Heymann Löwenstein Uhlen Laubach L GG 2011

Mosel, das ist in erster Linie Schieferboden und Riesling. Die Lage „Uhlen Laubach“ an der Mosel bietet unterschiedlichste und einzigartige Bodenzusammensetzungen auf kleinem Raum. Dieser Wein will seinen Herkunftscharakter unterstreichen. Kalkhaltiger Schieferboden prägt diese als Große Lage ausgewiesene Parzelle. Die Moselsteillagen verlangen ihren Winzern viel ab, belohnen die Arbeit aber mit unverwechselbaren Weinen.

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Bei diesem Großen Gewächs ist neben den reifen Rieslingnoten von Bienenwachs und Honig sofort die typische Schiefernote präsent. Cremige Textur im Mund, die durch den etwas höher ausgefallenen Restzucker ein wenig dick und gefällig wirkt. Aber über Restzucker und „knochentrocken“ lässt sich streiten. Viel Länge am Gaumen und eine harmonische Säure begeistern dennoch. In den kommenden Stunden entfaltet sich dieser Riesling immer weiter und es kommen deutliche Aromen von Datteln und Honigmelone hinzu.

Im Riesling-Dschungel an der Mosel ist es schwierig den Wein vor lauter Reben zu sehen. Dieser Riesling hier bietet Eigenständigkeit und eine Abwechslung zu dem manchmal etwas in Tradition eingefrorenen Geschmacksprofil an der Mosel. Kein Muss, aber einen Versuch wert.

…el emperador

Mas Jullien Rosé 2013

Die Weine von Olivier Jullien aus dem Languedoc entsprechen nicht dem aktuellen Zeitgeist. Sie sind jung getrunken kaum zugänglich, aber nicht weil sie dick und überladen sind. Man muss diesen urwüchsigen Naturweinen nur etwas Zeit geben, sich zu entwickeln. Sie erinnern daran, dass Wein „lebendig“ ist und kein steriles Industrieprodukt. Aber nicht zu verwechseln mit so manchem Naturwein, der nur noch nach den wilden Hefen einer stockenden Spontanvergärung riecht. Sauberer Wein mit Terroirprägung und elegantem Charakter.

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Wenig Frucht dafür viel Faszination. Dieser Rosé packt zu und zeigt Gerbstoffe. Er sollte ein wenig Zeit auf der Flasche liegen, damit die Gerbstoffe ein wenig abschmelzen und der Wein seine stoffige Struktur offenbart. Ein wenig wilde Kräuter, ein bisschen animierende Säure und irgendwie genau richtig. Rosé mit Tiefgang als Begleiter für Tapas und mediterrane Küche.

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Cascina Luisin Nebbiolo delle Langhe 2010

100 % Nebbiolo, Piemont und ehrlich. In der Nase ist sofort die wilde Note der Spontanvergärung wahrzunehmen, danach folgt kerniges, leicht bäuerliches Italien. Nach knapp Sechs Jahren ist dieser Wein auf seinem Höhepunkt. Die Frucht hat sich zurückgezogen und es bleibt das würzige Aroma der Nebbiolo Trauben.

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Er ist relativ transparent, also wenig Anthocyan, aber bringt eine Menge Aromen und ein paar kernige Gerbstoffe mit. Ein Wein, der nach einem Essen verlangt und es fürstlich begleitet. In dieser Preiskategorie von unter 15 € legt dieser Wein ordentlich vor. Wacholderbeeren, Wildkirschen, ein wenig Nelke, Würze, feine Säure und perfekt abgerundete Gerbstoffe sind der Dank für ein paar Jahre Lagerung und offenbaren erst sein Potential. Nicht so dünn und weichgespült wie mancher Rotwein, aber auch nicht überladen mit zu viel Tanninen. Für Fans von authentischen Piemont Weinen und die, die welche werden wollen.

…el emperador

Danjou Banessy Supernova 2015

Die Rebsorte Muscat d´Alexandrie aus dem Roussillon kommt hier nicht als Süßwein zum Einsatz, sondern als knochentrockener Orange Wine. In der Nase überwiegen Noten von getrockneten Früchten wie Aprikosen und einem intensiven Muskateller Aroma. Kräftiges Orange in der Farbe, aber nicht eingetrübt wie unfiltrierter Apfelsaft, sondern relativ klar.

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10,5 % Alkohol machen diesen Wein trotz der spürbaren Phenole zu seinem sehr leichten Wein, der einfach läuft, aber bei jedem Schluck überrascht. Wie kann etwas so schwer im Duft und doch so leicht im Mundgefühl sein? Die phenolische Struktur, die durch die Maischegärung entsteht, packt anfangs leicht adstringierend auf der Zunge zu. Verschreckt vielleicht den ein oder anderen Weißweintrinker, aber macht diesen Orange Wine zu einem passenden Begleiter für die Asia-Küche.

In Anbetracht der anspruchsvollen Herstellung von Weinen mit Maischegärung ist der Preis erfreulich und angemessen. Es wird kerngesundes Lesegut benötigt, da bereits eine „kaputte“ Traube während ihrem Stand auf der Maische den zukünftigen Wein ungenießbar machen kann.

Kein dicker Orange Wine, der schwer im Glas liegt und bei dem der Genießer nach einem Glas „satt“ ist. Erfrischend neu und anders. Leider lässt er ein wenig die zupackende Länge im Mund vermissen.

…el emperador

Don Tomás Clasico Robusto

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Update:

Nach weit über 15 gerauchten Clasico Robustos ziehe ich mein Fazit in der Kategorie gehobene Alltagszigarre unter 5 €. Jedes bisher verkostete Exemplar hat mich überzeugt. Die leckeren, würzigen Aromen und der cremige Rauch waren immer präsent. Gleichzeitig strengt die Zigarre nicht an. Der Preis liegt mittlerweile bei 4,20 € aber diese Zigarre liefert, was anderen 10-€-„Stengeln“ fehlt. Das Gesamtpaket stimmt hier. Mein langjähriger Favorit in dieser Kategorie, die Casa Magna Belicosos aus Nicaragua, muss sich nun mit dem zweiten Platz begnügen. <

Die Robusto kommt mit einem schlichten Deckblatt daher. Durchzogen von feinen, aber deutlich erkennbaren Adern und gleichzeitig optisch sehr schön verarbeitet, weiss man diese Zigarre nicht richtig einzuordnen. Entfernt man die Bauchbinde könnte man aufgrund der Deckblattfarbe denken, dass man eine Kubanerin vom Kaliber Bolivar vor sich hat. Das San Augustin Deckblatt und das Umblatt stammen aus Honduras. Die Einlage kommt aus Nicaragua und Honduras. Die Bauchbinde hat den typischen Kuba-Goldmünzen Look, der schwarz unterlegt ist, aber mit einem orangefarbenen Streifen durchzogen ist. Diese Kombination wirkt zwar schlicht,  birgt aber einen großen Wiedererkennungswert.

Der Kaltgeruch ist würzig, mit leichter Tabaknote und schwer einzuordnen, jedoch vielversprechend! Das Anschneiden geht problemlos. Die ersten Züge offenbaren, welches Potenzial in diesem Preiswunder (3,90 €) liegt. Das erste Drittel bringt einen wunderbar würzigen Geschmack mit sich, der meiner Meinung nach den typischen Geschmack der Herkunft in sich trägt. Die Stärke tritt erst im zweiten Drittel in den Vordergrund und bewirkt einen angenehmen Wandel, wodurch die Zigarre nicht langweilig wird. Die Rauchentwicklung ist mittelmäßig, aber ausreichend. Im letzten Drittel kommt eine kräftige Pfeffernote hinzu, welche aber nicht mit einer unangenehme Schärfe verwechselt werden darf. Der Rauch selbst wirkt dicht, weiß, aber auch transparent. Der Abbrand ist bis zum Ende sehr linear und reguliert sich selbst. Gegen Ende neigt sie ein wenig zum Tunnelbrand, aber mit ein wenig Aufmerksamkeit lässt sich dieser in Schach halten. Kurz vor der Bauchbinde ist leider Schluss mit Rauche, da sich die Stärke in diesem Bereich plötzlich zu sehr konzentriert. Begleitet wurde der Smoke mit einer südfranzösischen Rotwein Cuvée von Pierre Clavel bestehend aus Syrah, Grenache und Mourvèdre.

Fazit:

Diese Robusto ist mit 1,98 cm Umfang und 12,70 cm Länge eine typische Robusto, doch ihr Geschmack ist einfach gut und geht sogar ein wenig über einen alltäglichem Smoke hinaus. Mit 3,90 € ist sie sehr preiswert und eine Empfehlung für alle, die Honduras kennenlernen wollen oder einfach auf der Suche nach einem überdurchschnittlichen Alltagssmoke sind.

Übersicht:

Preis: 3,90 €

Einlage: Honduras/Nicaragua

Umblatt: Honduras

Deckblatt: Honduras

Länge: 12,70 cm

Durchmesser: 1,98 cm

Zugwiderstand: mittel-leicht

Abbrand: gerade und gleichmäßig

Rauchdauer: mittel-lang

Rauchentwicklung: mittel

Geschmack: würzig, pfeffrig

Preis/Leistung: sehr gut-überragend

Trinkbegleitung: Kräftiger Wein aus Südfrankreich

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H. Upmann Majestic

Eine in der Tat majestätische Eleganz bringt das schlanke Cremas-Format der H. Upmann Majestic mit sich. Das verhältnismäßig dunkle Deckblatt der knapp 14 cm langen und 1,59 cm im Durchmesser messenden Zigarre mutet mit seiner groben Verarbeitung jedoch eher bäuerlich an. Dafür verströmt die Majestic einen umso betörenderen Duft mit einem deutlich holzigen Einschlag und einer feinen Tabaksüße.

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Die ersten Züge präsentieren sich überraschend intensiv im Geschmack und liefern ein herrlich ausgewogenes Aroma, dessen Cremigkeit von der dichten Textur des Rauchs zusätzlich hervorgehoben wird. Daneben sind hölzerne und ledrige Noten zu entdecken. Der Zug der Majestic ist leider etwas fest, was jedoch zumindest zum Teil an der von mir getroffenen Entscheidung liegt, die Zigarre anzubohren. Dafür kann der Abbrand über die gesamte Rauchdauer hinweg glänzen. Ebenso erfreulich ist die geschmackliche Entwicklung im letzten Drittel der Zigarre: von hölzernen hin zu bitterschokoladigen Noten sowie von ledrigen hin zu erdigeren Aromen.

Fazit: Die H. Upmann Majestic ist eine feine Havanna zu einem angemessenen Preis von 4,60 €. Gerade jetzt, da die herbstlichen Temperaturen das Rauchen großformatiger Zigarren im Freien unangenehmer gestalten, eignet sich die Majestic hervorragend für einen kurzen, aber aromatischen und ausbalancierten Smoke.

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Horst Sauer Eschendorf am Lumpen Silvaner Großes Gewächs 2013

Über die Weine von Horst Sauer wird viel diskutiert. Manchen sind sie zu laut, zu fränkisch, zu simpel und andere sehen in ihnen einen Referenzwert für Franken. Fakt ist, diese Weine haben innerhalb kürzester Zeit den Markt erobert und für Furore gesorgt. Aber am besten selbst ein Bild davon machen.

Dieser Silvaner stammt von der steilen Lage Eschendorf am Lumpen und von über 50 Jahre alten Reben. Von der Flasche direkt ins Glas – ohne Umweg über die Karaffe – und der Wein offenbart sich sofort von seiner expressiven Seite: Exotische Früchte, frische Birne und etwas grasig. Cremig-gefällig im Mundgefühl, aber gepaart mit Silvaner-typischer Rasse.

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Minütlich formieren sich die Aromen neu und werden immer präziser. Man kann kaum glauben, dass dieser Wein spontan vergoren ist und ohne Reinzuchthefen oder ähnliches auskommt. Aber es sind nicht nur simple Primäraromen, die hier begeistern. Dieser Silvaner gibt einfach ein sehr rundes Gesamtbild ab und schmeckt so gar nicht nach bäuerlichem, fränkischen Silvaner.

Dieser Wein bringt gehobenen Trinkspaß und zaubert Lugana-Trinkern sowie fortgeschrittenen Weinfans ein zufriedenes Lächeln ins Gesicht. Mal sehen, wie er sich in den nächsten Jahren entwickelt.

…el emperador

Meursault Antoine Jobard 2010

Chablis kennt jeder. Meursault ist da schon weniger geläufig. Der Ort liegt inmitten der Côte de Beaune im Burgund. Zugelassen sind dort rote und weiße Rebsorten. Berühmt ist die Appellation vor allem für seinen exzellenten Chardonnay.

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Dieser Meursault stammt von dem Winzer Antoine Jobard und findet nun nach knapp 6 Jahren seinen Weg ins Glas. Goldgelb schimmert er und verströmt einen präzisen Geruch nach Cantaloupe-Melone, Ananas, Kräutern und Nüßen. Der ein oder andere am Tisch bemerkt leichte Petrol-Noten. Möglicherweise dem fortgeschrittenen Alter dieses Chardonnays geschuldet.

Dicht in der Textur und leicht im Trinkfluss. Ein Wein, der sich noch über Stunden weiter entwickelt. Faszinierend, wenn da nicht die burgundischen Preise wären.

…el emperador

Rocky Patel Vintage 1990 Robusto

Die Churchill aus der Vintage 1990 Serie von Rocky Patel wurde bereits vorgestellt. Daher nur ein kleiner Nachtrag zu den Qualitäten der etwas kleineren Robusto.

Die Zigarre ist noch recht jung und der Kaltgeruch trotzdem nur sehr dezent wahrzunehmen. Kräftig im Antritt mit viel Pfeffer auf der Zunge. Man muss ihr etwas Zeit lassen bis sie in Fahrt kommt. Etwa im zweiten Drittel beginnen sich die typischen Aromen von Cedrelenholz, Espresso und einer holzigen Würze zu entwickeln. Zeitgleich wird der Rauch immer cremiger und dichter. Der anfängliche Unmut über den zurückhaltenden Start ist verflogen und die Zigarre beginnt unglaublich viel Spaß zu machen.

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Der Abbrand ist nicht der Schönste, aber reguliert sich selbst und bedarf keiner weiteren Aufmerksamkeit. Aber Vorsicht, die Asche neigt zum leichten Zerfall. Im letzten Drittel läuft die Robusto einem tollen Finish entgegen. Alle Aromen treten nochmal etwas stärker in den Vordergrund bis die Zigarre kurz nach der zweiten Bauchbinde ausgeht. So lassen sich die letzten, warmen Sonnenstrahlen des Sommers genießen.

Die Vintage 1990 Serie ist ein kleines Preis-Leistungs-Wunder. Mit viel Tiefgang begeistert sie von Anfang bis Ende. Wer etwas mehr Zeit übrig hat sollte aber unbedingt zur Churchill greifen, da sie aufgrund der Länge der Aromaentwicklung etwas mehr Spielraum gibt.

…el emperador

La Aurora Black Lion

Seit Anfang des Jahres 2016 gibt es eine neue Serie der dominikanischen Tabacalera schlechthin mit dem Namen La Aurora Black Lion. Wobei ich angesichts des Bauchbindendesigns zunächst dachte, dass Camacho neue Zigarren herausgebracht hat… Die Black Lion Serie unterteilt sich in die Deckblattvarianten Cameroon (blau), Connecticut (gelb), Corojo (giftgrün) und Maduro (orange). Als Formate stehen dem Aficionado jeweils Robusto, Churchill, Toro und Gran Toro zur Auswahl, wobei sich die Preise zwischen 4,90 € (Robusto) und 5,80 € (Gran Toro) bewegen. Bei diesen attraktiven Konditionen liegt es natürlich nahe, direkt jede Deckblattvariante zu probieren, um zu sehen, ob La Aurora mit dieser Serie nicht nur optisch mit den feinen Camachos mithalten kann…

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Hat man eine Black Lion in der Hand, fallen zunächst drei Dinge auf:

  1. Die Bauchbinde ist qualitativ sehr grenzwertig
  2. Das Deckblatt ist alles andere als schön und zudem noch schlecht verarbeitet
  3. Die Zigarre an sich ist sehr locker gerollt

Diese drei Punkte, soviel nehme ich vorweg, treffen ausnahmslos auf alle vier von mir gerauchten Exemplare zu. Offensichtlich wird der relativ geringe Preis durch ebenso geringe Verarbeitungsqualität ermöglicht…

La Aurora Black Lion Connecticut Robusto

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Als erstes mache ich mich an eine Robusto mit Connecticut-Deckblatt, die einen feinen Duft von Stroh verströmt. Angesichts der mangelnden äußeren Qualitäten sind die ersten Züge dann eine wahre Überraschung. Der Zugwiderstand ist zwar, wie zu erwarten war, extrem gering bis nicht vorhanden, doch die Zigarre gibt satte Mengen an cremigem Rauch ab. Vor allem aber: sie schmeckt gut! Kein Beißen wie bei manch anderen jungen Zigarren, dafür ein wunderbar weiches und frisches Aroma von Gras, Stroh und mildem Holz. In Sachen Stärke findet die Black Lion Connecticut gänzlich nicht statt, was sie jedoch perfekt für einen leichten Smoke zwischendurch macht. Auch die Performance ist im Hinblick auf die mangelhafte äußere Verarbeitung ein unverhoffter Segen, brennt die La Aurora doch kerzengerade und ohne den kleinsten Aussetzer herunter. Etwas mehr geschmackliche Entwicklung wäre sicherlich schön, doch auch so ist die La Aurora Black Lion Connecticut mit ihrem feinen, sanften Aroma eine durchweg solide Zigarre.

La Aurora Black Lion Cameroon Robusto

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Auch das aus Ecuador stammende Cameroon-Deckblatt weiß weder durch besondere Attraktivität zu glänzen, noch hat es eine sonderlich gute Verarbeitung erfahren. Umso besser gefällt mir der fein süßliche Tabak-Kaltgeruch. Bei den ersten Zügen zeigt die Cameroon etwas mehr Charakter als die Connecticut. Sie liefert Aromen von kräftigem Holz, etwas Stroh und vor allem eine dominante, klassische Tabaknote. Wie schon die Connecticut weist die Cameroon Robusto, bedingt durch ihre lockere Rollung, kaum Zugwiderstand auf, qualmt jedoch mindestens genauso stark. Im weiteren Rauchverlauf findet hier sogar eine kleine geschmackliche Entwicklung statt: Zu den anfänglichen Aromen gesellt sich zunächst eine gewisse Cremigkeit und später eine erdige Note hinzu. Alles in allem ist die Black Lion Cameroon dennoch recht zurückhaltend und zudem sehr mild. Beachtenswerterweise glänzt auch diese Zigarre trotz ungleichmäßiger und lockerer Rollung mit einem bis zum Schluss perfekten Abbrand.

La Aurora Black Lion Corojo Churchill

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Bei der Black Lion Corojo, von der ich mir geschmacklich bereits im Vorfeld mehr erwarte als beispielsweise von der Connecticut, soll es gleich eine Nummer größer sein, also fällt hier meine Wahl auf die Churchill. Beim Riechen am groben, gewohnt rustikal verarbeiteten Deckblatt steigt ein süßlicher Duft von Tabak und Holz in meine Nase. Nach dem Anzünden zeigt die Corojo sofort überdeutlich, dass sie sich von der Cameroon und der Connecticut abhebt. Sie füllt meinen Mund mit sattem Pfeffer sowie einem kernig würzigen Holzaroma. Auch ihre Stärke drängt sich mir sofort auf und zieht mir bis in den Magen. Es dauert allerdings nicht lange bis sich der Löwe beruhigt. Die Zigarre wird mit jedem Zug weicher und es kommt ein fruchtiges Aroma mit leicht säuerlichen Anklängen auf. Auch im Zugverhalten unterscheidet sich die Corojo von ihren beiden Vorgängerinnen und leistet deutlich mehr Widerstand. Die enorme Rauchmenge bleibt davon unbeeinflusst. Im Bereich des zweiten Drittels geht die Beruhigung des Löwen nun sogar so weit, dass er beinahe einschläft. Mag heißen, die Zigarre dünnt geschmacklich sehr stark aus und liefert im Vergleich zum wuchtigen Anfang kaum noch Aromen. Erst im letzten Drittel zieht die Black Lion Corojo wieder an und zeigt sich erneut von ihrer kräftig würzigen, holzigen Seite. Bis zum Schluss bietet sie mir so einen sättigenden Power-Smoke und begeistert mich sowohl mit ihrer aromatischen Vielfalt als auch Entwicklung. Der Abbrand der Corojo Churchill kann leider nicht ganz an die beiden bisherigen Black Lion Exemplare anknüpfen und bedarf des Öfteren feurige Unterstützung.

La Aurora Black Lion Maduro Churchill

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Getreu dem Motto „das Beste kommt zum Schluss“ nehme ich mir die Black Lion Maduro als letztes vor. Das kräftig dunkle Deckblatt und der herrlich würzige Kaltgeruch geben mir scheinbar schon im Voraus recht. Im Mund ist die Black Lion Maduro dann sofort mit ihrem dichten, cremigen Rauch präsent und besticht durch kräftig erdige Noten sowie eine dezente Chilli-Schärfe an der Zungenspitze. Auch hier zeichnet sich gleich zu Beginn eine ordentliche Portion Stärke ab. Noch im ersten Drittel kommt eine leichte Süße hinzu und die Zigarre wird dadurch ein Stück weit runder. Im Gegensatz zur etwas fester gerollten Corojo Churchill ist der Zugwiderstand der Maduro wieder äußerst gering. Das ist nicht weiter schlimm, doch die Tatsache, dass die Zigarre allein bis zum Erreichen der Hälfte viermal ausgeht, ist nicht tolerierbar. Unter dieser schlechten Performance leidet natürlich auch der Geschmack. Stellenweise zeichnen sich Noten von Nuss und Röstaromen ab, werden in ihrer Entfaltung jedoch auch in der zweiten Hälfte des Smokes durch ständiges Ausgehen gehindert. Schade!

Fazit

Sowohl die Black Lion Cameroon Robusto als auch die Connecticut Robusto sind solide Zigarren mit einer tollen Performance, wenn auch mit einer eher fragwürdigen äußeren Verarbeitungsqualität. Geschmacklich sind sie fein, werden aber wohl die Welt keines Aficionados auf den Kopf stellen. Durch ihre Milde und den relativ geringen Preis sind sie für Einsteiger oder für den leichten Smoke zwischendurch jedoch bestens geeignet.

Der Blend der Black Lion Maduro Churchill zeigt ein interessantes Geschmacksprofil, das aufgrund des grottenschlechten Rauchverhaltens bei meinem Exemplar allerdings nur ansatzweise zur Geltung kommt. Hier werde ich wohl noch einen zweiten Versuch starten.

Die Black Lion Corojo Churchill legt mit Abstand das komplexeste Aroma an den Tag. Ihre Stärke ist nicht zu unterschätzen. Die Performance der Corojo ist tadellos und sorgt für ordentlich Rauchvergnügen. Für mich ist sie somit die eindeutige Gewinnerin dieses Vergleichs.

…el rey