Kuba

Hoyo de Monterrey LCDH Elegantes

Ein wunderschönes Format! Dem ein oder anderen bekannt von Cuaba oder der Partagas Presidentes. Zu finden ist sie exklusiv bei den Las Casas del Habano. Im Internet meist ausverkauft.

Dieses Exemplar ist mir beim Gang durch den Humidor sofort ins Auge gestochen. Im „toten Winkel“ steht ein kleines Kistchen Hoyo de Monterrey LCDH Elegantes. Anscheinend hatten die vorherigen Aficionados nur die Cohibas und Montecristos im Regal daneben im Blick. Drei Hoyo Elegantes liegen noch in der Kiste und lassen mein Herz hüpfen. Ich beende den Einkaufsbummel und mach mich sofort an das Tasting der Hoyo.

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Optisch hat mich die Zigarre auf Anhieb überzeugt. Selbst ihr etwas unsauber gerolltes Deckblatt verzeihe ich ihr sofort. Kaltgeruch stark geprägt von Zedrelen Holz in Kombination mit den typischen Kuba-Noten.

Im Gegensatz zu den Cuabas, die diese speziellen Formate förmlich gepachtet haben, hat die Hoyo de Monterrey LCDH Elegantes von Anfang an einen nahezu perfekten Zug! Kein lästiges vorsichtiges Anrauchen, sondern gleich Genuss in vollen Zügen. Die Aromen sind schwer zu definieren, aber schlichtweg lecker und genau das, was man unter Kuba versteht. Bis zum zweiten Drittel entwickelt sich die Zigarre sehr schön. Danach bleibt sie konstant im „Geschmack“ und wird zum Schluss, auf der Höhe der zweiten Bauchbinde, bitterer.

Die Zigarre ist unglaublich gelungen. Ausgewogen, aromatisch und braucht kein Aging mehr. Absolute Kaufempfehlung. Kuba at its best!

…el emperador

H. Upmann Majestic

Eine in der Tat majestätische Eleganz bringt das schlanke Cremas-Format der H. Upmann Majestic mit sich. Das verhältnismäßig dunkle Deckblatt der knapp 14 cm langen und 1,59 cm im Durchmesser messenden Zigarre mutet mit seiner groben Verarbeitung jedoch eher bäuerlich an. Dafür verströmt die Majestic einen umso betörenderen Duft mit einem deutlich holzigen Einschlag und einer feinen Tabaksüße.

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Die ersten Züge präsentieren sich überraschend intensiv im Geschmack und liefern ein herrlich ausgewogenes Aroma, dessen Cremigkeit von der dichten Textur des Rauchs zusätzlich hervorgehoben wird. Daneben sind hölzerne und ledrige Noten zu entdecken. Der Zug der Majestic ist leider etwas fest, was jedoch zumindest zum Teil an der von mir getroffenen Entscheidung liegt, die Zigarre anzubohren. Dafür kann der Abbrand über die gesamte Rauchdauer hinweg glänzen. Ebenso erfreulich ist die geschmackliche Entwicklung im letzten Drittel der Zigarre: von hölzernen hin zu bitterschokoladigen Noten sowie von ledrigen hin zu erdigeren Aromen.

Fazit: Die H. Upmann Majestic ist eine feine Havanna zu einem angemessenen Preis von 4,60 €. Gerade jetzt, da die herbstlichen Temperaturen das Rauchen großformatiger Zigarren im Freien unangenehmer gestalten, eignet sich die Majestic hervorragend für einen kurzen, aber aromatischen und ausbalancierten Smoke.

…el rey

Vegueros Entretiempos

Als ich hier vor einiger Zeit über die Tapados geschrieben habe, habe ich bereits angemerkt, dass die Entretiempos in meinen Augen die beste der im Jahr 2013 neu lancierten Vegueros-Zigarren ist. Aufgrund der letzten Preiserhöhung, welche bei dieser Zigarre zwar nur 10 Cent betrug, durchbricht die Entretiempos mittlerweile die psychologisch nicht irrelevante 7-Euro-Marke. Dennoch ist und bleibt sie – wenn es ein kubanischer Alltags-Smoke sein soll – mein Go-to-guy. Auch das zuletzt von mir gerauchte Exemplar hat mich nicht im Stich gelassen…

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Im Vergleich zu den beiden anderen „neuen“ Zigarren von Vegueros ist die Entretiempos dunkler und für mich damit deutlich attraktiver. Auch finde ich ihre Maße – 2,06 mm Durchmesser auf 11 cm Länge – um ein Vielfaches ausgewogener und, in Anbetracht des einen aktuellen Trends hin zu kürzeren und dickeren Formaten, moderner. Die Verarbeitung des Deckblatts ist sehr sauber. Seine Oberfläche ist schön samtig und wird nur von wenigen dünnen Blattadern durchzogen. Der milde Kaltgeruch der Entretiempos verströmt eine betörende Tabaksüße mit Anklängen von Milchschokolade.

Der Einstieg in den Smoke ist herrlich weich ohne jegliche Schärfe. Der Rauch ist cremig und schwer, wodurch er im Mund fast sahnig wirkt. Wie bei nahezu allen bisher von mir gerauchten Exemplaren sind sowohl der Zugwiderstand als auch der Abbrand schlichtweg perfekt und ermöglichen so eine traumhafte Rauchausbeute sowie einen sorgenfreien Genuss. Geschmacklich bietet die Entretiempos durchgehend eine holzige Grundnote, die durch eine feine Süße ergänzt wird. Ebendiese Süße ist einer der Hauptgründe, weshalb ich immer wieder auf diese Zigarre zurückgreife. Im weiteren Verlauf wird der anfangs eher frische, leichte Geschmack etwas schwerer und erdiger, was durch das Aufkommen von mittelkräftigen Röstaromen weiter vorangetrieben wird. In Verbindung mit der Süße sorgen diese Röstnoten für einen fast schokoladigen Touch. Ein fulminantes Finish hat die Entretiempos dann nicht mehr zu bieten, was aber für mich nicht weiter schlimm ist.

Fazit: In dieser Preiskategorie eine meiner liebsten Zigarren!

…el rey

H. Upmann LCDH Connossieur A

2013 wurde das Portfolio der Marke H.Upmann um dieses Genios Format erweitert. Ein logischer Schritt, wenn man den Trend zu großformatigen Zigarren betrachtet. Aber diese Zigarre ist alles andere als eine Modeerscheinung. Die großen, legendären Geschwister wie Sir Winston oder Magnum 50 haben bereits in der Vergangenheit unter Beweis gestellt, welche Finesse und geschmeidigen Aromen diese Formate hervorbringen können. Die Connossieur A hatte 2013 beim ersten Tasting noch ein paar jugendliche Ecken und Kanten. Nach mittlerweile knapp 2 ½ Jahren Lagerung im eigenen Humidorschrank sollte die Zigarre etwas runder geworden sein und die Jugend abgestreift haben.

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Optisch besticht die Connossieur A durch makellose Verarbeitung. Das Deckblatt ist sehr zart, fein durchadert und schlicht eine Augenweide. Ihr Kaltgeruch ist nur noch zu erahnen und tendiert in die Zedernholz-Richtung. Der Zug ist perfekt und die Zigarre legt auf die ersten Millimeter sofort los. Kein Kratzen, keine pfeffrige Schärfe, sondern nur Aromen von Zedernholz, Leder, Tabak und eine leichte Süße. Der Rauch ist unglaublich cremig und kleidet die Mundhöhle merklich aus. Keine Anzeichen mehr von jugendlichen Zicken, sondern ausgereiftes Rauchvergnügen. Im zweiten Drittel kommen Röstaromen gepaart mit einer zarten Espressonote auf. Die Zigarre wird etwas kräftiger und bringt somit die Aromen noch druckvoller zur Geltung. Der Abbrand ist typisch für Kuba und gewinnt wahrscheinlich keinen Schöhnheitswettbewerb, aber das ist bei so einer tollen Zigarre absolut nebensächlich.

Die Asche nähert sich immer weiter der Bauchbinde und ein Abnehmen wird unausweichlich. Leider wird dabei das Deckblatt ein wenig in Mitleidenschaft gezogen, da die LCDH-Bachbinde etwas mit dem Deckblatt verklebt wurde. Aber diese Kleinigkeiten stören nicht auf dem Weg hin zu einem unglaublich leckeren Finish. Die Connossieur A zeigt abschließend, was alles in ihr steckt, bevor sie kurz nach der zweiten Bauchbinde ausgeht. Die Aromen haben sich im letzten Drittel auf Leder, Erde und eine für Upmann typische Holznote konzentriert. Die Süße ist gänzlich verschwunden, dafür begleitet der cremige Rauch die Zigarre bis auf die letzten Züge.

Eine Spitzenzigarre, die eine willkommene Abwechslung zu den übrigen großen Formaten darstellt. In den Aromen etwas breiter gefächert als die Magnum 50, aber etwas schmaler also die Connossieur 1. Letztere bleibt in puncto Finesse und Intensität dennoch unangefochten. Die namentliche Verwandtschaft kommt nicht von ungefähr. Eine Zigarre der Königsklasse!

…el emperador

Saint Luis Rey Regios

Vor einem guten Jahr haben wir schon einmal über die Regios in einem Double Tasting geschrieben. Damals konnte sie jedoch nicht überzeugen. Da sie mittlerweile zu einer meiner meist gerauchten kubanischen Zigarren gehört, soll nun ein kleiner Nachtrag folgen.

Saint Luis Rey gehört nicht für jeden zu den kubanischen Zigarrenmarken von Weltrang, aber wer sich diesen Zigarren widmet wird nicht enttäuscht werden. Vorab sei dennoch vermerkt, dass die Streuung beziehungsweise Qualitätsschwankungen zumindest bei den Regios Formaten etwas deutlicher ausfallen als bei anderen Marken. Das vergangene Double Tasting ist nur ein Beispiel dafür. Dennoch konnten die in der Zwischenzeit probierten Exemplare alle voll und ganz überzeugen. Daher nun ein weiteres Double Tasting in einer Raucherlounge.

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Der Kaltgeruch der beiden Zigarren ist kaum mehr wahrnehmbar. Die Deckblätter kommen in einem schönen, unauffälligen erdigen Braunton daher. Ein paar Unebenheiten sind mit den Fingern zu ertasten, aber nicht weiter schlimm. Nachdem ersten Zug macht sich Erleichterung breit: Der Zug ist angenehm und nicht zu fest. Es kommen sofort leicht fruchtige Aromen auf, gepaart mit den typischen filigranen erdig-holzigen Noten von Saint Luis Rey. Nach einigen Zentimetern fällt auf, dass die Asche der beiden Exemplare sich optisch unterscheidet. Die Neugier ist geweckt und wir tauschen für ein paar Züge die Zigarren.

Das Exemplar mit der weißen Asche, die wie eine Schneeschicht den Aschekegel bedeckt schmeckt intensiver und würziger. Die andere Regios ist zwar auch nicht zu verachten, aber kommt etwas leichter, fruchtiger und holziger im Geschmack daher. Beide Zigarren entwickeln sich bis zum Ende hin nur noch minimal und bleiben damit ihren anfänglichen Linien treu. Keine Überraschungen, auch keine allzu große Abwechslung, aber alles andere als monoton. Ein toller Kuba-Smoke für den Nachmittag. Die anfangs erwähnte Streuung hat sich teilweise im Geschmack widergespiegelt und möglicherweise in Form der verschiedenen Aschefärbungen auch optisch geäußert. Geschmacklich waren beide Zigarren trotzdem sehr lecker und empfehlenswert.

…el emperador

H.Upmann Royal Robusto LCDH

H.Upmann gehört seit langem zu den persönlichen Favoriten, wenn es um aromatische Zigarren aus Kuba geht. 2012 wurde das Portfolio der Marke um eine Robusto erweitert. Dabei handelt es sich um eine exklusive Zigarre, die nur in den La Casa del Habano Geschäften erhältlich ist. Der Preis von 11,20 € ist bei einer Länge von 13,50 cm und einem Durchmesser von 2,06 cm absolut in Ordnung.

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Das Deckblatt ist verhältnismäßig uneben und grob. Man muss sich schon sehr anstrengen, um etwas Kaltgeruch wahrzunehmen. Dem Boxdate zufolge ist die Zigarre schon über ihre Jugend hinaus. Das merkt man auch beim Anrauchen der Zigarre. Keine pfeffrige Schärfe, kein Ammoniak, sondern von Anfang an die für Upmann typischen holzig, erdig, ledrigen Aromen. Der Zug ist sehr angenehm und der Rauch schön dicht und cremig. Man will die Zigarre gar nicht ablegen, da bei jedem weiteren Zug ein angenehmes Wechselspiel zwischen den Aromen stattfindet. Im zweiten Drittel nehmen die Aromen noch etwas zu und es kommt eine kräftige Würze hinzu.

IMG_20151216_125453Die Finesse der H. Upmann Connossieur No. 1 besitzt diese Zigarre nicht, dafür etwas mehr Kraft, Fülle und Würze im Mund. Der Abbrand ist sehr gerade und die grau-schwarz gescheckte Asche ist extrem dicht geschichtet und stabil. Gegen Ende zeigt die Zigarre nochmal, was alles in ihr steckt und legt eine für Kuba eher untypische Stärke an den Tag. Gepaart mit den leckeren Upmann-Aromen läuft sie so einem phänomenalem Finish entgegen. H. Upmann Smoke par excellence!

… el emperador

Hoyo De Monterrey Coronations A/T

Im Mittelpunkt des heutigen Tastings steht eine „günstige“ Kubanerin im Format einer Petit Corona. Die Hoyo Coronations misst 12,9 cm in der Länge und hat dabei einen Durchmesser von 16,66 mm. Preislich liegt sie bei 6,30 €. Holt man sie aus dem weißen Tubo, kann man sich an einer herrlich verarbeiteten Zigarre mit einem relativ dunklen Deckblatt erfreuen, die jedoch kaum einen Geruch verströmt.

HoyoCoronationsATDer Einstieg in den Smoke ist dann aber ein ganz anderer. Die Zigarre startet voll durch. Kräftige Noten von Kaffee und ein insgesamt äußerst voluminöses Aroma mit Röst- und Lederkomponenten überraschen mich. Nach ein paar Minuten wird die Coronations zunehmend weicher und zeigt sogar stellenweise etwas Süße. Holz kommt hinzu und verdrängt das Röstaroma und die ledrigen Noten. Die Cremigkeit des üppigen Rauchs spiegelt sich ab der Hälfte auch ein Stück weit im Geschmack wider. Hier wandelt sich zudem die Süße in eine malzige Fruchtigkeit. Während der Zugwiderstand durchgehend etwas fest ist, zeigt sich der Abbrand von seiner besten Seite. Vernachlässigen darf man die kleine Hoyo allerdings nicht, da sie sonst zum Ausgehen neigt. Gegen Ende des Smokes zieht die Zigarre dann wieder an und ein jeder Zug hinterlässt nun sogar etwas Pfeffer im Rachen. Ein kräftiges, befriedigendes Finish.

Fazit: In dieser Größenordnung wird man kaum eine Kubanerin mit einem intensiveren Aroma finden und ihre Verarbeitung kann die so mancher Havanna auf zweistelliger Preisebene locker in den Schatten stellen. Ich kann sie nur empfehlen.

…el rey

La Gloria Cubana Medaille d’Or No. 4

La Gloria Cubana ist eine weniger bekannte Marke Kubas, obwohl sie bereits seit über 100 Jahren existiert. Die Medaille d’Or No. 4 ist ein sehr dünnes Panatelas Format mit 1,2 cm Durchmesser und einer Länge von 15,2 cm. Obwohl schmale Formate nicht der aktuellen Mode entsprechen, sorgen sie doch immer wieder für eine angenehme Abwechslung zu überdimensionalen „Prügeln“ wie der Texas Lancero von Alec Bradley.

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Äußerlich ist die Zigarre trotz ihrer geringen Oberfläche sehr schön. Das Deckblatt ist sehr glatt, von feinen Adern durchzogen und hat einen zarten Goldschimmer. Vor allem die Verarbeitung sticht bei diesem Exemplar heraus. Der Kaltgeruch ist sehr würzig und mit einer intensiven Kubanote. Nach dem vorsichtigen Anschneiden und Anzünden zeigt diese dünne Zigarre, was in ihr steckt. Dichter, cremiger Rauch und ein passender Zug transportieren die Aromen in den Mund. Aber von den Kubanoten im Kaltgeruch keine Spur mehr. Kein Holz, keine Erde. Stattdessen leicht grasige Aromen mit Anklängen von grüner Paprika.

Der Abbrand ist sehr gerade, aber die dunkelgrau bis schwarze Asche fällt nach wenigen Zentimetern sofort ab. Im Rauchverlauf gehen die grünen, frisch wirkenden Aromen immer mehr zurück und langsam kommen erst holzige und dann endlich erdige Aromen hinzu. Im zweiten Drittel drängen sich diese Aromen immer weiter in den Vordergrund. Ein ungewohntes, aber faszinierendes Wechselspiel für den Raucher und seine Sinne. Zum Ende hin kommt eine pfeffrige Schärfe auf, die leider etwas überhandnimmt. Dennoch lässt sich die Zigarre bequem bis zur Bauchbinde rauchen.

Diese wahrscheinlich noch recht junge Zigarre bietet einen etwa halbstündigen, abwechslungsreichen Smoke. Keine typische Kubanerin, sondern etwas eigenständiger; nicht nur im Format, sondern auch im Preis von 6,40 €. Wer nicht jeden Modetrend mitmacht und gerne etwas Neues ausprobiert, sollte dieser Zigarre eine Chance geben.

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Por Larrañaga Panetelas

Por Larrañaga zählte in der Vergangenheit zu den ganz großen Marken Kubas. Aktuell bietet die Zigarrenmarke ein überschaubares Portfolio. Die Panetelas ist mit 3,20 € die günstigste Zigarre und ein handgerollter Mediumfiller. In diesem Preisspektrum konkurriert sie beispielsweise mit den preiswerten Zigarren der Marken Quintero oder Fonseca.

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Das Deckblatt ist grob und von Unebenheiten geprägt. Aber die schöne braun schimmernde Farbe in Kombination mit der goldenen Bauchbinde macht das wieder wett. Der Kaltgeruch ist würzig mit erdigen Noten. Die ersten Züge bringen einen dichten, cremigen Rauch hervor, der durch den Raum schwebt.

Zuerst schmeckt man ein dominantes würziges Aroma. Dazu gesellen sich holzige und erdige Noten. Für Kuba überraschend vielseitig und erfrischend anders. Auch der Abbrand ist für Kuba untypisch geradlinig. Die Asche ist fest und weiß-grau gescheckt. Im letzten Drittel intensivieren sich die Aromen noch ein wenig. Dazu kommt eine erfrischende Stärke, die das Finish sehr angenehm gestaltet.

Das Zusammenspiel aus cremigem Rauch, vielseitigen Aromen und einer passenden Stärke machen diese Zigarre zu einem kleinen Preiswunder. Etwas vielschichtiger als die Quintero Favoritos und würziger als die Fonseca Delicias. Natürlich sollte man bei dieser Beschreibung die Verhältnismäßigkeit im Auge behalten und von dieser kleinen 3,20 € Mediumfiller-Zigarre keinen großen kubanischen Smoke á la Bolivar erwarten. Dennoch ist sie eine nette Zigarre für einen lockeren Moment bei einem kleinen Glas Whisky.

…el emperador

Romeo y Julieta Churchill

Die Marke Romeo y Julieta gehört zu den bekanntesten Marken Kubas. Eine ganz bestimmte Zigarre aus ihrem Portfolio brachte es zu weltweitem Ruhm. Die Julieta No. 2, besser bekannt unter dem Namen Churchill ist heute noch immer die Referenz für großformatige Zigarren. Ihr Name stammt von dem ehemaligen britischen Premierminister Sir Winston Churchill, der ein leidenschaftlicher Zigarrenraucher war. Ihm wird nachgesagt, dass er die Julieta No. 2 von Romeo y Julieta bei langen abendlichen Gesprächsrunden geraucht hat. Mit ihren Maßen von 17,81 cm Länge und einem Durchmesser von 1,87 cm ist die Zigarre dafür wunderbar geeignet.

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Trotz ihrer Größe wirkt die Zigarre sehr dezent. Die goldene Bauchbinde wirkt sehr zurückhaltend. Das Deckblatt schimmert matt und ist relativ grob durchadert. Der leichte Kaltgeruch lässt sich nur erahnen. Bei großformatigen Zigarren gibt es zu Beginn vermehrt Zugprobleme, aber nicht bei dieser Churchill. Der Zug ist mittel bis leicht und fördert gleich zu Anfang große Mengen Rauch zu Tage. Die typischen kubanischen Aromen sind wie immer nur schwer zu fassen. Sie bewegen sich zwischen holzig, ledrig und erdig.

Die Verarbeitung ist trotz des nicht ganz perfekten Deckblattes sehr gut. Das zeigt sich auch in dem für Kuba relativ einheitlichem Abbrand. Die Asche ist weiß-grau und stabil genug, um die Zigarre nicht permanent in der Senkrechten halten zu müssen. Im zweiten Drittel intensivieren sich die Aromen und neben den erdigen Aromen kommt immer wieder eine ganz leichte holzige Süße auf. Der Rauch legt noch etwas zu und eine gewisse Stärke verleiht den Aromen etwas mehr Abwechslung.

Die Zigarre lässt sich ohne jegliche Schärfe bis zur Bauchbinde rauchen, dann geht sie aus. Nach knapp zwei Stunden in gemütlicher Gesprächsrunde ist einer der angenehmsten, großformatigen Kuba-Smokes vorbei. Man muss dieser tollen Zigarre nur wenig Aufmerksamkeit schenken und kann sich umso besser auf die Unterhaltung konzentrieren oder einfach nur die Seele schweifen lassen. Für 14,80 € bekommt man hier die Ur-Churchill und eine wirklich gute Abendbegleitung. Lässt sich gut mit einem Glas einfachen, konzentrierten Rotweins kombinieren.

…el emperador