Autor: elreybuz

Camacho American Barrel-Aged Toro

Es gibt Zigarren, an denen führt einfach kein Weg vorbei, man muss sie probieren. Dazu gehörte für mich definitiv die American Barrel-Aged Serie von Camacho. Wie der Name vermuten lässt, spielen die USA dabei eine Rolle und zwar in der Form, dass es sich bei Deckblatt, Umblatt und einem Teil der Einlage um amerikanischen Tabak handelt. Der übrige, honduranische Teil der Einlage wurde in Bourbon-Fässern gereift, mit dem Ziel der Zigarre ein entsprechendes Aroma mitzugeben. Solche Sperenzchen lässt man sich natürlich gut bezahlen: Für das Toro-Format der Serie werden 13,80 € fällig.

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Optisch ist die Zigarre eine Wucht. Dunkles, robustes und sauber verarbeitetes Connecticut Broadleaf Deckblatt gepaart mit zwei für die „neuen“ Camachos typischen, knalligen Zigarrenringen. Der Kaltgeruch ist entgegen der Optik eher zurückhaltend. Lediglich aus dem Fuß strömt ein betörender, süßlicher und an Schokolade erinnernder Duft.

In den ersten Zügen zeigt die American Barrel-Aged dann sofort eine enorme Präsenz und liefert ein kräftiges Aroma mit Anklängen von Leder und vor allem Holz (etwa Bourbon-Fass?). Gleich zu Beginn des Smokes ersticken sowohl das perfekte Zugverhalten als auch die satte Rauchmenge jeglichen eventuellen Zweifel an der Verarbeitungsqualität bereits im Keim. Die in meinen Augen fast etwas harsche Anfangsphase fährt dann im ersten Drittels etwas herunter und die Aromen werden weicher. Mit der Zeit gesellt sich eine Art von Würze hinzu, die leider im Laufe des Zweiten Drittels in einen beißenden, kratzenden Geschmack umschlägt. Karamellige Süße, Vanille oder sonstige an Bourbon erinnernde Noten? Leider Fehlanzeige. Erst auf den letzten Zügen kann die Zigarre das Ruder noch ein Stück weit herumreißen. Das Kratzen verschwindet und es zeigen sich wieder verstärkt die weichen, angenehmen Aromen von Holz und Leder, ergänzt durch erdige Nuancen.

Fazit: Meine Erwartungen waren hoch, keine Frage. Nichtsdestotrotz ist die Art und Weise, wie die Camacho American Barrel-Agend Toro diese nicht erfüllen konnte, einfach nur schwach. Das Bourbon-Fass-Aging, welches immerhin das primäre Kaufargument dieser Zigarrre ist, konnte ich kaum bis gar nicht wahrnehmen. Abgesehen davon, war der tatsächliche Geschmack nicht ganz mein Fall. Lediglich Optik und Verarbeitung konnten mich überzeugen. Für mich ist diese Zigarre schlichtweg Durchschnitt und mit ihrem Preis von 13,80 € maßlos überteuert.

…el rey

Maravilla Edicion Limitada Robusto

Schlägt man Maravilla im Brockhaus nach, so liest man dort Folgendes: „Langweilige 08/15-Zigarre aus der Dominikanischen Republik.“ … das steht dort natürlich nicht, wäre jedoch meiner Meinung nach der korrekte Eintrag. Aber alles der Reihe nach…

Maravilla Edicion Limitada Robusto

Wie die Zigarre selbst stammt auch die Einlage der Maravilla Edicion Limitada Robusto aus der Dominikanischen Republik. Deck- und Umblatt kommen aus Ecuador. Optisch ist die Zigarre mit ihrem sauber verarbeiteten, glatten Deckblatt und den beiden aufwändigen Zigarrenringen eine echte Schönheit. Beim Entfernen der Banderole am Fußende fällt mir jedoch auf, dass das Deckblatt an dieser Stelle vom Torcedor leicht beschädigt wurde. Der Kaltgeruch ist mild, kaum wahrnehmbar und gibt sich hölzern sowie leicht süßlich.

Beim Abtasten merke ich, dass die Maravilla knallhart gerollt ist und auch die ersten Züge bestätigen dies mit einem ambitionierten Zugwiderstand. Nur durch Double-Puffs entlocke ich der Robusto eine einigermaßen ausreichende Rauchmenge. Geschmacklich zeichnen sich holzige sowie strohige Noten ab, die Zigarre ist dabei allerdings sehr mild und schlichtweg schwach auf der Brust. Im Mund hinterlässt der Rauch einen dezent cremigen Nachgeschmack. Leider ist das auch schon alles, was ich an dieser Stelle berichten kann, denn die Maravilla zeigt weder aromatische Entwicklung noch Finish… nicht einmal im Ansatz.

Fazit: Glatte 6 € kostet die Maravilla Edicion Limitada Robusto. Ihre äußere Verarbeitung wirkt deutlich wertiger. Die inneren Werte, sprich die Raucheigenschaften, habe ich im Bundle-Bereich schon weitaus besser gesehen. Geschmacklich mag sie für Einsteiger ganz angenehm sein, für fortgeschrittene Aficionados einfach nur flach und langweilig.

…el rey

RoMa Craft Tobac Wunder|Lust Robusto

Die Macher von RoMa Craft Tobac haben sich die Herstellung von Zigarren in herausragender Qualität und überschaubaren Mengen auf die Fahne geschrieben. So soll auch die Serie mit dem etwas eigenartigen Namen Wunder|Lust die Aficionados durch ihre Erstklassigkeit überzeugen. Die Zigarren werden in Nicaragua gefertigt, wo sie aus einem brasilianischen Mata Fina Deckblatt, einem indonesischen Umblatt und einer geheimen Einlage vollständig von Hand gerollt werden.

RoMa Craft Tobac Wunderlust 1

Optisch erfüllt die Wunder|Lust Robusto wohl jeglichen Premiumanspruch. Das Deckblatt kommt dunkel-schoko-braun daher, die Blattadern sind sehr fein und kaum fühlbar. Auch die Verarbeitung lässt einen die mit 8,80 € bepreiste Zigarre eher auf den doppelten Betrag schätzen. Schnell einen Eiskaffee dazu bestellt und rein ins Vergnügen!

Der Kaltgeruch steht dem Getränk in nichts nach und umschmeichelt meine Nase mit kraftvollen, „dunklen“ Aromen, die ich mit Kaffee- und Kakaobohnen assoziiere. Zudem schwingt eine stallige Komponente mit. Trotz frühlingshafter Brise weist die Wunder|Lust Robusto eine schöne Flammannahme auf und liefert über einen angenehm leichten Zugwiderstand eine ordentliche Portion Rauch.

Geschmacklich startet sie sofort kernig, kräftig und vollaromatisch durch. Wie im Kaltgeruch lassen sich die Aromen am besten mit Kaffee und dunkler Schokolade beschreiben. Hinzu kommt eine ordentliche Würze, die aber keineswegs als Schärfe zu interpretieren ist. Die Zigarre verfügt über mehr als genug Aroma und Power, um sich neben dem cremigen Eiskaffee zu behaupten.

Der anfangs noch einwandfreie Abbrand leidet im weiteren Rauchverlauf stark unter dem Wind, was gelegentliches Korrigieren mittels Feuerzeug unumgänglich macht. Geschmacklich tut das dem Genuss jedoch keinen Abbruch. Die Wunder|Lust wird gefühlt mit jedem Zug runder, besser, leckerer. Die Würze wird schließlich von einer Süße abgelöst, die Kaffee- und Schokonoten werden zunehmend „röstiger“.

RoMa Craft Tobac Wunderlust 2

Das letzte Drittel legt in Sachen Aromenintensität weiter nach und stellt darüber hinaus noch eine nussige Komponente ins Bild. Auch wird die Zigarre hier noch einmal kräftiger und sorgt so für ein schönes, sättigendes Finish.

Fazit: Ich bin begeistert! Lange habe ich keine bessere Zigarre, die nicht aus Kuba stammte, geraucht. Die RoMa Craft Tobac Wunder|Lust Robusto hat einfach alles. Sowohl tolle, vielseitige und vor allem intensive Aromen als auch eine außergewöhnlich gute Verarbeitungsqualität. Sie ist schön kräftig, zugleich aber auch nicht zu kräftig. Muss man unbedingt probiert haben!

…el rey

Flores y Rodriguez Claro Cabinet Seleccion Mágicos

Im heutigen Tasting nähern wir uns der Mágicos aus der Claro Cabinet Seleccion der Marke Flores y Rodriguez. Die in der Dominikanischen Republik vollständig von Hand gerollte Longfiller-Zigarre präsentiert sich mit einem schönen Deckblatt mittelbrauner Farbe und besticht durch eine hervorragende Verarbeitungsqualität. Im Kaltgeruch bleibt die 2,06 cm im Durchmesser und 12,70 cm in der Länge messende Mágicos zunächst recht zurückhaltend und liefert nicht viel mehr als ein hölzernes Aroma, das an die Auskleidung eines Humidors erinnert.

Flores y Rodriguez Claro Cabinet Seleccion Mágicos

Der Einstieg in den Smoke ist bereits butterweich, lediglich eine feine Würze kribbelt an der Zungenspitze. Geschmacklich geht die Mágicos in eine süß-fruchtige Richtung, im Hintergrund schwingt etwas milchig-cremiges mit. Im ersten und zweiten Drittel pendelt sich das Aroma auf diesen Schwerpunkten ein, eine Entwicklung ist nicht erkennbar, wird von mir aber aufgrund des feinen Geschmacks auch nicht vermisst. Sorgen machen mir dafür der schiefe, ständig korrekturbedürftige Abbrand sowie die bröselige, fransige Asche. Immerhin sind Zugwiderstand und Rauchausbeute gut.

Erst im letzten Drittel kann die Mágicos aus ihrer wohlschmeckenden Monotonie ausbrechen und wird dabei auch kantiger. Das Fruchtige verschwindet und eine hölzerne Würze sorgt kurzzeitig für ein dezentes Kratzen am Gaumen. Eine grasig-strohige Komponente kommt dazu. Ob diese Entwicklung gut oder schlecht ist, bleibt Geschmacksache. In meinen Augen hat sie der Zigarre zu einem ordentlichen, „sättigenden“ Finish verholfen.

Fazit: Für 7,60 € bekommt man mit der Flores y Rodriguez Claro Cabinet Seleccion Mágicos nicht nur eine Zigarre mit einem elendig langen Namen, sondern auch mit einem herrlichen Geschmack. Ein weicher, relativ milder Smoke mit wenigen, aber perfekt ausbalancierten Aromen und einem würzigen Finish. Einziger Wermutstropfen: der Abbrand. Empfehlung!

…el rey

Glenkinchie 12 Jahre

Die Brennerei Glenkinchie wurde 1825 gegründet und liegt in den schottischen Lowlands. Die 12 Jahre alte Abfüllung der Brennerei, die preislich um die 30 € liegt, wird im Rahmen der Serie „Classic Malts of Scotland“ von Diageo vermarktet und repräsentiert darin die milden und weichen Whiskies ebendieser Region.

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Beim Nosing erinnert mich der extrem fruchtige und spritzige Duft des Glenkinchie zunächst an Obstbrand sowie Zitrusfrüchte. Mit der Zeit sickern zudem blumige Aromen hindurch. Insgesamt macht dieser Single Malt sowohl einen äußerst milden als auch einen frischen und leichten Eindruck.

Im Mund dann erneut zunächst die Assoziation mit Obstler… Birnen kommen mir in den Sinn. Der Glenkinchie schmeckt wunderbar fruchtig, ist dabei jedoch weniger süß, sondern eher erfrischend säuerlich. Stellenweise lassen sich zudem etwas Malz sowie eine feine Würze erahnen. Die 43 Volumenprozent Alkohol machen sich in Form einer zusätzlichen Frische bemerkbar.

In seinem mittellangen Abgang, der vielmehr kühlend als wärmend ist, legt der Glenkinchie zwar in Sachen Süße und Würze ein Stück weit nach, doch auch hier manifestiert sich der säuerlich-fruchtige Gesamteindruck.

Fazit: Ein durchaus feiner Malt, wenn es mal etwas leichter sein darf. Für mich ein schöner Frühlings-Dram, der nicht allzu komplex ist, aber dennoch einen gewissen Tiefgang  und Charakter an den Tag legt.

…el rey

Nie mehr dicke Luft

Gibt eine Zigarre üppige Mengen an Rauch ab, ist das einerseits zwar schön, bringt andererseits jedoch bei mehreren in einem kleinen Raum rauchenden Aficionados das Problem mit sich, dass man sich nach kurzer Zeit nur noch silhouettenhaft wahrnehmen kann. Viele Jahre haben wir uns damit abgefunden und versucht, dem Rauch durch Lüften entgegenzuwirken, wobei die Raumluft kaum klarer, dafür deutlich kälter wurde.

Im Zuge der Einrichtung unserer Barrique & Zeder Lounge haben wir uns dazu entschlossen, einem elektrischen Luftreiniger eine Chance zu geben. Unsere Wahl fiel auf das Modell LR 130 der Firma Comedes, welches ca. 150 € kostet. Das Funktionsprinzip ist denkbar einfach: Das Gerät saugt die verrauchte Raumluft an, filtert die Rauchpartikel mit Hilfe mehrerer Filter heraus und bläst die saubere Luft wieder aus. Der Luftreiniger kann dabei stehend oder an der Wand hängend betrieben werden. Da der Rauch allerdings zur Zimmerdecke steigt, empfiehlt sich die Wandmontage, für die auch wir uns entschieden haben. Laut Hersteller ist der Luftreiniger für Räume bis 40 m² geeignet, unsere Lounge ist ca. 24 m² groß. Trotz der Vielzahl an positiven Bewertungen waren unsere Erwartungen zunächst relativ gering…

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Funktionserfüllung: Bereits beim ersten Einsatz bläst der LR 130 jedoch innerhalb weniger Minuten jegliche Zweifel weg – im wahrsten Sinne des Wortes. Man kann förmlich beobachten, wie die Rauchschwaden zum Gerät wandern und sich dort in Luft auflösen! Das Gebläse lässt sich dreistufig regulieren, die Bedienung erfolgt wahlweise am Gerät selbst oder mittels Fernbedienung. Bei einem oder zwei Aficionados reicht die mittlere Gebläsestufe aus. Ab drei Personen muss der Luftreiniger schon auf Stufe drei laufen, um den Rauch zügig abbauen zu können. Ab fünf Personen kommt das Gerät selbst auf der stärksten Stufe nicht mehr hinterher und die Luft wird erst dann sichtbar klarer, wenn die ersten Zigarren bereits im Aschenbecher liegen. Die schwächste Stufe ist maximal dazu geeignet, das Gerät nach dem Smoke nachlaufen zu lassen. Hierzu ist auch ein Timer verbaut.

Geräuschentwicklung: Der Geräuschpegel auf kleiner und mittlerer Stufe ist vernachlässigbar. Erst auf der höchsten Stufe ist das Gebläse relativ präsent, kann aber durch Hintergrundmusik und ein Gespräch leicht übertönt werden.

Zusatzfunktionen: Neben dem normalen Betrieb verfügt das Gerät über einen Ionisator sowie eine UV-Funktion. Der Ionisator soll Staubpartikel in der Raumluft reduzieren und diese auffrischen, die UV-Funktion hat den Zweck, die Luft zu entkeimen. Beide Funktionen haben wir nur kurz angetestet, wobei wir keinen Unterschied zum Normalbetrieb feststellen konnten. Wir beachten sie daher seitdem nicht weiter und lassen sie deaktiviert.

Fazit: Hätte uns doch bloß schon früher jemand darauf gestoßen! Der LR 130 von Comedes filtert unseren Zigarrenrauch mehr als zufriedenstellend aus der Luft und macht so das Rauchen in unserer neuen Lounge um ein Vielfaches angenehmer. Absolut empfehlenswert!

…el rey

Location, Location, Location

Die Qualität des Genusses einer Zigarre hängt selbstverständlich maßgeblich vom Geschmack sowie vom Rauchverhalten der selbigen ab. Doch ein weiterer Faktor hat nicht unerheblichen Einfluss darauf, ob ein Smoke nur ganz in Ordnung ist oder aber dem Aficionado lange Zeit im Gedächtnis bleiben wird: die Umgebung. Schließlich bereitet selbst eine mittelmäßige Zigarre großen Genuss, wenn diese im Beisein der Herzensdame am Urlaubsstrand geraucht wird, wohingegen die beste Zigarre einen verregneten und verfrorenen Aufenthalt an der Bushaltestelle nur wenig zu verbessern vermag.

Im Sommer bieten sich zahlreiche Cafés, Parks, Seen sowie Terrasse oder Balkon für einen entspannten Smoke an. Im Winter sieht es da schon anders aus und man muss auf die nächstgelegene Zigarren-Lounge ausweichen, wenn man die eigenen vier Wände rauchfrei halten will. Um aber nicht an Öffnungszeiten gebunden zu sein und sich den ein oder anderen Kilometer Anfahrt zu sparen haben wir uns in einem Anflug spontaner Motivation dazu entschlossen uns unsere eigene Lounge zu schaffen. Innerhalb eines Monats – vom Herunterreißen des ersten Fetzens Tapete bis zum Aufhängen des letzten Bildes – haben wir uns einen kleinen Traum erfüllt und einen heimischen Kellerraum in die Barrique & Zeder Lounge verwandelt.

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Hier können wir nun die Wintermonate über reichlich Zigarren, Wein und Spirituosen in entspannter Atmosphäre verkosten und somit den Nachschub an Reviews auch während der kalten Jahreszeit aufrechterhalten.

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Carlos Torano Master Robusto

In unseren Reihen gelten die Zigarren von Carlos Toraño seit Langem als sichere Bank und wir probieren gerne neue, aber auch ältere, uns noch unbekannte Serien der Marke. Im Mittelpunkt des heutigen Tastings steht die Master Robusto, deren Schwester, die Master Maduro Robusto, hier bereits verkostet wurde…

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Die Master Robusto präsentiert sich mit einem extrem ölig-glänzenden Habano-Deckblatt aus Ecuador, das durchaus den ein oder anderen Makel in der Verarbeitung aufweist. Meine Nase wird von einem feinen Duft von Stroh, süßem Holz sowie einer würzigen Note, die von den nicaraguanischen Einlagen- und Umblatttabaken ausgeht, umschmeichelt.

Geschmacklich legt die Toraño mit selbiger Würze los, welcher im Nachklang etwas Pfeffer folgt. Der Zugwiderstand ist dabei etwas strammer, gefällt mir aber sehr gut, zumal die von der Master Robusto abgegebene Menge an dichtem, cremigem Rauch beachtlich ist. Im Ersten Drittel dominiert die erwähnte Kombination aus Pfeffer und Würze, wobei sich die Zigarre in der oberen Hälfte der Stärke-Skala einpendelt. Etwas zu Beginn des zweiten Drittels wird der Smoke cremiger, fast buttrig und die Zigarre erinnert an würziges Gebäck. Im Hintergrund bleibt stets der Pfeffer bestehen. Erst gegen Ende des zweiten Drittels dünnt dieser aus und verschwindet schließlich gänzlich. Hinzu kommen nun grasige Noten, welche die schweren, würzigen Aromen auflockern. Beides tut der Zigarre, zumindest in meinen Augen, ungemein gut, da sie nun während des letzten Drittels insgesamt lebendiger und leichter herüberkommt. Im Zuge des Ausklingens flackern noch nussige Nuancen auf.

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Fazit: Die Carlos Toraño Master Robusto konnte mich in der ersten Hälfte des Smokes lediglich durch ihr perfektes Rauchverhalten überzeugen. Erst in der zweiten Hälfte konnte sie weitaus gefälligere Aromen zum Vorschein bringen und schaffte somit erfolgreich die Kehrtwende. Insgesamt also eine solide Zigarre mit Toraño-typischem, perfektem Rauchverhalten und einem guten Preis-Leistungs-Verhältnis.

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H. Upmann Majestic

Eine in der Tat majestätische Eleganz bringt das schlanke Cremas-Format der H. Upmann Majestic mit sich. Das verhältnismäßig dunkle Deckblatt der knapp 14 cm langen und 1,59 cm im Durchmesser messenden Zigarre mutet mit seiner groben Verarbeitung jedoch eher bäuerlich an. Dafür verströmt die Majestic einen umso betörenderen Duft mit einem deutlich holzigen Einschlag und einer feinen Tabaksüße.

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Die ersten Züge präsentieren sich überraschend intensiv im Geschmack und liefern ein herrlich ausgewogenes Aroma, dessen Cremigkeit von der dichten Textur des Rauchs zusätzlich hervorgehoben wird. Daneben sind hölzerne und ledrige Noten zu entdecken. Der Zug der Majestic ist leider etwas fest, was jedoch zumindest zum Teil an der von mir getroffenen Entscheidung liegt, die Zigarre anzubohren. Dafür kann der Abbrand über die gesamte Rauchdauer hinweg glänzen. Ebenso erfreulich ist die geschmackliche Entwicklung im letzten Drittel der Zigarre: von hölzernen hin zu bitterschokoladigen Noten sowie von ledrigen hin zu erdigeren Aromen.

Fazit: Die H. Upmann Majestic ist eine feine Havanna zu einem angemessenen Preis von 4,60 €. Gerade jetzt, da die herbstlichen Temperaturen das Rauchen großformatiger Zigarren im Freien unangenehmer gestalten, eignet sich die Majestic hervorragend für einen kurzen, aber aromatischen und ausbalancierten Smoke.

…el rey

La Aurora Black Lion

Seit Anfang des Jahres 2016 gibt es eine neue Serie der dominikanischen Tabacalera schlechthin mit dem Namen La Aurora Black Lion. Wobei ich angesichts des Bauchbindendesigns zunächst dachte, dass Camacho neue Zigarren herausgebracht hat… Die Black Lion Serie unterteilt sich in die Deckblattvarianten Cameroon (blau), Connecticut (gelb), Corojo (giftgrün) und Maduro (orange). Als Formate stehen dem Aficionado jeweils Robusto, Churchill, Toro und Gran Toro zur Auswahl, wobei sich die Preise zwischen 4,90 € (Robusto) und 5,80 € (Gran Toro) bewegen. Bei diesen attraktiven Konditionen liegt es natürlich nahe, direkt jede Deckblattvariante zu probieren, um zu sehen, ob La Aurora mit dieser Serie nicht nur optisch mit den feinen Camachos mithalten kann…

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Hat man eine Black Lion in der Hand, fallen zunächst drei Dinge auf:

  1. Die Bauchbinde ist qualitativ sehr grenzwertig
  2. Das Deckblatt ist alles andere als schön und zudem noch schlecht verarbeitet
  3. Die Zigarre an sich ist sehr locker gerollt

Diese drei Punkte, soviel nehme ich vorweg, treffen ausnahmslos auf alle vier von mir gerauchten Exemplare zu. Offensichtlich wird der relativ geringe Preis durch ebenso geringe Verarbeitungsqualität ermöglicht…

La Aurora Black Lion Connecticut Robusto

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Als erstes mache ich mich an eine Robusto mit Connecticut-Deckblatt, die einen feinen Duft von Stroh verströmt. Angesichts der mangelnden äußeren Qualitäten sind die ersten Züge dann eine wahre Überraschung. Der Zugwiderstand ist zwar, wie zu erwarten war, extrem gering bis nicht vorhanden, doch die Zigarre gibt satte Mengen an cremigem Rauch ab. Vor allem aber: sie schmeckt gut! Kein Beißen wie bei manch anderen jungen Zigarren, dafür ein wunderbar weiches und frisches Aroma von Gras, Stroh und mildem Holz. In Sachen Stärke findet die Black Lion Connecticut gänzlich nicht statt, was sie jedoch perfekt für einen leichten Smoke zwischendurch macht. Auch die Performance ist im Hinblick auf die mangelhafte äußere Verarbeitung ein unverhoffter Segen, brennt die La Aurora doch kerzengerade und ohne den kleinsten Aussetzer herunter. Etwas mehr geschmackliche Entwicklung wäre sicherlich schön, doch auch so ist die La Aurora Black Lion Connecticut mit ihrem feinen, sanften Aroma eine durchweg solide Zigarre.

La Aurora Black Lion Cameroon Robusto

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Auch das aus Ecuador stammende Cameroon-Deckblatt weiß weder durch besondere Attraktivität zu glänzen, noch hat es eine sonderlich gute Verarbeitung erfahren. Umso besser gefällt mir der fein süßliche Tabak-Kaltgeruch. Bei den ersten Zügen zeigt die Cameroon etwas mehr Charakter als die Connecticut. Sie liefert Aromen von kräftigem Holz, etwas Stroh und vor allem eine dominante, klassische Tabaknote. Wie schon die Connecticut weist die Cameroon Robusto, bedingt durch ihre lockere Rollung, kaum Zugwiderstand auf, qualmt jedoch mindestens genauso stark. Im weiteren Rauchverlauf findet hier sogar eine kleine geschmackliche Entwicklung statt: Zu den anfänglichen Aromen gesellt sich zunächst eine gewisse Cremigkeit und später eine erdige Note hinzu. Alles in allem ist die Black Lion Cameroon dennoch recht zurückhaltend und zudem sehr mild. Beachtenswerterweise glänzt auch diese Zigarre trotz ungleichmäßiger und lockerer Rollung mit einem bis zum Schluss perfekten Abbrand.

La Aurora Black Lion Corojo Churchill

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Bei der Black Lion Corojo, von der ich mir geschmacklich bereits im Vorfeld mehr erwarte als beispielsweise von der Connecticut, soll es gleich eine Nummer größer sein, also fällt hier meine Wahl auf die Churchill. Beim Riechen am groben, gewohnt rustikal verarbeiteten Deckblatt steigt ein süßlicher Duft von Tabak und Holz in meine Nase. Nach dem Anzünden zeigt die Corojo sofort überdeutlich, dass sie sich von der Cameroon und der Connecticut abhebt. Sie füllt meinen Mund mit sattem Pfeffer sowie einem kernig würzigen Holzaroma. Auch ihre Stärke drängt sich mir sofort auf und zieht mir bis in den Magen. Es dauert allerdings nicht lange bis sich der Löwe beruhigt. Die Zigarre wird mit jedem Zug weicher und es kommt ein fruchtiges Aroma mit leicht säuerlichen Anklängen auf. Auch im Zugverhalten unterscheidet sich die Corojo von ihren beiden Vorgängerinnen und leistet deutlich mehr Widerstand. Die enorme Rauchmenge bleibt davon unbeeinflusst. Im Bereich des zweiten Drittels geht die Beruhigung des Löwen nun sogar so weit, dass er beinahe einschläft. Mag heißen, die Zigarre dünnt geschmacklich sehr stark aus und liefert im Vergleich zum wuchtigen Anfang kaum noch Aromen. Erst im letzten Drittel zieht die Black Lion Corojo wieder an und zeigt sich erneut von ihrer kräftig würzigen, holzigen Seite. Bis zum Schluss bietet sie mir so einen sättigenden Power-Smoke und begeistert mich sowohl mit ihrer aromatischen Vielfalt als auch Entwicklung. Der Abbrand der Corojo Churchill kann leider nicht ganz an die beiden bisherigen Black Lion Exemplare anknüpfen und bedarf des Öfteren feurige Unterstützung.

La Aurora Black Lion Maduro Churchill

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Getreu dem Motto „das Beste kommt zum Schluss“ nehme ich mir die Black Lion Maduro als letztes vor. Das kräftig dunkle Deckblatt und der herrlich würzige Kaltgeruch geben mir scheinbar schon im Voraus recht. Im Mund ist die Black Lion Maduro dann sofort mit ihrem dichten, cremigen Rauch präsent und besticht durch kräftig erdige Noten sowie eine dezente Chilli-Schärfe an der Zungenspitze. Auch hier zeichnet sich gleich zu Beginn eine ordentliche Portion Stärke ab. Noch im ersten Drittel kommt eine leichte Süße hinzu und die Zigarre wird dadurch ein Stück weit runder. Im Gegensatz zur etwas fester gerollten Corojo Churchill ist der Zugwiderstand der Maduro wieder äußerst gering. Das ist nicht weiter schlimm, doch die Tatsache, dass die Zigarre allein bis zum Erreichen der Hälfte viermal ausgeht, ist nicht tolerierbar. Unter dieser schlechten Performance leidet natürlich auch der Geschmack. Stellenweise zeichnen sich Noten von Nuss und Röstaromen ab, werden in ihrer Entfaltung jedoch auch in der zweiten Hälfte des Smokes durch ständiges Ausgehen gehindert. Schade!

Fazit

Sowohl die Black Lion Cameroon Robusto als auch die Connecticut Robusto sind solide Zigarren mit einer tollen Performance, wenn auch mit einer eher fragwürdigen äußeren Verarbeitungsqualität. Geschmacklich sind sie fein, werden aber wohl die Welt keines Aficionados auf den Kopf stellen. Durch ihre Milde und den relativ geringen Preis sind sie für Einsteiger oder für den leichten Smoke zwischendurch jedoch bestens geeignet.

Der Blend der Black Lion Maduro Churchill zeigt ein interessantes Geschmacksprofil, das aufgrund des grottenschlechten Rauchverhaltens bei meinem Exemplar allerdings nur ansatzweise zur Geltung kommt. Hier werde ich wohl noch einen zweiten Versuch starten.

Die Black Lion Corojo Churchill legt mit Abstand das komplexeste Aroma an den Tag. Ihre Stärke ist nicht zu unterschätzen. Die Performance der Corojo ist tadellos und sorgt für ordentlich Rauchvergnügen. Für mich ist sie somit die eindeutige Gewinnerin dieses Vergleichs.

…el rey