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E. Guigal Côte-Rôtie „Brune et blonde“ 2009

Das Rhône Tal bietet ein vielfältiges Terroir. Im Süden zählt die Appellation Châteauneuf-du-Pape wohl zu den bekanntesten. An der nördlichen Rhône bringen die Cru-Lagen Côte-Rotie, Condrieu und Hermitage Weine von Weltruf hervor.

Côte-Rôtie ist eine Steillage und steht exemplarisch für die unterschiedlichen Boden- und Klima-Verhältnisse im Rhône Tal. Der Name des hier vorgestellten Côte-Rôties „Brune et blonde“ bezieht sich auf die zwei unterschiedlichen Bodentypen innerhalb der Cru-Lage. „Brune“ steht für einen „fetten“, eisenreichen und lehmigen Boden. „Blonde“ hingegen ist ein kalkiger, sandiger Boden.

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Der Einfluss von verschiedenen Bodentypen auf den späteren Wein lässt sich in dieser Appellation besonders gut entdecken, da das Klima relativ konstant ist. Dadurch können beim Einzelparzellen-Ausbau der Weine, die sensorischen Unterschiede neben der Handschrift des Winzers vor allem auf die unterschiedlichen Bodenformationen, auf denen die Reben wachsen, zurückgeführt werden. Zugelassen sind Syrah und die weiße Rebsorte Viognier. Letztere ist neben ihrer geringen Säure vor allem für ihren betörenden, aromatischen Duft bekannt.

Der Boden in der Parzelle „Brune“ bringt tendenziell schwere, langlebigere Rotweine hervor. „Blonde“ lässt schlankere und elegantere Côte-Rôties entstehen. Neben diesen beiden populären gibt es je nach Expertenmeinung zwischen 20 und 73 unterschiedliche Bodentypen innerhalb von Côte-Rôtie. Für Vielfalt ist also gesorgt.

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Der „Brune et blonde“ von Maison Guigal aus dem schönen Jahrgang 2009 stammt von den beiden beschriebenen Lagen. Das Ergebnis ist ein sehr eleganter Rotwein und ein passender Einstieg in die Welt der Côte-Rôties. Sehr filigran, begleitet von einer zarten Säureader gleitet der Wein über die Zunge. Der Stil ist sehr klar und reintönig. 2009 wirkt noch etwas jung und adstringierend, wird aber mit ausreichend Luft sehr leicht zugänglich und beweist Länge im Abgang. Ein Rotwein, der zum passenden Essen zur Hochform aufläuft.

Maison Guigal liefert seit Jahrzehnten eine konstante Qualität und in diesem Fall einen schönen Côte-Rôtie, der nicht limitiert ist und aufwändig mit der Lupe gesucht werden muss. Ein reeller, gehobener Rotwein-Genuss.

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Domaine de Pégau Châteauneuf-du-Pape 2008 oder was ist ein „schlechter“ Jahrgang?

Châteauneuf-du-Pape, eine Appellation von Weltruf. Von ihr kommen rote und weiße Weine von Statur, Rang und Namen. Den Grundstein dafür legt das Terroir. Es ist hier sehr abwechslungsreich und bietet verschiedensten Rebsorten ein geeignetes Zuhause. Über 12 Rebsorten sind für diese Appellation zugelassen. Allen voran Grenache, gefolgt von Syrah und Mourvèdre, aber auch Roussanne, Bourboulenc und Clairette.

Der rote Châteauneuf-du-Pape ist in der Regel eine Cuvée, die sich aus den zugelassenen Rebsorten zusammensetzt. Zu welchen Teilen oder ob der Châteauneuf-du-Pape nur aus einer Rebsorte (beispielsweise Grenache) bestehen soll, bleibt den Winzern selbst überlassen. Neben der Federführung bei der Rebsortenzusammensetzung spielt bei diesen „großen“ Weinen der Stil eine entscheidende Rolle: Traditionell oder modern?

Die Traditionalisten produzieren noch verhältnismäßig archaisch. Vergoren werden die Trauben spontan mit wilden Hefen auf Stiel und Stängel im Zementtank oder großen Holzfass. Der Weinberg wird biologisch bewirtschaftet und erfährt große Aufmerksamkeit. Die Weine sind oft etwas knarzig, unfiltriert, benötigen Aufmerksamkeit und sind in jungen Jahren recht verschlossen.

Anhänger der Moderne nutzen die technologischen Neuerungen und vergären ihr Lesegut in temperaturregulierten Edelstahltanks mit Reinzuchthefe. Der Weinberg wird konventionell bewirtschaftet. Das Ergebnis sind tendenziell zugängliche, verständliche Weine, die früh getrunken werden können und mehr von ihrer technischen Machart als von der Natur geprägt sind.

Mit dieser Beschreibung sollten nur ein wenig die unterschiedlichen Herangehensweisen skizziert werden. Zwischen diesen beiden stark vereinfacht dargestellten Positionen gibt es viel Platz für Mischformen. Nichts in der Weinwelt lässt sich so einfach in Schubladen stecken und kategorisieren, das hat die Vergangenheit oft genug bewiesen.

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Die Domaine de Pégau zählt zu den traditionell geführten Weingütern. Entsprechend „wild“ und natürlich kommt dieser Châteauneuf-du-Pape daher. 2008 war alles andere als ein leichter Jahrgang. Viele bezeichnen ihn als „katastrophal“ oder schlichtweg schlecht. Solche Aussagen dämpfen den Absatz der Weine und werden der harten Arbeit der Winzer im Weinberg und Keller nicht gerecht. Wenn man erkennt, was sich hinter einem Jahrgang verbirgt, kann man den Wein einschätzen und entsprechend genießen. Nur weil der Jahrgang lediglich mit vier von fünf Sternen bewertet wurde und das Lagerpotential im Vergleich zum vorherigen Jahrgang von 25 auf „nur“ 15 Jahre reduziert wurde, bedeutet das nicht automatisch, dass der Wein minderwertiger ist.

Das schön am Weinuniversum ist die Einzigartigkeit jedes Jahrgangs. Wer bestimmt denn wie ein guter Wein aus gutem Jahrgang schmecken soll? Die einen bevorzugen Finesse und Frucht, die anderen Eleganz und zartes Säurespiel und wieder anderen wollen Wein, der vor Extrakt und Statur nur so strotzt.

Der Kampf um die Vorherrschaft im Universum der Geschmackskonventionen ist schon seit Jahrzehnten im Gang. Einen Gewinner gibt es nur, wenn man seine persönlichen Vorlieben der Doktrin eines anderen Lagers unterwirft. Da Sinneseindrücke wie das Riechen, Schmecken, Fühlen, Hören und Sehen immer etwas sehr Persönliches sind, ist es nur schwer verständlich, warum die Sinneswahrnehmungen anderer passender sein sollten als die eigene.

Wie bei der Musik gibt es nicht „die eine Musikrichtung“, die das anzustrebende Ziel darstellt. Geschmäcker sind verschieden und die Vielfalt der Musik eine Bereicherung. Der Musikgeschmack kann als Analogie auf den Wein verstanden werden. Je nach Stimmung und Situation darf es mal ein Glas Pomerol mit etwas Soul von Bill Withers, ein Schluck steierischen  Orangewine mit Deep-House von Âme oder ein wuchtiger Châteauneuf-du-Pape zu den Beats von RZA sein. Erlaubt ist, was gefällt, und Genuss kennt keine Grenzen.

Der Jahrgang 2008 wurde an der südlichen Rhône mit zwei von fünf Sternen bewertet. Bedeutet in diesem Fall nichts außer jetzt trinken! Potential für längere Lagerung bringt er nicht mit. Sucht man einen passenden Vergleich, um die Rotweine aus Châteauneuf-du-Pape zu beschreiben, so kommen sie tendenziell einem Bodybuilder auf anabolen Steroiden am nächsten. Mit 15 % Alkohol an der Obergrenze des Möglichen, vor Extrakt strotzend und tiefdunkler Farbe von vollreif gelesenen Trauben bringen die Weine schon fast zu viel auf einmal mit.

Nicht so dieses Exemplar von der Domaine du Pégau. Es duftet ledrig, holzig, fast animalisch in Kombination mit intensiven Beeren-Aromen. Ein verhältnismäßig leichter Trinkfluss und süßliche Noten bei nur 2 g Restzucker animieren zum Weitertrinken. Ein bisschen gut gewürztes Pulled Pork, ein paar rote Oliven und alles andere, was intensiv schmeckt. Der Wein dominiert am Ende sowieso mehr, als dass er ergänzt. Einfach lecker zu trinken. Schwupps ist die Flascher leer und der „schlechte“ Jahrgang schon vergessen. Châteauneuf-du-Pape mal anders.

…el emperador

Saladin „Chaveyron 1422“ 2009

100 % Syrah von der südlichen Rhône. Klingt nicht so, als ob hier jemand das Rad neu erfindet. Aber dieser reinsortige Rhône Wein hat mich schlicht umgehauen. Damaliger Preis waren 16,80 € pro Flasche aus dem schönen Jahrgang 2009. Nach knapp acht Jahren im Keller erblickt dieser Syrah das Sonnenlicht im grünenden Garten. Tiefdunkles, frisches Rot strahlt aus dem Glas. Keine Spur von altersbedingten Brauntönen im Rotwein. Dafür so eindeutige Aromen von dunkler, reifer Olive wie ich sie selten erlebt habe. Leichte Anklänge von frisch geschnittenen Champignons sind noch zu entdecken.

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Auf der Zunge immer noch merklich junges, ungestümmes Tannin. Seidig und kühl gleitet der Wein dahin. Keine Hitze, keine Eleganz, sondern authentischer, rebsortentypischer Charakter gepaart mit Tiefgang. Ein bis zwei Jahre dürften diese Flasche noch auf ihren Zenit befördern. Macht sich gut zu dunklen Oliven, Taleggio, Ziegenkäse, Zunge, Lamm und rote Beete.

el emperador

Chianti Classico „Montesecondo“ 2011

Chianti Classico, eine Appellation in der Toskana, in der auf weit über 6000 Hektar Weinreben kultiviert werden. In den letzten Jahren wurde viel unternommen, um den Ruf des Chianti Classico Weins zu verbessern. Strengere Auflagen bei der Produktion, unter anderem ein höherer Sangiovese Anteil, sollen die Qualität weiter steigern. Neben dem angestrebten Imagewandel tut sich in der Region etwas. Die Winzer wagen den Weg weiter Richtung Charakter und Eigenständigkeit im Wein. Problematisch wird es, wenn die Winzer einen „traditionellen“ Chianti Classico Stil verfolgen, bei dem regionale Rebsorten in den Wein einfließen sollen. Ist im Zuge dessen der Sangiovese Anteil zu gering, kann es zu einem Konflikt mit den feststehenden Qualitätskriterien kommen und die Klassifizierung zu einem Chianti Classico versagt bleiben.

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Der Winzer Silvio Messana mit seinem hier vorgestellten Chianti Classico „Montesecondo“ gehört zu denen, die mehr Tradition und Charakter in ihren Wein einfließen lassen.

Sehr aromatischer Wein. Spröde Tannine, die etwas Zeit brauchen bis sie abschmelzen. Frische Säure, die Leichtigkeit versprüht und nach einer Essensbegleitung verlangt. Hell und transparent, aber kein dünner Tropfen, sondern ein sehr eleganter Wein, der erst im Abgang seine Stärke zeigt. Eine urtümliche, aber klare Nase verführt sofort – man ahnt die Spontan-Vergärung.

Schmeckt und riecht nach Italien mit eigenständigem Profil. Sollte nach 5-7 Jahren getrunken werden. 2011 könnte für manche noch etwas Lagerzeit vertragen, aber seine noch etwas ungezügelte Seite passt gerade richtig zum Essen.

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Cascina Luisin Nebbiolo delle Langhe 2010

100 % Nebbiolo, Piemont und ehrlich. In der Nase ist sofort die wilde Note der Spontanvergärung wahrzunehmen, danach folgt kerniges, leicht bäuerliches Italien. Nach knapp Sechs Jahren ist dieser Wein auf seinem Höhepunkt. Die Frucht hat sich zurückgezogen und es bleibt das würzige Aroma der Nebbiolo Trauben.

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Er ist relativ transparent, also wenig Anthocyan, aber bringt eine Menge Aromen und ein paar kernige Gerbstoffe mit. Ein Wein, der nach einem Essen verlangt und es fürstlich begleitet. In dieser Preiskategorie von unter 15 € legt dieser Wein ordentlich vor. Wacholderbeeren, Wildkirschen, ein wenig Nelke, Würze, feine Säure und perfekt abgerundete Gerbstoffe sind der Dank für ein paar Jahre Lagerung und offenbaren erst sein Potential. Nicht so dünn und weichgespült wie mancher Rotwein, aber auch nicht überladen mit zu viel Tanninen. Für Fans von authentischen Piemont Weinen und die, die welche werden wollen.

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La Grange Tiphaine Clef de Sol rouge 2011

Ein weiterer Rotwein aus der Loire. Eine Cuvée aus 60 % Cabernet Franc und 40 % Malbec aus der Touraine-Amboise. Der Betrieb La Grange Tiphaine bewirtschaftet seine Weinberge schon längere Zeit biodynamisch. Das ist wichtig, um beispielsweise das Terroir ernsthaft schmeckbar zu machen. Der Name Clef de Sol, was so viel wie „Schlüssel zum Boden“ bedeutet, unterstreicht das. Die Reben für diesen Wein wachsen auf einem kalkigen, von Feuersteinen durchzogenem Kreideboden. Den benachbarten Weinbaugebieten Vouvray und Montlouis wird ein günstigerer Boden – vor allem für weiße Reben – nachgesagt, aber nachdem Wein auch ein Kulturgut ist, liegt es in der Hand des Winzers, was er seinen Reben abverlangt. Fakt ist, viele Weine aus dieser Region haben einen regionalen Charakter, den die Winzer auch gerne herausarbeiten.

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Diese Cuvée ist schwer zu beschreiben. Sie geht geschmacklich Richtung Sauerkirschen gepaart mit sehr runden, aber dennoch präsenten Gerbstoffen. Sie wirkt auf den ersten Schluck einseitig, fast monoton und dann aber auf den zweiten und dritten Schluck wunderbar unbeschwert. Ein Essensbegleiter, der nicht viel Aufmerksamkeit braucht und im Stillen seine Dienste verrichtet. Die 13 % Alkohol merkt man ihm nur bedingt an. Der Wein wirkt eher kühl und leicht. Der Jahrgang 2011 ist jetzt schon sehr angenehm zu trinken, kann aber auch noch ein bis zwei Jahre liegen, um den Gerbstoffen den letzten Schliff zu verleihen. Ein Wein, der keine Luftsprünge verursacht, sondern in aller Ruhe ein gutes Abendessen begleitet.

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Domaine Guiberteau Saumur rouge 2011

Die Loire ist – mit Hinblick auf den Klimawandel – eine Weinbauregion mit großer Zukunft. So allgemeine Aussagen sollten natürlich mit Vorsicht genossen werden bei einem Fluss von über 1000 Kilometer Länge. Im Westen dominiert der warme Einfluss des Golfstromes, im Osten der Loire schlägt das kontinentale Klima mit teilweise bitterkalten Wintern zu. Dennoch scheinen manche der insgesamt ca. 53.000 Hektar Anbaugebiete besonders gut mit den Veränderungen zurechtzukommen. Neben dem unterschiedlichen Makroklima gibt es auch eine Vielzahl von Bodentypen, die regional in Kombination mit den geeigneten Rebsorten Weine der Spitzenklasse hervor bringen. Einen typischen Wein von der Loire gibt es aufgrund der Vielfalt an Boden, Klima und Rebsorten nicht, aber regionale Besonderheiten.

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Die Stadt Saumur liegt direkt an der Loire und ist unter anderem bekannt für ihre Schaumweine. Die Domaine Guiberteau kultiviert die regional weit verbreiteten Rebsorten Chenin blanc und Cabernet Franc. Der hier vorgestellte „Saumur rouge“ besteht aus reinem Cabernet Franc. Nach fast fünf Jahren auf der Flasche zeigt er sich jetzt fast auf der Spitze seines Daseins. Mit einem transparenten Dunkelrot steht er im Glas und wirkt fast zurückhaltend für diese Rebsorte. Gemessen an seinen geschmeidigen 12,5 % Alkohol ist er das auch. Aber seine Komplexität an Aromen ist betörend. Seidig und kühl gleitet er über die Zunge. Die feinen Gerbstoffe sind wunderbar in den Wein eingebunden und verleihen ihm Struktur, Länge und trotz seiner Transparenz eine gewisse Dichte. Lässt sich wunderbar mit Braten, Kloß und Blaukraut kombinieren. Nimmt dem Essen die Schwere, das Fett und animiert zum Weitermachen. Nicht aufdringlich, sondern eher vornehm zurückhaltend, aber mit Finesse überzeugend. Die Rebsorte Cabernet Franc wird im Zuge des Klimawandels in diesen Gebieten noch eine große Zukunft haben und weiterhin die Grundlage für solche feinen Weine darstellen.

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Aglianico del Vulture »Grifalco« DOC 2010

Der Klimawandel und seine Auswirkungen auf die Flora und Fauna machen sich im Mittelmeerraum immer stärker bemerkbar. Rebsorten, die gepflanzt wurden, um sich den Modeerscheinungen in der Weinwelt anzupassen, haben mit den zunehmenden Wetterextremen zu kämpfen. Nur wenige Winzer besinnen sich auf die alten, traditionellen Rebsorten ihrer Region. Oft kann in diesen die Antwort auf die klimabedingten Problematiken liegen. Manche der Rebsorten wurde traditionell teilweise mehrere Jahrhunderte in einer Region kultiviert, wobei ihre Anpassungsfähigkeit an das dort vorherrschende Klima unter Beweis gestellt wurde.

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Dieser Wein stammt aus dem Süden Italiens und besteht zu 100 % aus der alten, im Mittelmeerraum verbreiteten Rebsorte Aglianico. Die Beeren dieser Rebsorte sind dunkel, dickschalig und somit gut geschützt vor intensiver Sonneneinstrahlung. Auf den vulkanischen Böden in der Region Basilikata wächst Aglianico – mit entsprechender Arbeit im Weinberg – zu rarer Größe heran. Der gewonnene Wein strotzt nur so vor kräftigen Tanninen, die entweder durch den gezielten Ausbau im Holzfass oder durch lange Reifung auf der Flasche gezähmt werden wollen.

Der hier vorgestellte Grifalco aus dem 2010er Jahrgang ist der „zweitkleinste“ Wein im Portfolio des Weingutes Grifalco della Lucania. Nach fünf Jahren auf der Flasche hatten die Tannine Zeit, um sich ein wenig zu harmonisieren, aber der Wein steht immer noch mit einer Wucht im Glas. Er duftet ungemein würzig und schmeckt nach überreifen Brombeeren, Pflaume und schwarzen Johannisbeeren. Ein intensives, dunkles, tiefgründiges Aroma geprägt von den kräftigen Tanninen. Aber nicht dick und mollig, sondern mit einer feinen Säureader durchzogen gepaart mit Frucht und Finesse. Er mutet wild an, kommt aber sehr harmonisch daher mit einem gewissen Reifepotenzial für die nächsten ein, zwei Jahre. Ein gehobener Alltagswein zum deftigen Essen. Sein kleiner Bruder Gricos besitzt mehr Frucht und Frische im Trunk, etwas weniger Tannine und ist der unkompliziertere Alltagswein für Zwischendurch. Der große Bruder Bosco del Falco hingegen kann gerne für ein Jahrzehnt oder mehr im Weinkeller zur Perfektion hin reifen. Seine Tannine sind so konzentriert, dass er nicht zu jung getrunken werden sollte. Ein persönliches Lieblingsstück.

…el emperador