum aus. Bei der rauchigen Note stellt sich ein leichter Gewöhn-Effekt ein, sodass zu Beginn eine Süße an der Zungenspitze dominanter wird. Der Gesamteindruck ist für seine 43 % unheimlich weich mit einer nur ganz geringen Schärfe/Würze. Ebenso ist der Abgang rekordverdächtig weich.

Fazit: Für rund 30 € und mit seiner Einfachheit ist er ein perfekter Begleiter in allen Situationen. Ob beim gemütlichen Sippen in einer Gesprächsrunde, bei der er keine Aufmerksamkeit einfordert oder beim Tasting, während dem man immer wieder gespannt nippt, um mit jedem Schluck erneut begeistert zu sein, wie ein Produkt, das nichts mit Äpfeln zu tun hat, dennoch so stark danach schmeckt. Klare Kaufempfehlung, klare Wiederholungsgefahr.

…el príncipe

RoMa Craft Tobac Wunder|Lust Robusto

Die Macher von RoMa Craft Tobac haben sich die Herstellung von Zigarren in herausragender Qualität und überschaubaren Mengen auf die Fahne geschrieben. So soll auch die Serie mit dem etwas eigenartigen Namen Wunder|Lust die Aficionados durch ihre Erstklassigkeit überzeugen. Die Zigarren werden in Nicaragua gefertigt, wo sie aus einem brasilianischen Mata Fina Deckblatt, einem indonesischen Umblatt und einer geheimen Einlage vollständig von Hand gerollt werden.

RoMa Craft Tobac Wunderlust 1

Optisch erfüllt die Wunder|Lust Robusto wohl jeglichen Premiumanspruch. Das Deckblatt kommt dunkel-schoko-braun daher, die Blattadern sind sehr fein und kaum fühlbar. Auch die Verarbeitung lässt einen die mit 8,80 € bepreiste Zigarre eher auf den doppelten Betrag schätzen. Schnell einen Eiskaffee dazu bestellt und rein ins Vergnügen!

Der Kaltgeruch steht dem Getränk in nichts nach und umschmeichelt meine Nase mit kraftvollen, „dunklen“ Aromen, die ich mit Kaffee- und Kakaobohnen assoziiere. Zudem schwingt eine stallige Komponente mit. Trotz frühlingshafter Brise weist die Wunder|Lust Robusto eine schöne Flammannahme auf und liefert über einen angenehm leichten Zugwiderstand eine ordentliche Portion Rauch.

Geschmacklich startet sie sofort kernig, kräftig und vollaromatisch durch. Wie im Kaltgeruch lassen sich die Aromen am besten mit Kaffee und dunkler Schokolade beschreiben. Hinzu kommt eine ordentliche Würze, die aber keineswegs als Schärfe zu interpretieren ist. Die Zigarre verfügt über mehr als genug Aroma und Power, um sich neben dem cremigen Eiskaffee zu behaupten.

Der anfangs noch einwandfreie Abbrand leidet im weiteren Rauchverlauf stark unter dem Wind, was gelegentliches Korrigieren mittels Feuerzeug unumgänglich macht. Geschmacklich tut das dem Genuss jedoch keinen Abbruch. Die Wunder|Lust wird gefühlt mit jedem Zug runder, besser, leckerer. Die Würze wird schließlich von einer Süße abgelöst, die Kaffee- und Schokonoten werden zunehmend „röstiger“.

RoMa Craft Tobac Wunderlust 2

Das letzte Drittel legt in Sachen Aromenintensität weiter nach und stellt darüber hinaus noch eine nussige Komponente ins Bild. Auch wird die Zigarre hier noch einmal kräftiger und sorgt so für ein schönes, sättigendes Finish.

Fazit: Ich bin begeistert! Lange habe ich keine bessere Zigarre, die nicht aus Kuba stammte, geraucht. Die RoMa Craft Tobac Wunder|Lust Robusto hat einfach alles. Sowohl tolle, vielseitige und vor allem intensive Aromen als auch eine außergewöhnlich gute Verarbeitungsqualität. Sie ist schön kräftig, zugleich aber auch nicht zu kräftig. Muss man unbedingt probiert haben!

…el rey

Flores y Rodriguez Claro Cabinet Seleccion Mágicos

Im heutigen Tasting nähern wir uns der Mágicos aus der Claro Cabinet Seleccion der Marke Flores y Rodriguez. Die in der Dominikanischen Republik vollständig von Hand gerollte Longfiller-Zigarre präsentiert sich mit einem schönen Deckblatt mittelbrauner Farbe und besticht durch eine hervorragende Verarbeitungsqualität. Im Kaltgeruch bleibt die 2,06 cm im Durchmesser und 12,70 cm in der Länge messende Mágicos zunächst recht zurückhaltend und liefert nicht viel mehr als ein hölzernes Aroma, das an die Auskleidung eines Humidors erinnert.

Flores y Rodriguez Claro Cabinet Seleccion Mágicos

Der Einstieg in den Smoke ist bereits butterweich, lediglich eine feine Würze kribbelt an der Zungenspitze. Geschmacklich geht die Mágicos in eine süß-fruchtige Richtung, im Hintergrund schwingt etwas milchig-cremiges mit. Im ersten und zweiten Drittel pendelt sich das Aroma auf diesen Schwerpunkten ein, eine Entwicklung ist nicht erkennbar, wird von mir aber aufgrund des feinen Geschmacks auch nicht vermisst. Sorgen machen mir dafür der schiefe, ständig korrekturbedürftige Abbrand sowie die bröselige, fransige Asche. Immerhin sind Zugwiderstand und Rauchausbeute gut.

Erst im letzten Drittel kann die Mágicos aus ihrer wohlschmeckenden Monotonie ausbrechen und wird dabei auch kantiger. Das Fruchtige verschwindet und eine hölzerne Würze sorgt kurzzeitig für ein dezentes Kratzen am Gaumen. Eine grasig-strohige Komponente kommt dazu. Ob diese Entwicklung gut oder schlecht ist, bleibt Geschmacksache. In meinen Augen hat sie der Zigarre zu einem ordentlichen, „sättigenden“ Finish verholfen.

Fazit: Für 7,60 € bekommt man mit der Flores y Rodriguez Claro Cabinet Seleccion Mágicos nicht nur eine Zigarre mit einem elendig langen Namen, sondern auch mit einem herrlichen Geschmack. Ein weicher, relativ milder Smoke mit wenigen, aber perfekt ausbalancierten Aromen und einem würzigen Finish. Einziger Wermutstropfen: der Abbrand. Empfehlung!

…el rey

Jameson Midleton Barry Crockett Legacy

Ist Preis gleich Leistung? Wann trennen sich Preis und Geschmack beim Genussmittel?

Diese Fragen stelle ich mir wieder und wieder, egal in welchem Zusammenhang, ob Zigarren, Whiskey oder Wein. Nach oben hin haben wir ja kaum Grenzen gesetzt, was den Preis angeht, aber hat der Preis auch etwas mit der „Leistung“ zu tun?

Meiner Erfahrung nach gibt es in jeder Sparte (Wein, Zigarren usw…) einen gewissen Bereich, bis zu dem der Geschmack und die Qualität mit dem Preis steigen, ab einem Punkt ist dann meist Schluss. Dieser Punkt ist entweder erreicht, wenn das Potential des Genießers erschöpft ist oder die Flüssigkeit bzw. der Rauch einfach nicht über ihre Vollkommenheit hinaus kann.

Irgendwann ist ein Produkt einfach perfekt und es gibt natürliche Grenzen in Bezug auf das Aroma, die man ohne künstliche Stoffe beizumischen einfach nicht mehr überschreiten kann.

Dass das Potential des Genießers erschöpft sein kann, habe ich erst vor kurzem wieder erfahren, als unser Sommelier und Weinkenner von einem Blind-Tasting berichtete. Hier haben vermeintliche Experten nicht ein einziges Mal den Tetrapack-Wein vom 100-Euro-aufwärts-Wein unterscheiden können. Der geschulte Gaumen hat da natürlich einen größeren Spielraum, bei den anderen Kandidaten sind es eben eher Perlen vor die…..Midleton

Wie dem auch sei, heute möchte ich einen Whiskey aus dem Preissegment zwischen 140 € und 190 € vorstellen. Der Flaschenpreis variiert hier sehr stark zwischen den jeweiligen Anbietern. Es handelt sich bei diesem Tasting um den Midleton Barry Crockett Legacy.

Wer sich schon gefragt hat, was ich mit dieser langen Einleitung sagen wollte, erkennt nun vielleicht am Preis, woher diese Gedanken rühren. Ein Whiskey, der an die 200 € reicht, ist für mich definitiv ein teures Pflaster. Nicht, dass ich ihn nicht bezahlen könnte, aber die Frage drängt sich auf, was kann mir dieser Whiskey bieten, das mir eine 50 bis 100 € Flasche nicht bieten kann.

Ihr werdet es schon erahnen oder euch selbst bereits beantwortet haben… richtig! Es ist Geschmackssache! An diesen möchte ich nun auch direkt anknüpfen.

Das Tasting:

Zu Beginn offenbart uns die Nase nur sehr wenig Zugang zum Aroma dieser goldenen Flüssigkeit, die nebenbei bemerkt für einen mit Zuckercouleur nachgefärbten Tropfen etwas blass daher kommt. Mit viel Phantasie vernehme ich Pflaumen und eine leichte Holznote.diagramm

Auf der Zunge ereignet sich dann schon etwas mehr, ein Wechselspiel zwischen citrusartiger Fruchtigkeit und würzig pfeffriger Schärfe breitet sich im gesamten Mundraum aus. Die Textur gibt sich sehr klar und kantig, entgegengesetzt zur öligen Optik im Glas. Leider ist das Aromenkabinett an dieser Stelle schon in seinen Facetten ausgeschöpft und der Abgang ist lediglich nochmal würzig scharf. Im Nachgeschmack blüht etwas Mandarine auf und wenn man ganz genau „hinschmeckt“ kann man auch eine leichte Holznote aufschnappen. Leider ist das Eichenfass, in dem dieser Whiskey gelagert wurde, entgegen den Angaben, nicht herauszuschmecken. Die für das Eichenfass typische Vanille lässt sich nicht einmal hinzudichten. Seine 46 Umdrehungen merkt man ihm nicht an, hier muss man tatsächlich von einem sehr smoothen und milden Whiskey sprechen, trotz der Drehzahl.

Fazit: Der Midleton Barry Crockett Legacy aus Irland ist gewiss kein schlechter Whiskey. Der Kontrast zwischen floraler, süßer Citrusnote und der Schärfe kommt vor allem im Abgang gut zur Geltung und macht Freude beim Verköstigen. Lediglich die Vielfalt der Aromen lässt für einen Whiskey diesen Preissegments deutlich zu wünschen übrig.

…el príncipe

Copperhead – The Alchemist’s Gin

FullSizeRender.jpg

Dieser Mr. Copperhead war schon ein ziemlicher Fuchs – mit nur fünf Botanicals und einer Kupferdestille kann man also auch einen guten Gin zaubern. Er war zwar auf der Suche nach dem Elixier des Lebens, aber mit dem Ergebnis geben wir uns natürlich auch zufrieden.

Verschlossen in einer glänzenden Flasche in Kupferglanz-Optik tummeln sich:

  • Angelikawurzel
  • Wacholder
  • Kardamom
  • Koriander
  • Zitronenschalen

Das wars schon? Das wars schon!

Belohnt werden wir nach dem Öffnen des Korkverschlusses mit wunderbar floralen und zitruslastigen Duftnoten, die den ersten Gedanken sofort in Richtung Monkey 47 schießen lassen.

Geschmacklich wiederum befinden wir uns bei den klassischen London Dry Gins mit einem angenehm langen Nachgeschmack von Zitrusnoten und einem nicht zu dominanten Wacholdereinschlag – Balanceakt gelungen.

Doch was macht diesen Gin nun zu etwas Besonderem? Nun, man kann tatsächlich selbst seine Alchemiekünste ausleben – zumindest ein Stück weit.

Drei Essenzen stehen zur Verfügung mit denen man diesen Gin je nach Gustus verfeinern kann:

  • Aperitivum      (um den Appetit anzuregen – 76% Alkohol)
  • Digestivum      (um das Essen abzurunden –  79% Alkohol)
  • Energeticum   (süßlicher Geschmack – wer braucht schon Red Bull? – 77% Alkohol)

Direkt nachdem der Gin eingegossen wurde, werden vier bis acht Tropfen der jeweiligen Essenz per Pipette hinein geträufelt, um ein ganz individuelles Geschmackserlebnis zu kreieren.

Abschließend Eiswürfel hinzugeben, mit Zitronenschalen garnieren (Limetten gehen auch, allerdings harmonieren die Zitronenschalen in diesem Fall besser) und Tonic Water aufgießen.

Dieser belgische Gin, der erst seit 2014 existiert, lädt also wahrlich zum Experimentieren ein – einziger Wermutstropfen ist der Preis sowie die Verfügbarkeit.

Ca. 42,- Euro kostet der Kupferschatz ohne die Essenzen, zusammen mit den Essenzen ist dieser Gin bisher in Deutschland kaum erhältlich und kostet jenseits der 60,- Euro – ein vergleichsweise teures Vergnügen also.

…el duque

The Oscar by Oscar Valladares

And The Oscar goes to…….. ME!

Nachdem „The Leaf“ erfolgreich in Deutschland eingeführt wurde, erscheint nun vom gleichnamigen Hersteller „The Oscar“. Ebenfalls in der bekannten Tabakblatt Umverpackung. Wie bereits bei der Leaf, macht es den Anschein als bekäme die Zigarre eine besondere zusätzliche Note durch diese Verpackungsart. Wie dem auch sei, schön anzusehen ist sie allemal.

20170402_183702.jpg

Die hier getestete Robusto lässt einem mit ihrem Geruch nach Vollmilchschokolade schon das Wasser im Mund zusammenlaufen, hinzu kommen noch Kräuteraromen in Richtung Thymian.

Im Mund begeistert uns die Zigarre dann mit milden, erdig-nussigen Tönen. In meinen Notizen steht „rund, rund und rund“, denn dieses Exemplar hat eine wirklich wunderbar angenehme Balance, bei der keine Kante zu erschmecken ist.

Jeder Zug begeistert aufs Neue mit einer sehr guten und cremigen Rauchausbeute. Mit einem Preis von knapp über 12 € ist dieser Blend, der sich aus Nicaragua und Honduras Tabak zusammensetzt, allerdings zu teuer für meinen Geschmack. Aus diesem Grund wird es für mich keinen Wiederholungskauf geben, probiert haben sollte man sie dennoch.

20170402_183822

…el príncipe

Austrian Empire Navy Rum Reserve 1863

Wer sich nun zu Beginn direkt fragt: „Österreich Navy, was soll das denn sein?“ Zu Recht! Doch nach kurzer Recherche konnte ich meine Wissenslücke füllen und habe festgestellt, dass das Österreichische Kaiserreich tatsächlich mal einen Meerzugang hatte:

ö

Da ich nun aber nicht näher auf irrelevante Daten wie Flottengröße etc. eingehen möchte, komme ich direkt zur viel entscheidenderen Nase:

Diese herrlich kupferfarbene Flüssigkeit gibt sich im Geruch eher dezent und zurückhaltend. Die für einen Rum typische Süße lässt sich natürlich nicht leugnen und man kann fruchtige Noten erhaschen.

Nicht mehr so brav verhält sich der Geschmack, hier dürfte auch ein Whiskey-Trinker Zugang finden, da dieser aus Barbados stammende Rum eine eher unterschwellige Süße mit sich bringt.

Die zu Beginn empfundene wohlig ölige Süße an der Zungenspitze entwickelt sich über einen karamelligen Mittelteil hin zu einem kräftigen Abgang.

Wider der Servierempfehlung würde ich hier keines Wegs dazu raten, diesen Tropfen zum Mixen oder mit Eis zu trinken. Der Austrian Empire Navy Rum Reserve eignet sich bestens zum Sippen, ob mit oder ohne Zigarre, und ist mit seinen ca. 30 € auch zu teuer und schade für einen Cocktail.

Ich empfehle diesen Rum all denjenigen, die gerne Mal etwas kräftigeres haben, das am Gaumen nicht zu süß und „klebrig“ daher kommt wie so manch anderer Rum.

20170313_130534.jpg

…el príncipe

Perdomo Bourbon Barrel Aged Maduro

Bourbon und Zigarre? Grundsätzlich eine hervorragende Kombination! Aber wirkt sich die Zigarren-Lagerung in einem Bourbonfass auf den Geschmack aus? Perdomo sagt ja! Nicht umsonst werden die Zigarren 6 Monate in den Fässern gelagert.

Über die Qualität der Verarbeitung brauchen wir nicht groß Worte zu verlieren, denn das Traditionsunternehmen setzt sich selbst einen sehr hohen Maßstab.

20170401_142357

Die Bauchbinde, auch wenn diese am Ende des Tages nichts an der Zigarre ändert, finde ich dennoch sehr ansprechend und gelungen.

Die Zigarre verströmt einen überdurschnittlich süßen Geruch. Natürlich! Maduro ist bekannt für diese Süße, aber in derartiger Intensität schreibe ich diese Note ganz klar der Lagerung zu. Man kann hier das Fass förmlich riechen.

Auch geschmacklich überzeugt mich diese NicaPuro, sie ist unheimlich rund im Aroma und bietet hier eine ausgewogene Ausbeute an Maduro typischer Süße. Diesen Flavour behält sie sich auch bis zum Schluss bei.

Besonders begeistert hat mich die Kraft der Zigarre. Trotz all der Ausgewogenheit hat sie im Backup noch etwas Drehmoment für uns zu bieten, soll heißen man, bekommt noch ordentlich Nikotin-Schub mit und die ein oder andere Schärfe und Würze. Daher empefehle ich diese Zigarre eher nicht zum Einstieg in das Zigarre rauchen.

Ob die oben genannten Punkte aus der Lagerung resultieren, behalte ich mir vor. Alles in Allem bekommt man hier für rund 10 € eine Top Zigarre, die einem viel zu bieten hat. Absolute Kaufempfehlung!

…el príncipe

Von Winning Forster Ungeheuer 500 Riesling 2011

Ein sehr eigener, aber auch spannender Stil wird bei diesem Wein verfolgt. Riesling spontan vergoren, mit langem Kontakt auf der Vollhefe und ausgebaut im Barrique. Aber kein Weißwein, der durch seine Machart dominiert wird. Die Reben wachsen auf der großen Lage Forster Ungeheuer, welche durch ihre Vielfalt an Bodentypen eine besondere Charakterprägung im Wein hinterlässt. Das Terroir wird hier schön integriert und gibt ihm ein stabiles Fundament mit auf den Weg.

IMG_1251

Die Aromen sind schwer zu fassen und reichen vom typischen Riesling Geschmack bis hin zu diversen exotischen Früchten. Aber kein Obstsalat wie bei den Großen Gewächsen von Horst Sauer, sondern noch versehen mit einer knackigen Mineralität. Cremig und spritzig zu gleich. Ein sehr eigenständiger Riesling, der neue Wege aufzeigt und den ein oder anderen „Riesling-Traditionalisten“ fordert. Sollte je nach Jahrgang in 3-6 Jahren getrunken werden. Dieser Forster Ungeheuer Riesling 2011 hat schon am Horizont ein wenig Ermüdungserscheinungen aufblitzen lassen.

…el emperador

Château du Cleray Muscadet-Sèvre-et-Maine Sur-lie 2012

Muscadet ist eine Appellation an der Loire in Frankreich. Sie ist berühmt für ihre sehr trockenen, mineralischen Weißweine. Den Namen Muscadet dürfen nur Weißweine tragen, die innerhalb der Appellation aus der dort angebauten Rebsorte Melon de Bourgogne erzeugt werden. In Muscadet ist das Terroir teilweise sehr unterschiedlich und damit auch die Möglichkeiten, Wein mit entsprechendem Charakter hervor zu bringen.

Der Zusatz „Sèvre-et-Maine“ ordnet den Wein einer Extra-Appellation (davon gibt es vier) innerhalb des Muscadet Gebietes zu. In diesem Fall: Muscadet-Sèvre-et-Maine. Der Begriff „Sur-lie“ bedeutet in etwa „von der Hefe“ und weist auf die Art der Weinerzeugung hin. Dabei ist vorgeschrieben, dass der Wein mindestens bis zum 1. März des Jahres nach der Lese auf der Feinhefe ruhen muss. Die Summe all dieser Faktoren bringt einen sehr faszinierenden und eigenständigen Wein hervor. In der Regel sollte Muscadet sehr jung getrunken werden, um die volle Portion animierende Frische zu genießen. Dass es Ausnahmen gibt, bestätigt dieser Muscadet-Sèvre-et-Maine Sur-lie aus dem Jahrgang 2012 vom Château du Cleray.

IMG_1566

Er riecht frisch und grün. Man erwartet einen fruchtigen Wein, aber im Mund angekommen ist es schwer zu fassen, was hier getrunken wird. Eine vordergründige, animierende Säure kleidet den ganzen Mund aus. Noten von frisch aufgeschnittenem Apfel und geriebener Lemonenschale strömen aus dem Glas. Crispy, salzig, trocken und belebend. Ein leichter Wein, hervorragend zu Fisch und Muscheln aller Art. Aber auch ein angenehm leichter, knackiger Durstlöscher im Sommer. Hält sich gut ein paar Tage offen im Kühlschrank ohne Frische einzubüßen. Mit über fünf Jahren auf der Flasche steht dieser Muscadet immer noch wie am ersten Tag. Er verträgt also entgegen der Empfehlungen gut ein paar Jahre Lagerung.

…el emperador