Nicaragua

Chinchalero Petit Corona

„Jetzt will ich Nicaragua“

Diese optisch schön anzusehende Zigarre hat noch einiges mehr in petto. Doch bleiben wir kurz bei ihrer äußeren Erscheinung. Durch die zwei verschiedenen spiralförmig gewickelten Deckblätter, ein Connecticut und ein Maduro, bekommt sie diese zweifarbige Optik. Die ersten Exemplare in diesem Stil fand ich zu Beginn eher verstörend, doch mittlerweile hat es einfach etwas „stylisches“. 

Geschmacklich hat sie mich dann direkt gepackt und nicht mehr losgelassen. Als leidenschaftlicher Nicaragua-Flavour-Fan war es für sie ein Leichtes mein Geschmacks-Herz zu erobern. Der minimale Abzug in der B-Note aufgrund der geringen Rauchmenge wird von Unmengen an Aroma mehr als wett gemacht. Die Basis bildet ein weiches, aber auf der aromatischen Ebene intensives Nicaragua-Flavour. Diese wird ergänzt durch die Café- und Schokonoten des Madurodeckblattes. Eine leichte Würze kommt durch die Zugabe des starken Ligero Tabaks in der Einlage auf und dann schwingt da noch dezent eine buttrige Vanillenote mit. All diese Geschmäcker sind hervorragend auf einander abgestimmt und ergeben einen ausgewogenen und harmonischen Blend.

Fazit: Für nur rund 3 € bekommt man hier, wenn man auf Nicaragua aus ist, definitiv einen Nicaragua sure shot und zudem noch eine Menge aromatischer Extras. Das alles zu einem unvergleichbar geringen Preis. Diese Zigarre ist eine der wenigen, die aufgrund dieses Preis-Leistung-Verhältnisses für mich absoluten Kisten-Faktor hat.

…el príncipe

RoMa Craft Tobac Wunder|Lust Robusto

Die Macher von RoMa Craft Tobac haben sich die Herstellung von Zigarren in herausragender Qualität und überschaubaren Mengen auf die Fahne geschrieben. So soll auch die Serie mit dem etwas eigenartigen Namen Wunder|Lust die Aficionados durch ihre Erstklassigkeit überzeugen. Die Zigarren werden in Nicaragua gefertigt, wo sie aus einem brasilianischen Mata Fina Deckblatt, einem indonesischen Umblatt und einer geheimen Einlage vollständig von Hand gerollt werden.

RoMa Craft Tobac Wunderlust 1

Optisch erfüllt die Wunder|Lust Robusto wohl jeglichen Premiumanspruch. Das Deckblatt kommt dunkel-schoko-braun daher, die Blattadern sind sehr fein und kaum fühlbar. Auch die Verarbeitung lässt einen die mit 8,80 € bepreiste Zigarre eher auf den doppelten Betrag schätzen. Schnell einen Eiskaffee dazu bestellt und rein ins Vergnügen!

Der Kaltgeruch steht dem Getränk in nichts nach und umschmeichelt meine Nase mit kraftvollen, „dunklen“ Aromen, die ich mit Kaffee- und Kakaobohnen assoziiere. Zudem schwingt eine stallige Komponente mit. Trotz frühlingshafter Brise weist die Wunder|Lust Robusto eine schöne Flammannahme auf und liefert über einen angenehm leichten Zugwiderstand eine ordentliche Portion Rauch.

Geschmacklich startet sie sofort kernig, kräftig und vollaromatisch durch. Wie im Kaltgeruch lassen sich die Aromen am besten mit Kaffee und dunkler Schokolade beschreiben. Hinzu kommt eine ordentliche Würze, die aber keineswegs als Schärfe zu interpretieren ist. Die Zigarre verfügt über mehr als genug Aroma und Power, um sich neben dem cremigen Eiskaffee zu behaupten.

Der anfangs noch einwandfreie Abbrand leidet im weiteren Rauchverlauf stark unter dem Wind, was gelegentliches Korrigieren mittels Feuerzeug unumgänglich macht. Geschmacklich tut das dem Genuss jedoch keinen Abbruch. Die Wunder|Lust wird gefühlt mit jedem Zug runder, besser, leckerer. Die Würze wird schließlich von einer Süße abgelöst, die Kaffee- und Schokonoten werden zunehmend „röstiger“.

RoMa Craft Tobac Wunderlust 2

Das letzte Drittel legt in Sachen Aromenintensität weiter nach und stellt darüber hinaus noch eine nussige Komponente ins Bild. Auch wird die Zigarre hier noch einmal kräftiger und sorgt so für ein schönes, sättigendes Finish.

Fazit: Ich bin begeistert! Lange habe ich keine bessere Zigarre, die nicht aus Kuba stammte, geraucht. Die RoMa Craft Tobac Wunder|Lust Robusto hat einfach alles. Sowohl tolle, vielseitige und vor allem intensive Aromen als auch eine außergewöhnlich gute Verarbeitungsqualität. Sie ist schön kräftig, zugleich aber auch nicht zu kräftig. Muss man unbedingt probiert haben!

…el rey

Perdomo Bourbon Barrel Aged Maduro

Bourbon und Zigarre? Grundsätzlich eine hervorragende Kombination! Aber wirkt sich die Zigarren-Lagerung in einem Bourbonfass auf den Geschmack aus? Perdomo sagt ja! Nicht umsonst werden die Zigarren 6 Monate in den Fässern gelagert.

Über die Qualität der Verarbeitung brauchen wir nicht groß Worte zu verlieren, denn das Traditionsunternehmen setzt sich selbst einen sehr hohen Maßstab.

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Die Bauchbinde, auch wenn diese am Ende des Tages nichts an der Zigarre ändert, finde ich dennoch sehr ansprechend und gelungen.

Die Zigarre verströmt einen überdurschnittlich süßen Geruch. Natürlich! Maduro ist bekannt für diese Süße, aber in derartiger Intensität schreibe ich diese Note ganz klar der Lagerung zu. Man kann hier das Fass förmlich riechen.

Auch geschmacklich überzeugt mich diese NicaPuro, sie ist unheimlich rund im Aroma und bietet hier eine ausgewogene Ausbeute an Maduro typischer Süße. Diesen Flavour behält sie sich auch bis zum Schluss bei.

Besonders begeistert hat mich die Kraft der Zigarre. Trotz all der Ausgewogenheit hat sie im Backup noch etwas Drehmoment für uns zu bieten, soll heißen man, bekommt noch ordentlich Nikotin-Schub mit und die ein oder andere Schärfe und Würze. Daher empefehle ich diese Zigarre eher nicht zum Einstieg in das Zigarre rauchen.

Ob die oben genannten Punkte aus der Lagerung resultieren, behalte ich mir vor. Alles in Allem bekommt man hier für rund 10 € eine Top Zigarre, die einem viel zu bieten hat. Absolute Kaufempfehlung!

…el príncipe

Perdomo 20th Anniversary Maduro Robusto

Perdomo steht für endlose Zigarren-Vielfalt. Manchmal fällt es schwer einen ordentlichen Überblick zu bekommen. Bei welcher Linie am besten anfangen? Diesmal eine Stichprobe, frei von Auswahlkriterien.

Perdomo-typische auffällige Bauchbinde, wie man sie u.a. bei der überzeugenden Grand-Cru Serie findet. Ein ordentliches Deckblatt, aber auch nicht mehr. Dafür jedoch sind die inneren Werte umso interessanter. Schwarzer Tee, stallige Ammoniak-Noten und gerösteter Kako werden schön von cremig-dichtem Rauch transportiert. Perfekter Zug bei diesem Eexemplar!

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Kräftige, aber gereifte, runde Aromen dominieren den gesamten Smoke. Anregend und abwechslungsreich von Anfang bis Ende. Durch den gehobenen Preis wird diese Zigarre wahrscheinlich nur Perdomo-Fans ansprechen, da es ein paar adäquate Maduros  im Robusto-Format für weniger Geld gibt.

…el emperador

Casa Magna Colorado Belicosos

Update:

>Letztes Jahr hat die Don Tomás Clasico Robusto den ersten Platz meiner Lieblings-Alltagszigarren erlangt. Verdrängt wurde damals die Casa Magna Colorado Belicosos auf den zweiten Platz. Nun kommt es zu einem Rematch um die Krone.

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Mittlerweile hat sie ein paar Jahre auf dem Buckel. Der Kaltgeruch ist aber immer noch so intensiv wie am ersten Tag. Die Bauchbinde und das rustikale, dunkle Deckblatt begeistern noch immer. Die Aromen von Espressosatz, dunkler Schokolade und einer zarten Süße haben sich noch enger aneinander angenähert. Die Zigarre wirkt viel runder. Die kritische Phase beginnt bei diesem Format meistens im letzten Drittel. Aber diesmal kein Durchhänger, sondern ein betörend schöner Smoke bis hinter die Bauchbinde. Wunderbar. Nicht genug für den ersten Platz, aber dafür eine echte Jugendliebe.<

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Backround:

Die Zigarren Marke Casa Magna ist eine Kreation des Zigarren-Blenders Manuel Quesada. Die Marke ist unterteilt in die drei Linien: Colorado, Oscuro und Domus Magnus. Produziert wird in der Fabrik von Nestor Plascencia in Esteli, Nicaragua.

Die hier getestete Casa Magna im Belicosos Format entstammt der Colorado-Linie. Diese Linie wird nur aus nicaraguanischen Tabak gefertigt und ist somit eine Puro.

Es weht kein Wind an diesem Nachmittag, die Sonne steigt langsam wieder hinab, am Himmel nur der einzelne Kondensstreifen eines Flugzeuges auf dem Weg ins Sorgenlose. Es ist Sommer. Der Blick schweift behäbig über die Szenerie und stockt plötzlich vor diesem Erscheinungsbild. Die Augen wandern langsam an den Kurven eines sonnenverwöhnten Körpers empor. Der goldene Anzug schimmerte matt auf ihrer Haut. Ein Anblick, nur schwer in Worte zu fassen und schlicht bestechend durch Traummaße von 15,87cm Länge und einen Durchmesser von 2.14cm.

Auf fast ähnliche Weise ist es zu dieser Liebesgeschichte gekommen. Aber Schönheit liegt bekanntlich im Auge des Betrachters und Liebe macht blind. Daher nun die harten Fakten:

Tasting:

Die Zigarre wirkt auf den ersten Blick sehr rustikal, aber durch ihr dunkles, von groben Adern durchzogenes, leicht ölig schimmerndes Deckblatt auch wieder edel. Die schön spitz zu laufende Belicosos-Form unterstreicht diesen Eindruck und verleiht ihr, trotz der Größe ein filigranes Auftreten. Die goldene Bauchbinde kontrastiert sehr ansehnlich mit dem dunklen Colorado-Deckblatt.

Der Kaltgeruch ist kräftig, würzig wobei Schoko- und Stallaromen dominieren wozu sich eine leichte süße Note gesellt. Das Anschneiden der Zigarre macht besonders Spaß, da durch das spitz zu laufende Format die Möglichkeit gibt zwischen einer kleinen oder großen Mundöffnung zu variieren, ohne dass dabei das Deckblatt einreißt oder zerfledert. Das Ringmaß erfordert ein großflächiges Anzünden, wobei das robuste Deckblatt auch einige Ausrutscher verzeiht ohne unschöne Kokelspuren aufzuweisen.

Der erste Zug ist bereits voller Aromen und zeigt von Anfang an, dass der geringe Preis von 4,60€ und die nicht-kubanische Herkunft keinen Abbruch tun. Schokolade, der Geruch von dumpfen, abgebrühten Espresso-Satz und eine leichte Süße im Mund sind zu schmecken und riechen. Die Stärke ist gerade richtig, um die Aromen zu begleiten. Die Rauchausbeute ist mittel bis stark und lässt einen cremigen und weißen bis leicht bläulichen Smoke zu Tage treten.

Fast mit jedem Zug entwickelt sich das Aroma ein wenig weiter, weg von der süßlichen Schokolade in Richtung eines leicht kräftigen, pfeffrigen Smokes, wie man ihn aus Nicaragua kennt. Etwas über der Hälfte ist der Aroma-Zenit überschritten und die Zigarre lässt immer unverkennbarer ihre Herkunft durchscheinen. Die anfängliche Süße ist verschwunden und das Aroma geht in Richtung von zuckerfreier Schokolade mit über 75% Kakao-Anteil gepaart mit einer dominanten Weiß-Pfeffer-Note.

Wer es stark und pfeffrig mag kann diese Zigarre (von möglichen Abbrand-Fehlern o.ä. abgesehen) fast bis zum Ende der Bauchbinde rauchen. Dabei sollte man Ihr die nötige Beachtung schenken, da Sie auf den letzten Zentimetern zum Tunnelbrand neigt. Im Mund bleibt ein angenehmer Geschmack zurück, der sich sogar am darauffolgenden Tag noch erahnen lässt. Eine wirklich tolle Zigarre, die den Vergleich mit mancher hochpreisigen Zigarre nicht scheuen muss. Wobei hier keinesfalls die neue Premium Grand Cru Elite dargestellt werden soll, denn das will sie gar nicht sein. Wer Vergleiche mit Cohiba, Montecristo oder ähnlichen, zumindest preislichen Premium Marken zieht, hat diese Zigarre nicht verstanden. Hier wurde schlichtweg eine wunderbare Zigarre kreiert, die sich preislich für den Alltag eignet aber auch tiefgründig genug ist, um den Abend bei einem gemütlichen Glas Rotwein zu begleiten. Bei den verschiedenen Tastings haben sich unter den Rotweinen vor allem Nebbiolo und Syrah als gut geeignete Begleiter erwiesen.

Dieser Casa Magna Colorado Belicoso wurde von Tag Eins an Liebe geschworen und auch mit einer Kiste bekundet. Es gibt nur wenige, die ihr nicht verfallen sind.

Fazit:

Die Casa Magna Colorado Belicosos ist eine mittelkräftige, sehr gut verarbeitete Zigarre, die rein objektiv durch ihre Größe, Geschmack und das unglaubliche Preisleistungsverhältnis glänzt. Nebenbei besitzt sie auch ein wirkliches Reifepotenzial. Besondere Empfehlung für Nicaragua-Fans!

Übersicht:

Preis: 4,60 €

Einlage: Nicaragua

Umblatt: Nicaragua

Deckblatt: Nicaragua

Länge: 15,87 cm

Durchmesser: 2,14 cm

Zugwiderstand: mittel-leicht

Abbrand: gerade und gleichmäßig

Rauchdauer: mittel-lang

Rauchentwicklung: mittel

Geschmack: schokoladig, süßlich, Espresso

Preis/Leistung: Sehr gut-Überragend

Trinkbegleitung: Rum (Ron Botran), Wein (Syrah, Carignan oder Nebbiolo)

…el emperador

Carlos Torano Master Robusto

In unseren Reihen gelten die Zigarren von Carlos Toraño seit Langem als sichere Bank und wir probieren gerne neue, aber auch ältere, uns noch unbekannte Serien der Marke. Im Mittelpunkt des heutigen Tastings steht die Master Robusto, deren Schwester, die Master Maduro Robusto, hier bereits verkostet wurde…

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Die Master Robusto präsentiert sich mit einem extrem ölig-glänzenden Habano-Deckblatt aus Ecuador, das durchaus den ein oder anderen Makel in der Verarbeitung aufweist. Meine Nase wird von einem feinen Duft von Stroh, süßem Holz sowie einer würzigen Note, die von den nicaraguanischen Einlagen- und Umblatttabaken ausgeht, umschmeichelt.

Geschmacklich legt die Toraño mit selbiger Würze los, welcher im Nachklang etwas Pfeffer folgt. Der Zugwiderstand ist dabei etwas strammer, gefällt mir aber sehr gut, zumal die von der Master Robusto abgegebene Menge an dichtem, cremigem Rauch beachtlich ist. Im Ersten Drittel dominiert die erwähnte Kombination aus Pfeffer und Würze, wobei sich die Zigarre in der oberen Hälfte der Stärke-Skala einpendelt. Etwas zu Beginn des zweiten Drittels wird der Smoke cremiger, fast buttrig und die Zigarre erinnert an würziges Gebäck. Im Hintergrund bleibt stets der Pfeffer bestehen. Erst gegen Ende des zweiten Drittels dünnt dieser aus und verschwindet schließlich gänzlich. Hinzu kommen nun grasige Noten, welche die schweren, würzigen Aromen auflockern. Beides tut der Zigarre, zumindest in meinen Augen, ungemein gut, da sie nun während des letzten Drittels insgesamt lebendiger und leichter herüberkommt. Im Zuge des Ausklingens flackern noch nussige Nuancen auf.

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Fazit: Die Carlos Toraño Master Robusto konnte mich in der ersten Hälfte des Smokes lediglich durch ihr perfektes Rauchverhalten überzeugen. Erst in der zweiten Hälfte konnte sie weitaus gefälligere Aromen zum Vorschein bringen und schaffte somit erfolgreich die Kehrtwende. Insgesamt also eine solide Zigarre mit Toraño-typischem, perfektem Rauchverhalten und einem guten Preis-Leistungs-Verhältnis.

…el rey

Casa Magna Colorado Robusto

Eine unserer ersten Reviews beschäftigte sich mit der Casa Magna Belicosos aus der Colorado Serie. Eine wunderbare Zigarre für kleines Geld mit großem Lagerpotential. Leider habe ich die Serie aus den Augen verloren. Umso erfreulicher war es, diese Robusto in meinem Humidorschränkchen zu finden. Gute drei Jahre dürfte sie dort auf Zedrelenholz gebettet gereift sein. Alles für diesen einen Moment.

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Optisch fällt sofort das namensgebende dunkle Colorado Deckblatt auf. Der Kaltgeruch ist trotz der Lagerung noch ein wenig präsent und schwankt zwischen dunkler Schokolade und Holz. Die ersten Züge überzeugen voll und ganz. Keine Schärfe, kein Brennen und keine Zugprobleme. Nur sehr runde, ausgereifte Aromen. Eine leichte Süße gepaart mit Würze, Schokolade und etwas Espressosatz.

Die Zigarre ist aber nicht leicht oder lasch, sondern begleitet den Smoke durchweg mit einer subtilen Stärke. Nichts für Dom.-Rep.-Connecticut-Raucher. Der Abbrand ist gut und korrigiert sich selbst. Die gescheckte Asche ist sehr stabil und lädt zum Ascheturmbauen ein. Die Intensität der Aromen bleibt den gesamten Smoke über konstant und man fragt sich, warum es nicht mehr Nica Puros unter 5 € wie diese gibt. Bis knapp hinter die Bauchbinde lässt sich dieses Exemplar rauchen und geht dann plötzlich aus. Eine Flasche Syrah von der Rhône komplementiert diesen sommerlichen Smoke auf der Terrasse.

Eine tolle Zigarre für nur 4,90 €. Sie ist nicht so wuchtig wie die Belicosos, aber auch nicht so zart wie die Pikito. Die Robusto ist ein sehr guter Crossover aus beidem, der nicht umsonst 2008 vom Cigar Afficionado mit 92 Punkten zur Zigarre des Jahres gewählt wurde. Für alle, die etwas mehr Würze wollen und die Stärke einer Nica Puro schätzen.

… el emperador

Padilla Premier Cru Robusto

Premier Cru, ein edel anmutender Name. Aber wenn man das Ganze genauer betrachtet, fragt man sich, was dahinter stecken soll. Cru bedeutet Gewächs und Premier Cru grob übersetzt dann Erstes Gewächs. Eine Bezeichnung, die im französischen Weinbau beziehungsweise dem Burgund als Schutzsiegel und Auszeichnung für besonders qualitativ hochwertige Weine und ihre speziellen Lagen genutzt wird. Wie so oft in der Tabakindustrie herrscht zu diesem Thema absolute Intransparenz. Das Deckblatt kommt aus Ecuador und ist Habano Saatgut, Umblatt und Einlage stammen aus Nicaragua. Im besten Fall findet man nach ein wenig Recherche heraus, in welchem Teil von Nicaragua die Tabakplantage verortet ist. Grundliegend nicht die besten Voraussetzungen, um sich den Namen Premier Cru zu geben.

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Die Zigarre selbst sieht optisch sehr ansprechend aus und lässt auf eine saubere Verarbeitung schließen. Aufgrund von knapp zwei Jahren Lagerung im eigenen Humidor ist der Kaltgeruch nur noch zu erahnen. Die ersten Zentimeter sind pfeffrig-scharf und lassen keinen Platz für Aromen. Nach etwa einer Viertelstunde lässt die Schärfe nach und es kommen zaghaft ein paar erdige und holzige Aromen auf. Plötzlich beginnt die Zigarre sich zu entwickeln und ein schwer zu definierendes Kräuteraroma macht sich breit.

Der Abbrand und die weiße Asche sind wunderschön anzuschauen und trösten ein wenig über die etwas zurückhaltenden Aromen hinweg. Ab der Hälfte weicht das Kräuteraroma einer dominanten chilliartigen Schärfe, die den Smoke nur noch bis zur zweiten Bauchbinde zulässt.

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Toller Name, aber nichts dahinter. Weder Innere Werte, noch Informationen oder eine schöne Marketing-Märchengeschichte wurden dieser Zigarrenserie mit auf den Weg gegeben. Wer trotzdem einen edlen Namen mit Substanz dahinter kaufen möchte, sollte für etwa das gleiche Geld zur Perdomo Grand Cru Serie greifen, bei der sogar Jahrgangstabak zum Einsatz kommt.

… el emperador

Perdomo Factory Tour Blend Maduro Robusto

Vor wenigen Wochen hat mich die Sun Grown Robusto aus der Factory Tour Blend Serie von Perdomo hellauf begeistert. Eine Selbstverständlichkeit also, dass auch die Maduro probiert werden musste. Auf die Details zur Serie und zum Blend bin ich bereits im Artikel über die Sun Grown eingegangen, deshalb wollen wir sofort beim Tasting einsteigen und sehen, ob die Maduro ihre Schwester vielleicht sogar übertrumpfen kann…

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Optisch ist die Maduro Robusto ein Leckerbissen! Das Deckblatt kommt in sattem Dunkelbraun mit einem öligen Schimmer daher. Die Kombination lässt die Zigarre fast violett erscheinen. Ebenso überzeugt die Verarbeitung voll und ganz; eine Perdomo eben. Wer diese Zigarre sieht, stellt sich automatisch auf einen gehaltvollen Power-Smoke ein und auch der kräftig stallige sowie würzig-hölzerne Kaltgeruch lässt die Geschmacksknospen bereits in gespannter Erwartung frohlocken.

Die ersten Züge sind wie erwartet mächtig. Der schwere, dichte Rauch hat eine ordentliche Portion Nikotin im Gepäck und zieht mit dunklen Aromen in Richtung Holz und Leder sowie einer Prise Pfeffer durch den Mundraum. Das Aroma der Zigarre ist jedoch schwer zu erfassen, unterscheidet sich meiner Meinung nach aber von anderen Maduros, die oft eine gewisse Süße mit sich bringen und teilweise sogar ein an dunkle Schokolade erinnerndes Aroma aufweisen. Der Zugwiderstand ist recht stramm, was zur Folge hat, dass die Perdomo extrem langsam abbrennt. Nichtsdestotrotz ist die abgegebene Rauchmenge beachtlich. Ab dem zweiten Drittel dann jedoch ein seltenes Phänomen: Schief- und Tunnelbrand bei einer Perdomo! Spätestens hier schwant mir, dass dieser Smoke kein gutes Ende nehmen wird. Doch zurück zum Geschmack… Obwohl die Zigarre über den gesamten Rauchverlauf sehr präsent im Mundraum ist, schmeckt sie gleichzeitig nach nichts. Oder besser gesagt: sie schmeckt einfach nicht gut. Die meiste Zeit habe ich nur einen schalen Geschmack von Rauch im Mund, ohne jegliches Zigarren-Aroma. Als sie dann zu Beginn des letzen Drittels auch noch ausgeht, beende ich das Ganze vorzeitig.

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Fazit: Die Perdomo Factory Tour Blend Maduro Robusto war für mich eine herbe Enttäuschung, sowohl im Geschmack als auch in der Performance. Da insbesondere das extrem schlechte Rauchverhalten so gar nicht zu einer Perdomo passt, bin ich gewillt dieses Exemplar als Ausrutscher anzusehen. Aufgrund der vollständigen Abwesenheit auch nur eines Ansatzes von Aroma, werde ich wohl dennoch keinen Zweitversuch starten. Demjenigen, der sie probieren will, wünsche ich, dass er mehr Glück hat als ich.

…el rey

Pyranos Nicaragua Corona

Vor einiger Zeit muss es bereits Zigarren mit dem Namen Pyranos gegeben haben, welche in Form dieser Serie durch das Zigarrenhaus August Schuster wiederbelebt wurden. Erhältlich sind drei Formate: Corona, Robusto und Toro. Dabei handelt es sich um nicaraguanische Puros, welche mit ihrem doch gehobenen Preis (Corona für 9,20 € !) durchaus einen Premiumanspruch erheben. Zurecht?

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Optisch ist die Pyranos zwiegespalten. Das dunkle Deckblatt ist wunderschön und mit Ausnahme der schlampigen Kappe hervorragend verarbeitet, wohingegen die Bauchbinde schreiend hässlich ist. Besonders der Aufdruck „Longfiller“ ist bei einer Zigarre jenseits der 9 € meiner Meinung nach völlig unnötig, da das bei diesem Preis ja wohl das Mindeste ist. Während im Kaltgeruch ein kräftiges, aber unspektakuläres Holzaroma dominiert, erweisen sich die ersten Züge doch als geschmacklich interessant. Es herrscht ein feines Aroma vor, welches sich primär aus Holz sowie Nuss zusammensetzt und mich durchaus überzeugen kann. Über die nächsten Zentimeter hinweg passiert dann jedoch leider wenig bis gar nichts in Sachen Geschmacksentwicklung. Erst im letzten Drittel zeigt sich schließlich eine deutliche Kräuternote, die noch einmal für etwas frischen Wind sorgt. Insgesamt fehlt der Pyranos aber der Charakter. Dies kann auch daran liegen, dass trotz des guten Zugwiderstands die Rauchausbeute leider viel zu gering ausfällt. Die Zigarre scheint durch den dünnen Rauch ihr volles aromatisches Potential nicht entfalten zu können. Voll entfalten kann sich dafür der Abbrand, der macht, was er will…

Fazit: Die Pyranos Nicaragua Corona hat mehr Contras als Pros. Das Aroma zeigt zwar gute Ansätze, kann diese aber nicht voll entwickeln, was auch an der mangelhaften Performance liegt. Ich würde ihr noch eine Chance geben, wenn nicht der Preis von 9,20 € wäre, der in Anbetracht von Qualität und Leistung fast eine Frechheit ist.

…el rey