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Te Amo Revolution Short Robusto

revolution4Ab und zu muss man mal etwas ganz anderes probieren… Genau diesen Gedanken hatte ich, als ich mir im Humidor eines Zigarrenhändlers stehend die Te Amo Revolution Short Robusto ausgesucht habe. Für 4,80 € bekommt man mit ihr eine 2,30 cm dicke, 10,79 cm kurze Zigarre, deren Deck- und Umblatt ein San Andrés aus Mexiko ist. Als Einlage dienen nicaraguanische und mexikanische Tabake. Optisch macht die Kleine durchaus einiges her, was aber primär an der auffälligen Bauchbinde liegt. Das Deckblatt nämlich ist extrem grob und am Kopfende eher mäßig verarbeitet.

Revolution1Der intensive Kaltgeruch der Revolution bietet Aromen von Stall und Holz sowie eine ordentliche Portion Würze. Die ersten Züge starten mit einer milden Schärfe auf den Lippen und der Zungenspitze, die sich jedoch rasch im Mund verliert und in einen cremigen Abgang übergeht. Ich gebe zu, dass meine Erwartungen an eine günstige Zigarre aus Mexiko nicht allzu hoch waren, doch es dauert nicht lange und die Short Robusto sorgt für eine ziemliche Überraschung, indem sie im ersten Drittel wunderbare Schokoaromen entwickelt, deren Süße sich mit einer Prise bitterer Holznoten perfekt die Waage hält. Da auch der Zugwiderstand genau richtig ist und die Zigarre eine stattliche Menge Rauch abgibt, könnte ich zufriedener kaum sein. Man bekommt es beinahe nicht mit, doch die schokoladigen Aromen verschwinden allmählich und gehen im zweiten Drittel in eine Kaffeenote über. Kurz kommen zudem noch nussige Nuancen hinzu, bevor die Zigarre mit einem Mal ihre gesamte Aromatik verliert und nur noch einen bitteren, holzigen Geschmack liefert. Zwar hoffe ich auf eine Rückkehr der Schoko- oder Kaffeearomen, werde jedoch enttäuscht, da sich die Revolution bis zum Ende nicht mehr fängt. Doch auch wenn der Geschmack es nicht vermochte, so konnte zumindest der Abbrand dieser Zigarre bis zum Schluss für vollste Zufriedenheit sorgen.

Fazit: Alles in allem ist die Te Amo Revolution Short Robusto eine durchaus (b)rauchbare Zigarre, die technisch einwandfrei ist und auch in Sachen Geschmack schöne Momente bietet. Für 4,80 € sicher einen Versuch wert.

…el rey

Domaine de Lavalette Brazil

Im Rahmen eines BarriqueundZeder-internen, nachmittäglichen Smokes, habe ich nun die Domaine de Lavalette Brazil im Robusto Extra Format, mit einer Länge von 13,97 cm und einem 50er Ringmaß, verraucht, die mich als kostenlose Probe von cigarworld erreichte. Für sie wurden ausschließlich brasilianische Tabake, von denen vor allem das Mata-Fina Deckblatt heraussticht, verwendet. Doch bereits optisch macht diese Zigarre keinen guten Eindruck. Das Deckblatt ist viel zu dünn und brüchig. Darüberhinaus liegt sie ungewöhnlich leicht in der Hand, was für eine geringe Menge an verarbeitetem Tabak spricht. Auch die unscheinbar gehaltene Bauchbinde tut nichts für die Domaine de Lavalette Brazil.

domaine1

Geschmacklich wird sie beworben als „süßlich-süffig“. Doch bereits der Kaltzug erregt massive Zweifel, ob das der Wahrheit entspricht. Denn er ist absolut nichtssagend. Lediglich eine schwache Würznote, die jedoch nur bei gehöriger Anstrengung ausgemacht werden kann, ist schmeckbar. Nach dem Anfeuern setzt sich das Trauerspiel dann direkt fort. Die einzigen Aromen, die mich erreichen, sind solche von Nikotin, Tabak und etwas Benzin. Doch die Krönung ist, dass ich für diesen „Geschmack“ auch noch hart arbeiten muss, da der Zugwiderstand so hoch ist, dass eine nennenswerte Rauchentwicklung kaum möglich ist. Trotzdem hoffe ich, dass sich die Zigarre noch zum Guten wendet, und rauche weiter. Doch das tut sie leider nicht. Ihre einzige aromatische Entwicklung ging dahin, dass sie eine feuchte Waldnote entwickelte, die im Zusammenspiel mit dem Nikotin und den schwachen Benzinnoten eine fast schon abartige Komposition darstellt. Alles in allem ist die Domaine de Lavalette Brazil für mich nicht rauchbar, da sie einem jegliches Vergnügen am Smoke nimmt. Aus diesem Grund lege ich sie nach ca. 30 Minuten beiseite. Bis dahin hat sich auch der Zug nicht verbessert. Was mir jedoch richtig sauer aufgestoßen ist, war, dass die Asche regelrecht Löcher aufwies, was einer fehlerhaften Rollung geschuldet war. Auch könnte dies an zu wenig verwendetem Tabak liegen, was das geringe Gewicht der Zigarre erklären würde.

Fazit: Die Domaine de Lavalette Brazil verdient den Namen „Zigarre“ nicht. Denn er steht in meiner Welt für aromatisches, hochwertiges Rauchwerk. Die Domaine ist nichts davon und erst recht kein Geheimtipp. Die 265ct., die sie regulär kostet, sind in diesem Fall 265ct. zu viel.

…el barón

Guaranteed Jamaica Petit Robusto

„Die Dampflok“

Zu aller erst war dieser Kauf nur einer von vielen Versuchen, eine günstige Alternative für den Alltag zu finden. Um einmal eine neue Ecke zu testen und weil einem direkt die Bauchbinde mit Geldscheinoptik ins Auge springt; sofort in den Warenkorb!guranteed jamaica

Die Guaranteed Jamaica Petit Robusto hat nahezu keinen Zugwiderstand, sie brennt makellos ab und die gleichmäßige Schichtung der Asche lässt auf eine gute Verarbeitung schließen. Geschmacklich kommt sie mit etwas völlig neuem um die Ecke! Sie ist nur sehr schwer in die klassische erdig… nussig… Aromenpalette einzuordnen; wir konnten ihr einen Hauch von Räucherstäbchen abgewinnen, dennoch bleibt dieser Jamaica-Tabak völlig eigenständig, aber sehr lecker!

Und nun zum größten Faktor, warum diese Zigarre mir so eine Freude bereitet hat:

Man denkt schon nach den ersten Zügen, dass hier James Watt der Master-Blender war, denn diese Petit Robusto hat mehr Smokeoutput als eine Dampfmaschine. Dennoch absolut angenehmes Rauchverhalten im Mund, ohne Kratzen.

Hier habe ich für mich eine Zigarre entdeckt, die mit ihrem Preis von 3,50 € dem Geldbeutel nicht wehtut und mit dem kleinen Format perfekt für den Smoke zwischendurch gewappnet ist.

… el príncipe

Hernández & Ruíz Belicoso

Panama ist immer noch für viele Zigarrenraucher ein unbekannter Ort. Die Marke Hernández & Ruíz (kurz H&R) aus Panama hat das Potenzial den Horizont so manchen Rauchers zu erweitern und Panama zurück auf die Karte zu bringen. Verarbeitet wird ausschließlich Tabak aus Panama. Somit handelt es sich bei ihren Zigarren um sogenannte Puros.

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Die H&R Belicoso hat ein sehr schönes, glattes, feines Connecticut Deckblatt das abwechselnd von groben und feinen Adern durchzogen wird. Das Belicoso Format ermöglicht einen variablen Anschnitt. Der erste Zug zeigt sofort, was in dieser Zigarre steckt. Starke Rauchentwicklung und ein Geschmack, der an Matetee erinnert. Im Rauchverlauf bleibt der Zug und der Rauchausstoß konstant sehr gut. Der Geschmack wandelt sich weiter: erst ein wenig Richtung von angebrannten Gras, dann plötzlich Tabakgeschmack wie bei einer Alec Bradley Family Blend VR1 Robusto und ab der Hälfte tritt ein so dominantes Weihraucharoma zu Tage, dass alle anderen Aromen verschwinden. Das Weihraucharoma ist nicht nur schmeckbar – nach dem Tasting hat der gesamte Raum gerochen als hätte ein katholischer Gottesdienst stattgefunden (leicht überspitzt gesagt). Der Rauch bleibt bis zum Ende cremig und dicht. Wem der dominante Weihrauch Geschmack nicht irgendwann zu viel wird, kann diese Zigarre getrost bis zur Bauchbinde rauchen.

Fazit:

Eine wunderbare, geschmacklich sehr ausgefallene Zigarre, die einen überlegen lässt, warum Panama im Zigarrenuniversum noch nicht in aller Munde ist. Vielleicht nichts für den Standard-Kuba-Raucher, aber für alle Pioniere (schon alleine wegen des fairen Preises) unbedingt einen Versuch wert.

Übersicht:

Preis: 5,95 €

Einlage: Panama

Umblatt: “

Deckblatt: “

Länge: 15,24 cm

Durchmesser: 2,14 cm

Zugwiderstand: leicht

Abbrand: gleichmäßig

Rauchdauer: sehr lange

Rauchentwicklung: viel… sehr viel!

Geschmack: Mate-Tee, Tabak, Weihrauch!

Preis/Leistung: Sehr gut

… el emperador