Moonshot Gin – In anderen Sphären

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„Hey David, Gin boomt, lass‘ auch mal einen machen. Wie wär’s, wenn wir das ganze Zeug einfach erstmal in die Luft schießen und dann schauen, was dabei rauskommt?“

So oder zumindest so ähnlich muss sich das Gespräch angehört haben, als die Idee kam diesen Gin zu kreieren. Ich möchte nun gar nicht näher darauf eingehen, wie man auf so eine Idee kommt (im Whiskey Rausch eventuell, den sie sonst herstellen?), sondern auf den Gin an sich.

Der Name ist im ersten Moment etwas irreführend – es wurde natürlich keine Destille von Neil Armstrong dort oben auf dem Mond aufgebaut und er hat sich auch kein Schlückchen in seinem Raumanzug gegönnt.

Stattdessen wurde am 07.03.2017 ein Behälter an einem Ballon befestigt und man hat ihn einfach mal 24 km in die Luft steigen lassen – bei 6 Millibar und -60 °C.

In dem Behälter finden wir:

  • Wacholder
  • Koriander
  • Kamille
  • Zitronenschalen
  • Kardamom
  • Orangenschalen
  • Zimt
  • Kubebenpfeffer
  • Lakritze
  • Engelwurz
  • Mondgestein (immerhin etwas vom Mond)

Ist der Behälter irgendwann einmal wieder unten angekommen, werden die Zutaten im Vakuum bei Raumtemperatur destilliert und danach abgefüllt – bei einer Chargen-Größe von 1.000 Flaschen (die nächste wird 2.000 Flaschen betragen).

Bei dem Blick auf die Flasche fällt als erstes der etwas ungewöhnliche Fotoaufdruck von dem Gin auf dem Gin (Ginception?) auf, welcher auf der Halterung steht, wo ansonsten auch die Zutaten in die Luft gejagt werden.

Versiegelt ist das Ganze mit einem Wachsverschluss und die Flasche besitzt natürlich einen Korken, ansonsten hat man bei der Flasche an sich auf weitere Extravaganzen verzichtet.

Nun steht natürlich eine Frage im Raum – hat diese Prozedur irgendeinen Einfluss auf den Geschmack??

Keine Ahnung!

Alle Klarheiten beseitigt? Sehr gut! Dann können wir uns den wichtigen Themen widmen, dem eigentlich Geschmack. Also, schmeckt denn dieser Gin?

Auf jeden Fall!

Trotz seiner doch stolzen 46,6 Umdrehungen steigt in die Nase kein penetranter Alkoholgeruch, sondern florale Noten mit einem Schuss Zitrus und Pfeffer.

Beim Geschmack hält sich der Wacholder tatsächlich sehr zurück und überlässt wie schon der Geruch vermuten hat lassen Zitronen-, Orangen- und erfrischenden Aromen den Vortritt – insgesamt alles eine sanfte und angenehme Nummer – nochmal wohlgemerkt mit 46,6 Umdrehungen.

Mit Fever Tree Tonic insgesamt etwas bitterer, tendiere ich eher zu Thomas Henry, welches dem Gin an sich mehr Raum gibt, sich zu entfalten. Perfekt ergänzend dazu zwei Zitronenschalen ins Glas, um diesem astronomisch guten Gin den letzten Schliff zu geben.

Vielleicht bekommen wir in ein paar Jahren auch einen Mars-Shot Gin zu Gesicht – dieses Jahr war’s noch ein April Scherz, aber wer weiß …

…el duque


Picture by el principe…

Camacho American Barrel-Aged Toro

Es gibt Zigarren, an denen führt einfach kein Weg vorbei, man muss sie probieren. Dazu gehörte für mich definitiv die American Barrel-Aged Serie von Camacho. Wie der Name vermuten lässt, spielen die USA dabei eine Rolle und zwar in der Form, dass es sich bei Deckblatt, Umblatt und einem Teil der Einlage um amerikanischen Tabak handelt. Der übrige, honduranische Teil der Einlage wurde in Bourbon-Fässern gereift, mit dem Ziel der Zigarre ein entsprechendes Aroma mitzugeben. Solche Sperenzchen lässt man sich natürlich gut bezahlen: Für das Toro-Format der Serie werden 13,80 € fällig.

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Optisch ist die Zigarre eine Wucht. Dunkles, robustes und sauber verarbeitetes Connecticut Broadleaf Deckblatt gepaart mit zwei für die „neuen“ Camachos typischen, knalligen Zigarrenringen. Der Kaltgeruch ist entgegen der Optik eher zurückhaltend. Lediglich aus dem Fuß strömt ein betörender, süßlicher und an Schokolade erinnernder Duft.

In den ersten Zügen zeigt die American Barrel-Aged dann sofort eine enorme Präsenz und liefert ein kräftiges Aroma mit Anklängen von Leder und vor allem Holz (etwa Bourbon-Fass?). Gleich zu Beginn des Smokes ersticken sowohl das perfekte Zugverhalten als auch die satte Rauchmenge jeglichen eventuellen Zweifel an der Verarbeitungsqualität bereits im Keim. Die in meinen Augen fast etwas harsche Anfangsphase fährt dann im ersten Drittels etwas herunter und die Aromen werden weicher. Mit der Zeit gesellt sich eine Art von Würze hinzu, die leider im Laufe des Zweiten Drittels in einen beißenden, kratzenden Geschmack umschlägt. Karamellige Süße, Vanille oder sonstige an Bourbon erinnernde Noten? Leider Fehlanzeige. Erst auf den letzten Zügen kann die Zigarre das Ruder noch ein Stück weit herumreißen. Das Kratzen verschwindet und es zeigen sich wieder verstärkt die weichen, angenehmen Aromen von Holz und Leder, ergänzt durch erdige Nuancen.

Fazit: Meine Erwartungen waren hoch, keine Frage. Nichtsdestotrotz ist die Art und Weise, wie die Camacho American Barrel-Agend Toro diese nicht erfüllen konnte, einfach nur schwach. Das Bourbon-Fass-Aging, welches immerhin das primäre Kaufargument dieser Zigarrre ist, konnte ich kaum bis gar nicht wahrnehmen. Abgesehen davon, war der tatsächliche Geschmack nicht ganz mein Fall. Lediglich Optik und Verarbeitung konnten mich überzeugen. Für mich ist diese Zigarre schlichtweg Durchschnitt und mit ihrem Preis von 13,80 € maßlos überteuert.

…el rey

Chinchalero Petit Corona

„Jetzt will ich Nicaragua“

Diese optisch schön anzusehende Zigarre hat noch einiges mehr in petto. Doch bleiben wir kurz bei ihrer äußeren Erscheinung. Durch die zwei verschiedenen spiralförmig gewickelten Deckblätter, ein Connecticut und ein Maduro, bekommt sie diese zweifarbige Optik. Die ersten Exemplare in diesem Stil fand ich zu Beginn eher verstörend, doch mittlerweile hat es einfach etwas „stylisches“. 

Geschmacklich hat sie mich dann direkt gepackt und nicht mehr losgelassen. Als leidenschaftlicher Nicaragua-Flavour-Fan war es für sie ein Leichtes mein Geschmacks-Herz zu erobern. Der minimale Abzug in der B-Note aufgrund der geringen Rauchmenge wird von Unmengen an Aroma mehr als wett gemacht. Die Basis bildet ein weiches, aber auf der aromatischen Ebene intensives Nicaragua-Flavour. Diese wird ergänzt durch die Café- und Schokonoten des Madurodeckblattes. Eine leichte Würze kommt durch die Zugabe des starken Ligero Tabaks in der Einlage auf und dann schwingt da noch dezent eine buttrige Vanillenote mit. All diese Geschmäcker sind hervorragend auf einander abgestimmt und ergeben einen ausgewogenen und harmonischen Blend.

Fazit: Für nur rund 3 € bekommt man hier, wenn man auf Nicaragua aus ist, definitiv einen Nicaragua sure shot und zudem noch eine Menge aromatischer Extras. Das alles zu einem unvergleichbar geringen Preis. Diese Zigarre ist eine der wenigen, die aufgrund dieses Preis-Leistung-Verhältnisses für mich absoluten Kisten-Faktor hat.

…el príncipe

Egly-Ouriet V.P. Grand Cru

Champagner von Egly-Ouriet ist gefragt, gesucht und genial! Das Prädikat Grand Cru ist hier kein Marketing Aufhänger, sondern lediglich der Anspruch einen wahrhaftigen Champagner der Königsklasse zu kreieren.

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Alles beginnt in den Weinbergen der Champagne in Frankreich. Nur Schaumwein aus diesem Gebiet darf den prestigeträchtigen Namen Champagner tragen. Vielen genügt das schon als Kaufargument für besondere Anlässe. Ein gutes Image lässt sich oft besser verkaufen als ein guter Schaumwein. Was viele große Champagnerhäuser vollbringen, ist Kunst und Alchemie zugleich. Eine Flasche durchschnittlichen Sprudels mit Prädikat Champagner wird gegen einen verhältnismäßig hohen Geldbetrag getauscht. Erinnert ein wenig an den Tauschhandel mit Glasperlenketten zwischen „Cowboys“ und den amerikanischen Ur-Einwohnern. Für die einen die Lizenz zum Gelddrucken und für die anderen die sprudelnde Diamanten-Quelle mit Prestigeaura. Ob der Gegenwert hier gewährleistet ist, sei mal dahingestellt.

In diesem Dschungel aus Lifestyleprodukten gibt es auch seriöse Champagner, die ihre Erfüllung nicht in einer Champagner-Schlacht in der Villa am Gardasee oder einer südkoreanischen Edeldiskotheken finden. Um eben diesen seriösen und anspruchsvollen Champagner geht es hier. Daher steht nicht der Name des Champagnerhauses im Fokus, sondern der Ursprung dieses Ausnahme-Weins.

Auf den Grand Cru Lagen von Ambonnay und Verzenay wachsen die über 60 Jahre alten Chardonnay und Pinot Noir Reben. Stark verkürzt gesagt: Je älter die Rebe, desto tiefer die Wurzeln, desto komplexer die Nährstoffaufnahme, desto geringer die Erträge und umso konzentrierter die wenigen Trauben. In der industriellen Weinwirtschaft werden solche Reben aufgrund ihrer zu geringen Erträge in der Regel gerodet. Für diesen Wein sind sie gerade richtig.

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Viele vergessen, dass Champagner nichts anderes ist als sprudelnder Wein. Ist der Grundwein durchschnittlich, kann auch der Champagner kein tolles Produkt werden. Bei diesem V.P. genannten Champagner von Egly Ouriet ist der Grundwein hervorragend. Er wird 12 Monate im Barrique ausgebaut und weitere 5 Jahre (!) auf der Hefe belassen. Über den positiven Einfluss der Hefe auf den Wein könnte eine extra Abhandlung geschrieben werden. Kurz gefasst: Der längere Kontakt von Hefe zum Wein kann viele „Charakterzüge“ wie cremige Textur, Aromen von Nuss bis Butter und vieles mehr hervorbringen und ausprägen.

Das Ergebnis ist schlichtweg betörend. Ein extrem komplexer, vielschichtiger und anspruchsvoller Champagner. In der Farbe dunkel Gelb mit rötlichen Reflexen des Pinot Noirs. Der reife Charakter gepaart mit extrem zarter Perlage und animierender Säureader faszinieren anhaltend. Kein Gramm Zucker zu viel, der aufträgt wie Schminke: Extra-Brut.

Um diesen Champagner entsprechend zu genießen, sollte das richtige Glas gewählt werden. Der V.P. braucht Raum, um sein ganzes Potential zu entfalten. Das Grand Cru Champagner Glas von Sophienwald hat diesen Zweck perfekt erfüllt. Als Begleitung klassisch Austern, Meeresfrüchte oder einfach so genießen. Ein Trinkerlebnis mit bleibenden Eindruck.

…el emperador

Saladin „Chaveyron 1422“ 2009

100 % Syrah von der südlichen Rhône. Klingt nicht so, als ob hier jemand das Rad neu erfindet. Aber dieser reinsortige Rhône Wein hat mich schlicht umgehauen. Damaliger Preis waren 16,80 € pro Flasche aus dem schönen Jahrgang 2009. Nach knapp acht Jahren im Keller erblickt dieser Syrah das Sonnenlicht im grünenden Garten. Tiefdunkles, frisches Rot strahlt aus dem Glas. Keine Spur von altersbedingten Brauntönen im Rotwein. Dafür so eindeutige Aromen von dunkler, reifer Olive wie ich sie selten erlebt habe. Leichte Anklänge von frisch geschnittenen Champignons sind noch zu entdecken.

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Auf der Zunge immer noch merklich junges, ungestümmes Tannin. Seidig und kühl gleitet der Wein dahin. Keine Hitze, keine Eleganz, sondern authentischer, rebsortentypischer Charakter gepaart mit Tiefgang. Ein bis zwei Jahre dürften diese Flasche noch auf ihren Zenit befördern. Macht sich gut zu dunklen Oliven, Taleggio, Ziegenkäse, Zunge, Lamm und rote Beete.

el emperador

Maravilla Edicion Limitada Robusto

Schlägt man Maravilla im Brockhaus nach, so liest man dort Folgendes: „Langweilige 08/15-Zigarre aus der Dominikanischen Republik.“ … das steht dort natürlich nicht, wäre jedoch meiner Meinung nach der korrekte Eintrag. Aber alles der Reihe nach…

Maravilla Edicion Limitada Robusto

Wie die Zigarre selbst stammt auch die Einlage der Maravilla Edicion Limitada Robusto aus der Dominikanischen Republik. Deck- und Umblatt kommen aus Ecuador. Optisch ist die Zigarre mit ihrem sauber verarbeiteten, glatten Deckblatt und den beiden aufwändigen Zigarrenringen eine echte Schönheit. Beim Entfernen der Banderole am Fußende fällt mir jedoch auf, dass das Deckblatt an dieser Stelle vom Torcedor leicht beschädigt wurde. Der Kaltgeruch ist mild, kaum wahrnehmbar und gibt sich hölzern sowie leicht süßlich.

Beim Abtasten merke ich, dass die Maravilla knallhart gerollt ist und auch die ersten Züge bestätigen dies mit einem ambitionierten Zugwiderstand. Nur durch Double-Puffs entlocke ich der Robusto eine einigermaßen ausreichende Rauchmenge. Geschmacklich zeichnen sich holzige sowie strohige Noten ab, die Zigarre ist dabei allerdings sehr mild und schlichtweg schwach auf der Brust. Im Mund hinterlässt der Rauch einen dezent cremigen Nachgeschmack. Leider ist das auch schon alles, was ich an dieser Stelle berichten kann, denn die Maravilla zeigt weder aromatische Entwicklung noch Finish… nicht einmal im Ansatz.

Fazit: Glatte 6 € kostet die Maravilla Edicion Limitada Robusto. Ihre äußere Verarbeitung wirkt deutlich wertiger. Die inneren Werte, sprich die Raucheigenschaften, habe ich im Bundle-Bereich schon weitaus besser gesehen. Geschmacklich mag sie für Einsteiger ganz angenehm sein, für fortgeschrittene Aficionados einfach nur flach und langweilig.

…el rey

Klaus Peter Keller Feuervogel Silvaner 2013

2013 war kein „großer Jahrgang“, aber ein sehr interessanter. Gerade nach ein paar Jahren zeigen die größeren Weine, welches Potential in ihnen steckt. Dieser Feuervogel Silvaner von Klaus Peter Keller ist ein gutes Beispiel dafür und fasziniert durch seine Komplexität und Ambivalenz.

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Beim Öffnen ein intensives Aroma von reifem Silvaner mit ausgeprägten Nuancen von Bienenwachs und trockenen Aprikosen. Auf den ersten Schluck kommt er klar und präzise mit einem dichten Aromenspektrum und einer extrem frischen, knackigen Säure, die sich erst im Abgang richtig zu erkennen gibt. Erinnert an das Frucht-Säure-Spiel wie man es von einer reifen Maracuja kennt, bei der Kerne und Fruchtfleisch zusammen gegessen werden.

Beim zweiten Schluck merkt man trotz des tollen ersten Eindrucks, dass dieser Wein noch sehr in sich gekehrt ist und sein großes Potential verschlossen hält. Nach ein paar Stunden an der Luft öffnet sich der Silvaner immer mehr. Die anfänglichen reifen Aromen sind fast verflogen und man merkt, dass dieser Wein noch mitten in seiner Jugend ist. Neben den Fruchtaromen und der Säure ist da noch etwas. Mineralität kommt einem in den Sinn. Was auch immer es ist, es verleiht diesem großen Silvaner eine Signatur. Auch am dritten Tag immer noch ein Wein von Statur.

Faszinierender Stoff, der unter seiner reifen Hülle seinen jugendlichen Charakter versteckt. Ambivalenz, die im Gedächtnis bleibt. Ein wenig Zeit im Keller wird zeigen, wie viel Potential wirklich in ihm steckt.

…el emperador

Tomatin 12 Years Bourbon & Cherry Casks

„Der Griff nach dem (verbotenen) Apfel“

Nein, wir sind nicht bei Adam und Eva, doch das Stichwort ist hier definitiv Apfel pur!

TomatinIm folgenden Tasting stelle ich vor: den Tomatin Single-Malt 12 Jahre jung, in Ex-Bourbonfässern gereift und als Finish nochmal in Sherryfässern nachgereift. Sein Äußeres suggeriert uns schon eine Optik, die an Apfelsaft erinnert. Mit seiner herrlich hellen, fast gelbgoldenen Farbe lächelt uns der Inhalt dieser Flasche an.tomatin

Der Duft, den dieser Whiskey verströmt, kann direkt als Apfel wahrgenommen werden und gibt sich zwar wenig vielfältig, dennoch lässt er einem das Wasser schon im Mund zusammenlaufen. Entgegen der eigenen Erwartung ist der erste Schluck zu Beginn sogar rauchig, die Überaschung darüber mündet dann aber letzten Endes doch in der erhofften Süße und Apfel breitet sich im ganzen Mundraum aus. Bei der rauchigen Note stellt sich ein leichter Gewöhn-Effekt ein, sodass zu Beginn eine Süße an der Zungenspitze dominanter wird. Der Gesamteindruck ist für seine 43 % unheimlich weich mit einer nur ganz geringen Schärfe/Würze. Ebenso ist der Abgang rekordverdächtig weich.

Fazit: Für rund 30 € und mit seiner Einfachheit ist er ein perfekter Begleiter in allen Situationen. Ob beim gemütlichen Sippen in einer Gesprächsrunde, bei der er keine Aufmerksamkeit einfordert oder beim Tasting, während dem man immer wieder gespannt nippt, um mit jedem Schluck erneut begeistert zu sein, wie ein Produkt, das nichts mit Äpfeln zu tun hat, dennoch so stark danach schmeckt. Klare Kaufempfehlung, klare Wiederholungsgefahr.

…el príncipe

RoMa Craft Tobac Wunder|Lust Robusto

Die Macher von RoMa Craft Tobac haben sich die Herstellung von Zigarren in herausragender Qualität und überschaubaren Mengen auf die Fahne geschrieben. So soll auch die Serie mit dem etwas eigenartigen Namen Wunder|Lust die Aficionados durch ihre Erstklassigkeit überzeugen. Die Zigarren werden in Nicaragua gefertigt, wo sie aus einem brasilianischen Mata Fina Deckblatt, einem indonesischen Umblatt und einer geheimen Einlage vollständig von Hand gerollt werden.

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Optisch erfüllt die Wunder|Lust Robusto wohl jeglichen Premiumanspruch. Das Deckblatt kommt dunkel-schoko-braun daher, die Blattadern sind sehr fein und kaum fühlbar. Auch die Verarbeitung lässt einen die mit 8,80 € bepreiste Zigarre eher auf den doppelten Betrag schätzen. Schnell einen Eiskaffee dazu bestellt und rein ins Vergnügen!

Der Kaltgeruch steht dem Getränk in nichts nach und umschmeichelt meine Nase mit kraftvollen, „dunklen“ Aromen, die ich mit Kaffee- und Kakaobohnen assoziiere. Zudem schwingt eine stallige Komponente mit. Trotz frühlingshafter Brise weist die Wunder|Lust Robusto eine schöne Flammannahme auf und liefert über einen angenehm leichten Zugwiderstand eine ordentliche Portion Rauch.

Geschmacklich startet sie sofort kernig, kräftig und vollaromatisch durch. Wie im Kaltgeruch lassen sich die Aromen am besten mit Kaffee und dunkler Schokolade beschreiben. Hinzu kommt eine ordentliche Würze, die aber keineswegs als Schärfe zu interpretieren ist. Die Zigarre verfügt über mehr als genug Aroma und Power, um sich neben dem cremigen Eiskaffee zu behaupten.

Der anfangs noch einwandfreie Abbrand leidet im weiteren Rauchverlauf stark unter dem Wind, was gelegentliches Korrigieren mittels Feuerzeug unumgänglich macht. Geschmacklich tut das dem Genuss jedoch keinen Abbruch. Die Wunder|Lust wird gefühlt mit jedem Zug runder, besser, leckerer. Die Würze wird schließlich von einer Süße abgelöst, die Kaffee- und Schokonoten werden zunehmend „röstiger“.

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Das letzte Drittel legt in Sachen Aromenintensität weiter nach und stellt darüber hinaus noch eine nussige Komponente ins Bild. Auch wird die Zigarre hier noch einmal kräftiger und sorgt so für ein schönes, sättigendes Finish.

Fazit: Ich bin begeistert! Lange habe ich keine bessere Zigarre, die nicht aus Kuba stammte, geraucht. Die RoMa Craft Tobac Wunder|Lust Robusto hat einfach alles. Sowohl tolle, vielseitige und vor allem intensive Aromen als auch eine außergewöhnlich gute Verarbeitungsqualität. Sie ist schön kräftig, zugleich aber auch nicht zu kräftig. Muss man unbedingt probiert haben!

…el rey

Flores y Rodriguez Claro Cabinet Seleccion Mágicos

Im heutigen Tasting nähern wir uns der Mágicos aus der Claro Cabinet Seleccion der Marke Flores y Rodriguez. Die in der Dominikanischen Republik vollständig von Hand gerollte Longfiller-Zigarre präsentiert sich mit einem schönen Deckblatt mittelbrauner Farbe und besticht durch eine hervorragende Verarbeitungsqualität. Im Kaltgeruch bleibt die 2,06 cm im Durchmesser und 12,70 cm in der Länge messende Mágicos zunächst recht zurückhaltend und liefert nicht viel mehr als ein hölzernes Aroma, das an die Auskleidung eines Humidors erinnert.

Flores y Rodriguez Claro Cabinet Seleccion Mágicos

Der Einstieg in den Smoke ist bereits butterweich, lediglich eine feine Würze kribbelt an der Zungenspitze. Geschmacklich geht die Mágicos in eine süß-fruchtige Richtung, im Hintergrund schwingt etwas milchig-cremiges mit. Im ersten und zweiten Drittel pendelt sich das Aroma auf diesen Schwerpunkten ein, eine Entwicklung ist nicht erkennbar, wird von mir aber aufgrund des feinen Geschmacks auch nicht vermisst. Sorgen machen mir dafür der schiefe, ständig korrekturbedürftige Abbrand sowie die bröselige, fransige Asche. Immerhin sind Zugwiderstand und Rauchausbeute gut.

Erst im letzten Drittel kann die Mágicos aus ihrer wohlschmeckenden Monotonie ausbrechen und wird dabei auch kantiger. Das Fruchtige verschwindet und eine hölzerne Würze sorgt kurzzeitig für ein dezentes Kratzen am Gaumen. Eine grasig-strohige Komponente kommt dazu. Ob diese Entwicklung gut oder schlecht ist, bleibt Geschmacksache. In meinen Augen hat sie der Zigarre zu einem ordentlichen, „sättigenden“ Finish verholfen.

Fazit: Für 7,60 € bekommt man mit der Flores y Rodriguez Claro Cabinet Seleccion Mágicos nicht nur eine Zigarre mit einem elendig langen Namen, sondern auch mit einem herrlichen Geschmack. Ein weicher, relativ milder Smoke mit wenigen, aber perfekt ausbalancierten Aromen und einem würzigen Finish. Einziger Wermutstropfen: der Abbrand. Empfehlung!

…el rey