Foreign Series

Zigarren, die nicht bzw. zum Zeitpunkt des Reviews noch nicht in Deutschland erhältlich sind.

Tatuaje El Triunfador No. 5

El Triunfador, der Sieger… selbstbewusst ist die Namenswahl für diese Zigarren-Serie aus dem Hause Tatuaje allemal. Die Marke Tatuaje wurde von Don Pepin Garcia und Pete Johnson aus der Taufe gehoben und produziert seit 2003 Zigarren. Der Name ist das spanische Wort für Tattoo und bezieht sich somit auf den Körperschmuck von Pete Johnson. Das von mir verrauchte Exemplar ist die No. 5, was einer Petit Corona entspricht. Die Zigarren werden in Nicaragua hergestellt, woher auch die Tabake für Einlage und Umblatt stammen. Das relativ grobadrige Deckblatt hingegen ist ein Habano aus Ecuador.

eltriunfador

Die Kleine ist optisch sehr unscheinbar, zeigt aber eine solide Verarbeitung. Der Kaltgeruch ist dann wieder um einiges spannender. Die No. 5 verströmt einen würzigen und zugleich süßen Geruch, der es versteht einen Aficionado in Entzückung zu versetzen.

Geschmacklich kann mich die Zigarre dann sogar noch mehr begeistern. Die Tatuaje startet mit einem extrem kräftigen Röstaroma von Kaffee- und Kakaobohnen und trifft damit bei mir voll ins Schwarze. Die Süße, die zuvor noch riechbar war, legt sich allenfalls sehr schwach auf den Lippen ab. Das Zugverhalten ist optimal und angesichts der „Größe“ liefert mir die Petit Corona auch eine ordentliche Portion Rauch, welcher wunderbar cremig ist. Lediglich der Abbrand ist stark wellig und muss von mir doch des Öfteren nachgebessert werden. In Sachen Aromen passiert reichlich wenig. Die Zigarre wird durchweg dominiert von den Kaffee-Röstnoten, die durch Kakao unterstützt werden. Das Aroma schafft es allerdings, die Lust an der Zigarre aufrechtzuerhalten, da es einfach dermaßen intensiv ist. Erst im letzten Drittel gesellt sich eine milde Schärfe, die mehr an Chili als an Pfeffer erinnert, hinzu und verleiht dem bis dato eher monotonen Smoke etwas Pep.

Fazit: Die El Triunfador No. 5 von Tatuaje ist für mich durchaus eine geschmackliche Überraschung, da ich ein so kräftiges Aroma nicht erwartet hätte. Ich sehe großes Potential in diesem Blend, finde aber, dass die Petit Corona einfach zu klein ist, um dieses voll zu entfalten.

…el rey

E.P. Carrillo E-Stunner Siboney

Gibt man „Siboney“ bei Wikipedia ein, steht dort, dass es u.a. der Name einer Stadt auf Kuba, einer Habano-Zigarren-Marke, die in Österreich verkauft wurde, eines Rums und einer Rinderrasse ist. Mit Ausnahme des letzten kann davon alles mit der Welt der Zigarren in Verbindung gebracht werden. Sieht man sich allerdings die Namen der anderen Formate der E-Stunner Serie von E.P. Carrillo an, Brahman, Taurus, Limousin und Corriente, welche ebenfalls Rinderrassen bezeichnen, wird klar, dass sich der Name doch auf die Nutztiere bezieht. In diesem Kontext erscheint auch der Name der Serie in einem ganz neuen Licht. „E-“ als Vorsilbe mit der Bedeutung elektrisch und „Stunner“, was sich mit Wucht oder Überraschung übersetzen lässt, kann als makabere Anspielung auf die Betäubung von Rindern mittels Stromstoß vor der Schlachtung verstanden werden…

E Stunner

Die Zigarre stammt aus der Dominikanischen Republik und entspricht dem Robusto-Format. Die Bauchbinde, welche ich persönlich einfach nur schrecklich hässlich finde, zeigt einen Stier und bestätigt somit meine Rindertheorie. In Sachen Verarbeitung elektrisiert mich die E-Stunner keineswegs, da das Deckblatt mehr schlecht als recht verarbeitet ist, sich teilweise ablöst und auch schnell reißt, da es einfach extrem dünn ist. Immerhin kann mich der äußerst würzige und intensive Geruch besänftigen und auch das tolle Tee-Aroma im Kaltzug hat etwas für sich.

Nach dem Anzünden bin ich zunächst etwas irritiert, da die Siboney sehr mild und weich ist, was ich anhand des Kaltgeruchs nicht erwartet hätte. Der Einstieg in den Smoke ist geprägt von Holz und einer leichten Cremigkeit ohne jegliche Schärfe oder Bitterkeit. Im Gegenteil, stellenweise ist die Zigarre fast fruchtig süß. Auch das optimale Zugverhalten sowie der gleichmäßige Abbrand sprechen für eine bessere Verarbeitung im Innern der Zigarre und lassen mich so das unzureichende Deckblatt zunächst vergessen. Ab der Hälfte hat die E-Stunner dann aber einen Kurzschluss oder Stromausfall. Die ohnehin milden und schwachen Aromen werden noch dünner und auch der bis dato perfekte Abbrand macht Probleme. Die Zigarre geht grundlos aus und es muss minütlich mit dem Feuerzeug wiederbelebt werden. Das geht soweit, dass ich die Siboney sogar vorzeitig ablege.

Fazit: Die E.P. Carrillo E-Stunner Siboney konnte mich nicht überzeugen, was primär an der schlechten Verarbeitung dieses Exemplars lag. Geschmacklich hat sie mit ihrem leichten, fruchtigen Aroma für manch einen sicherlich das Potential für einen milden Nachmittags-Smoke, für mich bleibt es aber bei dieser einmaligen Erfahrung.

…el rey

E.P. Carrillo Inch 62 C-99

„Das Netz der Spinne“

imageHeute haben wir eine optisch sehr interessante Zigarre, nämlich die „Inch 62 C-99“ von Ernesto Perez-Carrillo, kurz EPC. Für diejenigen, die mit diesem Namen nichts anfangen können, EPC hat die Serie „La Gloria Cubana“ gegründet, welche in Deutschland unter dem Namen „El Credito“ angeboten wird. Dieses Label verkaufte er allerdings wieder und startete neu unter seinem eigenen Namen.

„INCH“ einfach deshalb, weil wir es bei dieser Serie ausschließlich mit sehr großen Ringmaßen zu tun haben. Die Banderole stellt eine Art Lineal dar, was, wie ich finde, eine nette Idee ist. In unserem Fall haben wir das Ringmaß 62 und das ist, sprichwörtlich gesagt, schon ein ordentliches „Kaliber“, wahrscheinlich befindet sich auch deshalb zusätzlich ein Patronenboden auf der Bauchbinde, was die Wuchtigkeit des Formats unterstreicht.

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Äußerlich möchte ich noch anmerken, dass selbst die feinsten Blatt-Äderchen zu erkennen sind. Wie ein Spinnennetz legt sich dieses ecuadorianische Deckblatt um seine nicaraguanische und hauptsächlich dominikanische Einlage.

Der Kaltgeruch verströmt eine angenehme Frische, fast schon ein minziges Aroma. Die Verarbeitung erscheint gut und die Zigarre locker gerollt, wodurch der Zug sehr leicht ist, das dicke Format bietet hier kaum einen Zugwiderstand.

Geschmacklich beginnt sie sehr sanft und ausgewogen, leicht strohig mit vereinzelt nussigen Anklängen. Im weiteren Verlauf muss ich leider Abstriche in Sachen Performance machen. Immer wieder entwickelt sich ein starker Schiefbrand, welcher sich nicht selbst korrigiert und teilweise bis zu 1 cm nachgefeuert werden muss. Dennoch bleiben uns ein intensives Aroma und Geschmack erhalten. Auch die Asche bestätigt uns die sehr lockere Rollung, teilweise fliegt sie von selbst weg, wenn auch bedingt durch das leichte Lüftchen an diesem Tag. Je weiter wir uns der Bauchbinde nähern, desto intensiver und kräftiger wird die Zigarre. Das sorgt nochmal für einen Freudenschub, da ich weniger ein Freund von milden, leichten Zigarren bin. Wieder und wieder muss ich nachfeuern, was gegen Ende leider auch noch in einen Tunnelbrand mündet. Daher lege ich sie dann auf Höhe der Bauchbinde ab.

Fazit: Für einen Preis von knapp 8 € erhält man eine runde, aromatische und angenehme Zigarre, die sich hervorragend für einen leichten Nachmittags-Smoke eignet. Die Minuspunkte im Bereich der technischen Funktionalität schiebe ich mal auf das „Montags-Exemplar“. Ich habe noch die dickere Variante im Humidor und werde natürlich auch zu dieser Zigarre ein Review nachschieben.

…el príncipe

 

CAO Flathead Camshaft 554

Kinoabend: Karges Wüstenland, Benzin, Öl, Feuer und Explosionen im Sekundentakt, das Ganze untermalt durch das mächtige Wummern von amerikanischen V8-Motoren. Ganz klar, das ist der neue Mad Max. Passend dazu habe ich mir im Vorfeld die CAO Flathead Camshaft 554 angezündet. Die Flathead hat ihren Namen daher, dass der Kopf der Zigarre nicht die typische Rundung oder gar Torpedospitze zeigt, sondern flach abschließt. Das ist an die Flathead-Bauweise, die sich oft in amerikanischen V8-Motoren findet, angelehnt. Dabei sind die Ventile seitlich und nicht über dem Brennraum angeordnet, wodurch sich ein sehr flacher Zylinderkopf ergibt. Um die Verbindung mit der Motorenwelt noch zu unterstreichen, erhielt die Zigarre den Beinamen Camshaft, dt. Nockenwelle.

flathead2Die CAO Flathead Camshaft 554 stammt wie ihre Einlage aus Nicaragua, was zwar nicht für den Bau von Motoren, dafür umso mehr für das Rollen erstklassiger Zigarren bekannt ist. Die schwarz-silberne Bauchbinde greift ebenfalls das Motor-Design auf und auch das extrem dunkelbraune Connecticut Broadleaf Deckblatt erinnert doch stark an das Öl im Motorraum.

Die Zigarre gibt einen tollen Geruch mit einer dunklen Aromatik ab. Man riecht einen Hauch von dunkler Schokolade und Kaffee. Die Zunge wird dann zuerst von einer sanften Würze erreicht. Es folgen ebenfalls sehr dunkle, schwere Aromen, die aus der Ecke Bitterschokolade und Espresso kommen. Die boxpressed Zigarre hat zwar einen etwas schwergängigen Zug, versorgt mich aber dennoch mit einer ordentlichen Rauchmenge. Leider ist der Abbrand von Beginn an sehr schief, fängt sich aber nach einmaligem Korrigieren und bleibt dann mehr oder weniger gerade. Im zweiten Drittel kehrt die anfängliche Würze wieder und bringt eine leichte Schärfe mit sich, welche aber nicht unangenehm ist, da sie sich schön in die kräftige Charakteristik der Zigarre einfügt. Hinzu kommt noch ein sehr dunkles Holzaroma. Im letzten Drittel ziehen sich mit Ausnahme der Bitterschokolade alle Aromen zurück, was für mich persönlich ein grandioses Finish darstellt.

flathead3Fazit: Die CAO Flathead Camshaft 554 ist nicht nur ein optischer Hingucker oder gar Marketing-Gag. Vielmehr ist sie eine gute Zigarre, die mich mit ihrem Aroma teilweise an eine Maduro erinnert. Die Performance hat zwar die eine oder andere Schwachstelle, was den Smoke aber nicht nennenswert trübt und mich leicht eine Empfehlung aussprechen lässt. Noch ist die Flathead allerdings nicht regulär in Deutschland erhältlich…

…el rey

 

CAO America Potomac

„The American Dream“

Selbstverständlich freuen wir uns über jeden Kommentar, positive Resonanz und Wünsche sowie Anregungen. Kürzlich wurde sich per Kommentar ein Review zu dieser Zigarre gewünscht. Wir hätten sie ohnehin gereviewed, allerdings nicht so zeitnah. Es handelt sich wirklich um eine herausragende Zigarre, daher wollte ich mir diese in Deutschland nur schwer erhältliche Serie aufsparen… aber Wunsch ist Wunsch!
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Wie die Brazilia und die Italia von CAO ist auch die America dem Land in ihrem Namen gewidmet. Nur ist sie, im Gegensatz zu den anderen beiden Serien, ebenso wie die Colombia nicht in Deutschland erhältlich. Diese CAO America nennt sich POTOMAC; wieso Potomac werden sie sich fragen, nun zumindest habe ich mich das gefragt. Potomac ist ein 615 km langer Fluss in Virginia. Der U.S.-Bundesstaat Virginia ist ja bekannt für seinen Tabakanbau, doch die Namensgebung hat meiner Interpretation nach einen anderen Ursprung. Potomac bezeichnet auch eine Konföderation, die aus einem Bündnis von 30-40 Indianerstämmen zwischen 1597 und 1607 bestand. Die erste Entdeckung des Tabakgenusses ist ja auf 1492 zurückzuführen, als Christoph Kolumbus Amerika entdeckte, wo die Ureinwohner bereits dieses herrliche Naturprodukt konsumierten. Eine Zigarre der America-Serie von CAO also nach einem Amerikanischen Ureinwohner-Stamm zu benennen könnte passender nicht sein!

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Im brasilianischen Umblatt befinden sich als Einlage Blätter aus Nicaragua, der Dom-Rep, Italien und den USA. Besonders hervorzuheben ist hier aber das Deckblatt, welches nicht nur optisch durch seine Besonderheit glänzt, sondern auch geschmacklich und technisch einwandfrei funktioniert. Und zwar wurden hier zwei unterschiedliche Connecticut-Deckblätter verwendet. Zum einen ein helles Broadleaf und darüber ein dunkles Shade. Sie ist so gerollt, dass das helle Deckblatt noch als Streifen sichtbar ist, das Ganze nennt sich dann „Pinstripe“ und sieht einfach wundervoll aus.

Vom ersten Exemplar dieser Zigarre war ich ab dem ersten Zug bereits so begeistert, dass ich mir keine Notizen machen wollte, um einfach absolut entspannt genießen zu können. Nun habe ich mein zweites und leider vorerst letztes Exemplar aus dem Humidor geholt und genauer unter die Lupe genommen. Auf das Äußere brauche ich nicht weiter einzugehen, was allerdings noch auffällt sind grobe, punktuelle Verhärtungen, die man unter dem Deckblatt spürt. Da das auf die Funktionalität und den Geschmack keine Auswirkungen hat, lasse ich die Spekulationen über die Entstehung dieser „Hubbel“ bleiben. Nichtsdestotrotz ist die Haptik dieser Zigarre hervorragend, sie liegt schwer in der Hand und wirkt schon durch das Abtasten sehr gehaltvoll.

Abgesehen von einem Tee-Aroma beim Kaltzug, vermag ich durch Riechen vor dem Anfeuern keine weiteren Aromen auszumachen. Also warte ich nicht lange und feuere dieses Prachtstück an. Und da ist sie wieder! Die Begeisterung schlägt mir mit dem ersten Zug ins Gesicht! Herrliches Frühlingswetter, gute Gesellschaft, ein leichtes Lüftchen, dass uns Abkühlung in der Mittagssonne verschafft und diese Zigarre, was will man mehr!?

Der enorme Smoke-Output ist wunderbar weiß und cremig, fast wie Sahne im Mund. Geschmacklich beginnt sie direkt nussig, was in Kombination mit dieser sich im Mund ablegenden Cremigkeit doch sehr stark an Erdnussbutter erinnert. Im Hintergrund schwingt dezent eine leichte Pfeffrikeit mit, diese verfliegt aber mit der Zeit. Beiläufig begleitet einen auch immer wieder eine leichte Süße, was das Peanut-Butter-Falvour noch verstärkt. Zur Mitte hin klingen die lieblich süßen und nussigen Noten langsam ab und es tritt ein ledrig-erdiges Aroma zum Vorschein, begleitet von Kaffee-, Espresso-Röstaromen. Das Aroma ist außerordentlich kräftig und präsent. Es Bedarf nur wenig Konzentration, um die einzelnen Flavours zu erschmecken.

Sehr begeistert hat mich zusätzlich noch die Performance. Trotz leichtem Wind erfreut man sich von Anfang bis Ende an einem gleichmäßigen Abbrand sowie einem Kegel nach dem Abaschen. Auch der Zugwiderstand ist genau richtig, etwas schwerer als der Durchschnitt, allerdings perfekt, um einem bei jedem Zug den reichhaltigen Inhalt zu bestätigen.

imageFazit: Für rund $ 7  bekommt man hier, wenn man sie denn bekommt, eine mehr als nur preiswerte Zigarre. Nicht dass ich möchte, dass der Preis erhöht wird, aber diese Zigarre verkauft sich unter ihrem Wert und könnte durchaus, wenn sie auf dem deutschen Markt erschiene, für 8-12 € verkauft werden. Wir haben schon zahlreiche Zigarren geraucht, die wesentlich teurer waren und nicht im Ansatz an die Vollkommenheit dieser Zigarre herangereicht haben. Sie ist eine weiche, runde, cremig, nussige, vollaromatische Zigarre, die im Gesamtbild von Preis und Geschmack bei mir ganz, ganz weit oben steht. Wir sind auf jeden Fall für eine Markteinführung dieser Zigarre und hoffen, dass der Aufschrei der deutschen Aficionados bis zu CAO reicht, um das zu bewirken.

el príncipe

CAO Colombia Vallenato

Wie die Brazilia und die Italia Serie von CAO ist auch die Colombia dem Land in ihrem Namen gewidmet. Nur ist sie, im Gegensatz zu den anderen beiden Serien, nicht in Deutschland erhältlich. Das hier gerauchte Exemplar nennt sich Vallenato und kommt aus Nicaragua. Dort wird eine Einlage aus Kolumbien sowie Brasilien mit einem Umblatt aus Kamerun und einem Jamastran-Deckblatt zu einer wunderschönen 5 x 56 Zigarre vereint.

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Die Vallenato ist erstklassig verarbeitet, ihr hellbraunes Deckblatt zeigt dünne Blattadern und weist eine leicht raue Textur auf. In Sachen Geruch ist sie sehr zurückhaltend und auch der Kaltzug offenbart nur äußerst schwache Aromen von Holz sowie Stroh.

Schon während dem Anzünden weiß mich der perfekte Zugwiderstand der CAO zu begeistern und liefert mir tonnenweise cremigen Rauch. Geschmacklich jedoch passiert nicht allzu viel. Im gesamten ersten Drittel werden mir lediglich die zuvor erwähnten holzig-strohigen Noten geboten, welche durch eine gewisse Cremigkeit ergänzt werden. Dadurch wird der Vallenato ein sehr sanftes und angenehmes Gesamtprofil verliehen. Des Weiteren besitzt diese CAO keinerlei Stärke. Auch das zweite Drittel ist eher monoton und greift nur die wenigen Aromen des ersten auf. Endlich, zu Beginn des letzten Drittels, kann ich eine Entwicklung feststellen. Die Geschmackspalette wird durch wunderbare Kaffeenuancen erweitert, welche die Cremigkeit reduzieren, indem sie eine milde Bitterkeit beisteuern. Gegen Ende des Smokes werden noch mehr Bitternoten und auch ledrige Aromen eingestreut. In Sachen Abbrandverhalten schlägt sich die Vallenato sehr gut und verursacht keinerlei Probleme.

Fazit: Die CAO Colombia Vallenato ist eine extrem milde Zigarre mit einem schmalen und monotonen Aromaprofil; und doch ist sie keineswegs schlecht. Sie bietet eine tadellose Performance und eignet sich perfekt für einen milden, entspannenden Nachmittags-Smoke. Man muss aber auch sagen, dass der deutsche Markt hier nicht allzu viel verpasst.

…el rey

Ortega Serie D Black

ortega5Die Ortega Serie D Black ist die neuste, von Eddie Ortega geschaffene Zigarrenlinie. Gerollt werden die Zigarren dieser Serie in der Fabrik von My Father Cigars, was auch ihre herausragende Verarbeitung erklärt. Das von mir verrauchte Robusto Format, mit einer Länge von 12,70 cm und einem klassischen 50er Ringmaß, liegt preislich bei 840ct.. Beim Deckblatt hat man sich für ein ecuadorianisches Habano entschieden, während sowohl für das Umblatt als auch die Einlage Tabake aus Nicaragua verwendet wurden. Optisch besticht das Deckblatt durch einen Farbton, der in Richtung dunkler Kaffeebohnen geht. Es ist von Blattadern verschiedenster Dicke durchzogen und schürt, im Zusammenspiel mit einem herrlich öligen Schimmer, in mir die Vorfreude auf den Smoke. Die Bauchbinde dagegen ist schlicht in schwarz/gold gehalten und schafft so einen schönen Kontrast zum Tabak.

ortega3Der Kaltgeruch gibt natürlich intensive Aromen von Zedernholz, Pfeffer, süßem Tabak und etwas Kakao preis. Nach dem Anfeuern sind die ersten Züge von einer kräftigen roten Pfeffernote bestimmt, bis diese allmählich abschwächt und Platz für Zedernholz, Tabak und Kakao macht. Im weiteren Verlauf tritt eine schwache Erdigkeit hinzu, die der Zigarre, in Verbindung mit Holz, Pfeffer und Tabak, einen eher wadligen Grundton verleiht. Als Gegenpol dazu stehen die tiefgängigen Kakaoaromen, die dann mit Beginn des zweiten Drittels mehr und mehr von einer angenehmen Honigsüße getragen werden. Dazu gesellen sich Kaffee und blumige Noten. Mir persönlich gefällt diese Entwicklung, da die waldige Aromenpalette bis dahin doch stark dominiert hat und die Zigarre Gefahr lief zu einseitig zu werden. Vom Stärkegehalt her forciert sich die Ortega Serie D Black nun spürbar und verlässt damit den mittelkräftigen Bereich. Während des letztes Drittels bleibt dieses Geschmacksbild in seinen Grundzügen bestehen und wird lediglich von einer schönen Cremigkeit ergänzt, die den bestehenden Aromen zu noch besserer Geltung verhilft. Was die technische Seite angeht, habe ich vom ersten Zug an von der perfekten Rollung in der My Father Cigars Fabrik profitiert. Die Abbrandlinie war kreisrund und messerscharf, was, zusammen mit dem ideal austaxierten Zugwiderstand, zu einem phänomenalen Rauchoutput geführt hat.

Fazit: Traumhafte Verarbeitung trifft solide Aromatik. So lässt sich die Ortega Serie D Black Robusto auf den Punkt bringen. Die Kombination aus Pfeffer, Holz, Tabak und Erde auf der einen und Kakao, Honig und Kaffee auf der anderen Seite, hat mich persönlich gänzlich überzeugt.

…el barón

Arturo Fuente Especiales Cazadores

Diese Arturo Fuente entstammt der Especiales Serie aus der Dominikanischen Republik und nennt sich Cazadores. Die Especiales Serie ist hierzulande nicht erhältlich, jedoch fand dieses auf Hawaii erworbene Exemplar im Innern eines Koffers seinen Weg nach Deutschland.

Foto 30.03.15 11 11 55Die Cazadores hat eine Länge von 15,24 cm und ein 50er Ringmaß, sie entspricht also dem Toro-Format. Preislich liegt sie bei ca. $ 5, was innerhalb der USA allerdings stark schwankt. In jedem Fall ist sie günstiger als vergleichbare Formate anderer Serien von Arturo Fuente. Auch ihre Bauchbinde unterscheidet sich stark von den übrigen, hierzulande bekannten Linien und wirkt im Vergleich etwas schlichter, sehr böse ausgedrückt: billiger. Die Zigarre selbst macht einen eher rustikalen Eindruck, was durch deutliche Dehnspuren am Fuß des ecuadorianischen sun-grown Deckblatts, welches für Arturo Fuente auf der Plantage von Oliva angebaut wird, noch weiter verstärkt wird. Zudem ist sie am Fuß relativ locker gerollt.

Im Kaltgeruch ist die Cazadores schön blumig, leicht süßlich und wird dabei von Zedernholz dominiert. Hinzu kommt ein Kaltzug mit Noten von Stroh und ebenfalls Holz, gepaart mit einer milden Würze.

Nach dem Anzünden ermöglichen ein perfektes Zugverhalten und der daraus resultierende üppige sowie cremige Rauch eine problemlose Erkundung der Aromen dieser Zigarre. Als erstes erreicht die Zunge eine leichte Pfeffernote, gefolgt von holzigen und toastigen Nuancen sowie einer immer stärker werdenden Cremigkeit. Nach etwa einem Zentimeter verschwindet der Pfeffer komplett und wird ersetzt durch eine subtile Süße. In diesem Aromenspektrum von Holz, Toast-/Röstnoten und dieser herrlich cremigen Süße bewegen sich das erste sowie das zweite Drittel der Cazadores. Erst im letzten wandelt sich die Zigarre. Die Süße klingt rapide ab und es stellt sich eine Bitterkeit ein, die in Kombination mit den Röstaromen eine Assoziation mit Kaffee bei mir hervorruft. Hinzu kommen mehr und mehr ledrige Einschläge. Ich persönlich finde das herbere Ende der Cazadores sehr schön, da die bisher sehr milde Zigarre so schlussendlich doch ein „sättigendes“ Gefühl hinterlässt. Wie eingangs erwähnt, ließen weder Zugwiderstand noch Rauchmenge/-textur Wünsche offen und auch der Abbrand war stets einwandfrei.

Fazit: Die Arturo Fuente Especiales Cazadores ist eine wunderbare Zigarre für einen mehr als guten Preis. Schade, dass es sie in Deutschland nicht gibt… hätte ich gewusst, dass sie so gut ist, hätte ich mehr als nur ein Exemplar davon mit nach Hause gebracht.

…el rey

Alec Bradley New York

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New York. Keine Stadt auf diesem Planeten steht mit ihren Wolkenkratzern wohl sinnbildlicher als Manifest des menschlichen Willens und die Erfüllung großer Träume. Vor diesem Hintergrund hat auch Alec Bradley seine Zigarrenserie New York dem Big Apple als Hommage gewidmet. Das von mir verrauchte Empire (Toro) Format, mit einer Länge von 15,24 cm und einem 54er Ringmaß, liegt preislich bei 680ct.. Als Tabakzusammensetzung wurde sowohl für das Deck-, wie auch das Umblatt ein honduranisches Criollo ´98 Trojes verwendet, während für die Einlage eine Tabakmischung aus Nicaragua und Honduras ausgewählt wurde. Optisch besticht das Deckblatt durch einen gemäßigten Braunton, dem ein leicht rotbrauner Stich innewohnt. Durchzogen ist es von nur dünnen Blattadern, was im Zusammenspiel mit einem herrlich öligen Schimmer förmlich zum Anfeuern einlädt. Mein positiver Eindruck wird durch eine ebenmäßige Rollung, in Verbindung mit einem hohen Eigengewicht, welches für eine höhere Menge an verwendetem Tabak spricht, noch weiter verstärkt.

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Der Kaltzug offenbart Aromen von Kakao und Zedernholz sowie eine intensive Würze. Nach dem Anfeuern trifft mich ein weiteres mal eine Wolke aus rotem Pfeffer, die sich bei der Alec Bradley aber nach wenigen Zügen glücklicherweise wieder verzieht und Platz für Eichenholz, süßen Tabak und etwas Karamell macht. Im Hintergrund schwingt beständig eine schwache Erdnote mit. Doch damit war es das mit der Geschmacksvielfalt dann auch. Im zweiten Drittel entwickelt die Empire eine schöne Cremigkeit, wodurch die bestehenden Aromen von Holz, Tabak, Erde und Karamell noch besser zur Geltung kommen. Nachdem ich die Hoffnung auf eine breiter gefächerte Aromatik schon fast begraben habe, keimt ab der Hälfte eine zusehends kräftiger werdende Nussigkeit auf. Im weiteren Verlauf intensiviert sich die Würze dann auch wieder, was bei der Zigarre zu einer Kodominanz von Nuss und Pfeffer führt. Erde, Holz und Tabak sind nur noch schwach wahrnehmbar. Mit diesem Geschmacksbild endet die Alec Bradley New York Empire dann auch nach ca. 85 Minuten. Von der technischen Seite her, war der Smoke allerdings von Beginn an problembehaftet. Angefangen mit Tunnelbrand, der mehrfach korrigiert werden musste, über einen etwas zu hohen Zugwiderstand, bis hin zu dünnem Rauch.

Fazit: Geschmacklich ist die New York Empire in sich stimmig. Allerdings wirkt gerade ein größeres Format, wie die Toro, wenn keine nennenswerte Geschmacksentwicklung stattfindet, mit der Zeit etwas monoton. Ich muss aber auch zugeben, dass die Zigarre nur sehr kurz in meinem Humidor lagerte, was ihre Aromatik positiv hätte beeinflussen können. Die technischen Mängel schiebe ich mal auf dieses Exemplar und werde darüber endgültig erst nach weiteren urteilen.

…el barón

Carlos Torano Vault Blend D-042

Mit der Vault ist eine weitere Serie von Carlos Toraño bei uns auf dem Prüfstand. Die Besonderheit des hier getesteten Corona Gordo Formats, mit einer Länge von 14,29 cm und einem schlanken 46er Ringmaß, liegt darin, dass das von mir verrauchte Exemplar Teil des speziellen D-042 Blends ist, der leider in Deutschland nicht erhältlich ist. Schon in seiner Tabakzusammensetzung unterscheidet sich dieser stark von den hierzulande verkauften Zigarren der Serie. Als Deckblatt wurde ein ecuadorianisches Habano ausgewählt, welches ein Habano aus Nicaragua als Umblatt sowie eine nicaraguanische Pennsylvania Einlage umschließt. Zumindest optisch ist die Vault Blend D-042 schon ein Genuss. Ihr Deckblatt weist einen dunklen Erdton auf und ist von gröberen Blattadern durchzogen, welche dem Ganzen einen sehr natürlichen Eindruck verleihen. Die Doppel-Zigarrenringe sind in rot/gold gehalten und kontrastieren perfekt mit der tiefen Farbe des Tabaks. Auf Grund der Tatsache, dass mein Exemplar direkt aus Amerika kommt, wo es keine Preisbindung wie bei uns gibt, lässt sich kein einheitlicher Preis festlegen. Zumindest in meinem Fall lag er bei 750ct..

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Bereits der Kaltzug eröffnet differenzierte Aromen von Zedernholz, Leder, Kakao, Würze und einer Art Lebkuchen. Nach dem Anfeuern trifft mich dann aber als aller erstes eine kräftige Wolke aus rotem Pfeffer, die schön auf der Zunge bitzelt. Doch bereits nach wenigen Zügen bildet sich eine herrliche Süße aus, bestehend aus Kakao und Lebkuchen, getragen von einer schönen Cremigkeit. Im Hintergund schwingt eine schwache Note von natürlichem Tabak, der sehr gut zur Süße passt und den Geschmack im Nachgang abrundet. Ich muss sagen, es macht richtig Spaß diese Zigarre zu rauchen. Während ich windgeschützt in der Sonne sitze, eröffnet sich mir ein wunderbarer Karamellton, der ihre süße Seite weiter unterstützt. Mit Beginn des zweiten Drittels fächert sich die Vault D-042 noch breiter auf und liefert Aromen von Schwarzbrot, Vanille und Muskat. Im Zusammenspiel mit Kakao, Lebkuchen, Karamell und rotem Pfeffer verleihen sie der Zigarre einen unglaublichen Tiefgang. Es ist wirklich traurig, dass dieser Blend in Deutschland nicht erhältlich ist, denn er steckt unseren bei weitem in die Tasche. Allerdings kommt im letzten Drittel dann geschmacklich ein kleiner Wermutstropfen. Die Tabaknote wandelt sich hin zu einer kräftiger werdenden Nikotinnuance, die einem etwas zu Kopf steigt und die Zigarre ein wenig unrund macht. Nichtsdestotrotz ist sie noch immer absolut überzeugend. Vor allem ihre klaren, ausgeglichenen Aromen von Kakao, Karamell und dieser Tick Schwarzbrot sorgen dafür, dass sie zu keinem Zeitpunkt langweilig schmeckt. Während der ca. 75 minütigen Rauchzeit war ihr technisches Verhalten eher durchwachsen. Insbesondere die über weite Strecken sehr wellige Abbrandlinie machte mir Sorgen und musste das ein oder andere Mal begradigt werden. Der Zug war anfänglich etwas schwergängig, öffnete sich jedoch im weiteren Verlauf und sorgte so für ausreichend schweren, milchigen Rauch.

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Fazit: Geschmacklich absolut überzeugend. Technisch doch verbesserungswürdig. Wem sich die Chance bietet, an diesen Blend ranzukommen, der sollte meiner Empfehlung nach sofort zuschlagen und sich ein paar Exemplare sichern. Diese herrliche Süße der Zigarre schafft einfach ein solches Rauchvergnügen; das muss man erlebt haben.

…el barón