Von Winning Forster Ungeheuer 500 Riesling 2011

Ein sehr eigener, aber auch spannender Stil wird bei diesem Wein verfolgt. Riesling spontan vergoren, mit langem Kontakt auf der Vollhefe und ausgebaut im Barrique. Aber kein Weißwein, der durch seine Machart dominiert wird. Die Reben wachsen auf der großen Lage Forster Ungeheuer, welche durch ihre Vielfalt an Bodentypen eine besondere Charakterprägung im Wein hinterlässt. Das Terroir wird hier schön integriert und gibt ihm ein stabiles Fundament mit auf den Weg.

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Die Aromen sind schwer zu fassen und reichen vom typischen Riesling Geschmack bis hin zu diversen exotischen Früchten. Aber kein Obstsalat wie bei den Großen Gewächsen von Horst Sauer, sondern noch versehen mit einer knackigen Mineralität. Cremig und spritzig zu gleich. Ein sehr eigenständiger Riesling, der neue Wege aufzeigt und den ein oder anderen „Riesling-Traditionalisten“ fordert. Sollte je nach Jahrgang in 3-6 Jahren getrunken werden. Dieser Forster Ungeheuer Riesling 2011 hat schon am Horizont ein wenig Ermüdungserscheinungen aufblitzen lassen.

…el emperador

Château du Cleray Muscadet-Sèvre-et-Maine Sur-lie 2012

Muscadet ist eine Appellation an der Loire in Frankreich. Sie ist berühmt für ihre sehr trockenen, mineralischen Weißweine. Den Namen Muscadet dürfen nur Weißweine tragen, die innerhalb der Appellation aus der dort angebauten Rebsorte Melon de Bourgogne erzeugt werden. In Muscadet ist das Terroir teilweise sehr unterschiedlich und damit auch die Möglichkeiten, Wein mit entsprechendem Charakter hervor zu bringen.

Der Zusatz „Sèvre-et-Maine“ ordnet den Wein einer Extra-Appellation (davon gibt es vier) innerhalb des Muscadet Gebietes zu. In diesem Fall: Muscadet-Sèvre-et-Maine. Der Begriff „Sur-lie“ bedeutet in etwa „von der Hefe“ und weist auf die Art der Weinerzeugung hin. Dabei ist vorgeschrieben, dass der Wein mindestens bis zum 1. März des Jahres nach der Lese auf der Feinhefe ruhen muss. Die Summe all dieser Faktoren bringt einen sehr faszinierenden und eigenständigen Wein hervor. In der Regel sollte Muscadet sehr jung getrunken werden, um die volle Portion animierende Frische zu genießen. Dass es Ausnahmen gibt, bestätigt dieser Muscadet-Sèvre-et-Maine Sur-lie aus dem Jahrgang 2012 vom Château du Cleray.

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Er riecht frisch und grün. Man erwartet einen fruchtigen Wein, aber im Mund angekommen ist es schwer zu fassen, was hier getrunken wird. Eine vordergründige, animierende Säure kleidet den ganzen Mund aus. Noten von frisch aufgeschnittenem Apfel und geriebener Lemonenschale strömen aus dem Glas. Crispy, salzig, trocken und belebend. Ein leichter Wein, hervorragend zu Fisch und Muscheln aller Art. Aber auch ein angenehm leichter, knackiger Durstlöscher im Sommer. Hält sich gut ein paar Tage offen im Kühlschrank ohne Frische einzubüßen. Mit über fünf Jahren auf der Flasche steht dieser Muscadet immer noch wie am ersten Tag. Er verträgt also entgegen der Empfehlungen gut ein paar Jahre Lagerung.

…el emperador

Perdomo 20th Anniversary Maduro Robusto

Perdomo steht für endlose Zigarren-Vielfalt. Manchmal fällt es schwer einen ordentlichen Überblick zu bekommen. Bei welcher Linie am besten anfangen? Diesmal eine Stichprobe, frei von Auswahlkriterien.

Perdomo-typische auffällige Bauchbinde, wie man sie u.a. bei der überzeugenden Grand-Cru Serie findet. Ein ordentliches Deckblatt, aber auch nicht mehr. Dafür jedoch sind die inneren Werte umso interessanter. Schwarzer Tee, stallige Ammoniak-Noten und gerösteter Kako werden schön von cremig-dichtem Rauch transportiert. Perfekter Zug bei diesem Eexemplar!

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Kräftige, aber gereifte, runde Aromen dominieren den gesamten Smoke. Anregend und abwechslungsreich von Anfang bis Ende. Durch den gehobenen Preis wird diese Zigarre wahrscheinlich nur Perdomo-Fans ansprechen, da es ein paar adäquate Maduros  im Robusto-Format für weniger Geld gibt.

…el emperador

Casa Magna Colorado Belicosos

Update:

>Letztes Jahr hat die Don Tomás Clasico Robusto den ersten Platz meiner Lieblings-Alltagszigarren erlangt. Verdrängt wurde damals die Casa Magna Colorado Belicosos auf den zweiten Platz. Nun kommt es zu einem Rematch um die Krone.

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Mittlerweile hat sie ein paar Jahre auf dem Buckel. Der Kaltgeruch ist aber immer noch so intensiv wie am ersten Tag. Die Bauchbinde und das rustikale, dunkle Deckblatt begeistern noch immer. Die Aromen von Espressosatz, dunkler Schokolade und einer zarten Süße haben sich noch enger aneinander angenähert. Die Zigarre wirkt viel runder. Die kritische Phase beginnt bei diesem Format meistens im letzten Drittel. Aber diesmal kein Durchhänger, sondern ein betörend schöner Smoke bis hinter die Bauchbinde. Wunderbar. Nicht genug für den ersten Platz, aber dafür eine echte Jugendliebe.<

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Backround:

Die Zigarren Marke Casa Magna ist eine Kreation des Zigarren-Blenders Manuel Quesada. Die Marke ist unterteilt in die drei Linien: Colorado, Oscuro und Domus Magnus. Produziert wird in der Fabrik von Nestor Plascencia in Esteli, Nicaragua.

Die hier getestete Casa Magna im Belicosos Format entstammt der Colorado-Linie. Diese Linie wird nur aus nicaraguanischen Tabak gefertigt und ist somit eine Puro.

Es weht kein Wind an diesem Nachmittag, die Sonne steigt langsam wieder hinab, am Himmel nur der einzelne Kondensstreifen eines Flugzeuges auf dem Weg ins Sorgenlose. Es ist Sommer. Der Blick schweift behäbig über die Szenerie und stockt plötzlich vor diesem Erscheinungsbild. Die Augen wandern langsam an den Kurven eines sonnenverwöhnten Körpers empor. Der goldene Anzug schimmerte matt auf ihrer Haut. Ein Anblick, nur schwer in Worte zu fassen und schlicht bestechend durch Traummaße von 15,87cm Länge und einen Durchmesser von 2.14cm.

Auf fast ähnliche Weise ist es zu dieser Liebesgeschichte gekommen. Aber Schönheit liegt bekanntlich im Auge des Betrachters und Liebe macht blind. Daher nun die harten Fakten:

Tasting:

Die Zigarre wirkt auf den ersten Blick sehr rustikal, aber durch ihr dunkles, von groben Adern durchzogenes, leicht ölig schimmerndes Deckblatt auch wieder edel. Die schön spitz zu laufende Belicosos-Form unterstreicht diesen Eindruck und verleiht ihr, trotz der Größe ein filigranes Auftreten. Die goldene Bauchbinde kontrastiert sehr ansehnlich mit dem dunklen Colorado-Deckblatt.

Der Kaltgeruch ist kräftig, würzig wobei Schoko- und Stallaromen dominieren wozu sich eine leichte süße Note gesellt. Das Anschneiden der Zigarre macht besonders Spaß, da durch das spitz zu laufende Format die Möglichkeit gibt zwischen einer kleinen oder großen Mundöffnung zu variieren, ohne dass dabei das Deckblatt einreißt oder zerfledert. Das Ringmaß erfordert ein großflächiges Anzünden, wobei das robuste Deckblatt auch einige Ausrutscher verzeiht ohne unschöne Kokelspuren aufzuweisen.

Der erste Zug ist bereits voller Aromen und zeigt von Anfang an, dass der geringe Preis von 4,60€ und die nicht-kubanische Herkunft keinen Abbruch tun. Schokolade, der Geruch von dumpfen, abgebrühten Espresso-Satz und eine leichte Süße im Mund sind zu schmecken und riechen. Die Stärke ist gerade richtig, um die Aromen zu begleiten. Die Rauchausbeute ist mittel bis stark und lässt einen cremigen und weißen bis leicht bläulichen Smoke zu Tage treten.

Fast mit jedem Zug entwickelt sich das Aroma ein wenig weiter, weg von der süßlichen Schokolade in Richtung eines leicht kräftigen, pfeffrigen Smokes, wie man ihn aus Nicaragua kennt. Etwas über der Hälfte ist der Aroma-Zenit überschritten und die Zigarre lässt immer unverkennbarer ihre Herkunft durchscheinen. Die anfängliche Süße ist verschwunden und das Aroma geht in Richtung von zuckerfreier Schokolade mit über 75% Kakao-Anteil gepaart mit einer dominanten Weiß-Pfeffer-Note.

Wer es stark und pfeffrig mag kann diese Zigarre (von möglichen Abbrand-Fehlern o.ä. abgesehen) fast bis zum Ende der Bauchbinde rauchen. Dabei sollte man Ihr die nötige Beachtung schenken, da Sie auf den letzten Zentimetern zum Tunnelbrand neigt. Im Mund bleibt ein angenehmer Geschmack zurück, der sich sogar am darauffolgenden Tag noch erahnen lässt. Eine wirklich tolle Zigarre, die den Vergleich mit mancher hochpreisigen Zigarre nicht scheuen muss. Wobei hier keinesfalls die neue Premium Grand Cru Elite dargestellt werden soll, denn das will sie gar nicht sein. Wer Vergleiche mit Cohiba, Montecristo oder ähnlichen, zumindest preislichen Premium Marken zieht, hat diese Zigarre nicht verstanden. Hier wurde schlichtweg eine wunderbare Zigarre kreiert, die sich preislich für den Alltag eignet aber auch tiefgründig genug ist, um den Abend bei einem gemütlichen Glas Rotwein zu begleiten. Bei den verschiedenen Tastings haben sich unter den Rotweinen vor allem Nebbiolo und Syrah als gut geeignete Begleiter erwiesen.

Dieser Casa Magna Colorado Belicoso wurde von Tag Eins an Liebe geschworen und auch mit einer Kiste bekundet. Es gibt nur wenige, die ihr nicht verfallen sind.

Fazit:

Die Casa Magna Colorado Belicosos ist eine mittelkräftige, sehr gut verarbeitete Zigarre, die rein objektiv durch ihre Größe, Geschmack und das unglaubliche Preisleistungsverhältnis glänzt. Nebenbei besitzt sie auch ein wirkliches Reifepotenzial. Besondere Empfehlung für Nicaragua-Fans!

Übersicht:

Preis: 4,60 €

Einlage: Nicaragua

Umblatt: Nicaragua

Deckblatt: Nicaragua

Länge: 15,87 cm

Durchmesser: 2,14 cm

Zugwiderstand: mittel-leicht

Abbrand: gerade und gleichmäßig

Rauchdauer: mittel-lang

Rauchentwicklung: mittel

Geschmack: schokoladig, süßlich, Espresso

Preis/Leistung: Sehr gut-Überragend

Trinkbegleitung: Rum (Ron Botran), Wein (Syrah, Carignan oder Nebbiolo)

…el emperador

Glenkinchie 12 Jahre

Die Brennerei Glenkinchie wurde 1825 gegründet und liegt in den schottischen Lowlands. Die 12 Jahre alte Abfüllung der Brennerei, die preislich um die 30 € liegt, wird im Rahmen der Serie „Classic Malts of Scotland“ von Diageo vermarktet und repräsentiert darin die milden und weichen Whiskies ebendieser Region.

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Beim Nosing erinnert mich der extrem fruchtige und spritzige Duft des Glenkinchie zunächst an Obstbrand sowie Zitrusfrüchte. Mit der Zeit sickern zudem blumige Aromen hindurch. Insgesamt macht dieser Single Malt sowohl einen äußerst milden als auch einen frischen und leichten Eindruck.

Im Mund dann erneut zunächst die Assoziation mit Obstler… Birnen kommen mir in den Sinn. Der Glenkinchie schmeckt wunderbar fruchtig, ist dabei jedoch weniger süß, sondern eher erfrischend säuerlich. Stellenweise lassen sich zudem etwas Malz sowie eine feine Würze erahnen. Die 43 Volumenprozent Alkohol machen sich in Form einer zusätzlichen Frische bemerkbar.

In seinem mittellangen Abgang, der vielmehr kühlend als wärmend ist, legt der Glenkinchie zwar in Sachen Süße und Würze ein Stück weit nach, doch auch hier manifestiert sich der säuerlich-fruchtige Gesamteindruck.

Fazit: Ein durchaus feiner Malt, wenn es mal etwas leichter sein darf. Für mich ein schöner Frühlings-Dram, der nicht allzu komplex ist, aber dennoch einen gewissen Tiefgang  und Charakter an den Tag legt.

…el rey

Chianti Classico „Montesecondo“ 2011

Chianti Classico, eine Appellation in der Toskana, in der auf weit über 6000 Hektar Weinreben kultiviert werden. In den letzten Jahren wurde viel unternommen, um den Ruf des Chianti Classico Weins zu verbessern. Strengere Auflagen bei der Produktion, unter anderem ein höherer Sangiovese Anteil, sollen die Qualität weiter steigern. Neben dem angestrebten Imagewandel tut sich in der Region etwas. Die Winzer wagen den Weg weiter Richtung Charakter und Eigenständigkeit im Wein. Problematisch wird es, wenn die Winzer einen „traditionellen“ Chianti Classico Stil verfolgen, bei dem regionale Rebsorten in den Wein einfließen sollen. Ist im Zuge dessen der Sangiovese Anteil zu gering, kann es zu einem Konflikt mit den feststehenden Qualitätskriterien kommen und die Klassifizierung zu einem Chianti Classico versagt bleiben.

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Der Winzer Silvio Messana mit seinem hier vorgestellten Chianti Classico „Montesecondo“ gehört zu denen, die mehr Tradition und Charakter in ihren Wein einfließen lassen.

Sehr aromatischer Wein. Spröde Tannine, die etwas Zeit brauchen bis sie abschmelzen. Frische Säure, die Leichtigkeit versprüht und nach einer Essensbegleitung verlangt. Hell und transparent, aber kein dünner Tropfen, sondern ein sehr eleganter Wein, der erst im Abgang seine Stärke zeigt. Eine urtümliche, aber klare Nase verführt sofort – man ahnt die Spontan-Vergärung.

Schmeckt und riecht nach Italien mit eigenständigem Profil. Sollte nach 5-7 Jahren getrunken werden. 2011 könnte für manche noch etwas Lagerzeit vertragen, aber seine noch etwas ungezügelte Seite passt gerade richtig zum Essen.

…el emperador

SIPSMITH – THE LONDON SWAN

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Es hat immer einen schönen Touch, wenn man der Flasche ihre Chargen Nummer entnehmen kann. Etwas ganz Besonderes ist es allerdings, wenn man sogar den genauen Tag erfragen kann, an dem sie abgefüllt wurde sowie was an diesem Tag sonst noch so passiert ist.

Batch „LDG/872“ halte ich in meinen Händen – abgefüllt am 06.11.2015.

An diesem Tag gab einer der Gründer von Sipsmith den Startschuss für einen neuen Gin, den „Raffles 1915“ – destilliert mit einheimischen, malaysischen Botanicals. Anlass hierfür war die Kreation des Singapore Sling vor 100 Jahren.

Woher ich das weiß? Unter der Adresse

https://sipsmith.com/your-batch/

kann man sich erkundigen, was an dem Tag so vor sich ging. Und das ist bei weitem nicht das einzig Besondere an diesem Gin.

Erst seit 2009 gibt es den Gin mit dem grünen Label – gegründet von von Sam Galsworthy und Fairfax Hall.

Die beiden „Sip-Smiths“ setzen nach über 180 Jahren wieder auf ein Verfahren in einem Kupferkessel, welcher 300 Liter fasst und den Namen „Prudence“ bekam – entworfen und designed von dem Deutschen Christian Carl. Zu „Prudence“ haben sich mittlerweile „Constance“ und „Patience“ gesellt, in denen das Londoner Original hergestellt wird. Die kleine Schwester „Cygnet“ (50 Liter) indessen wird für eher experimentelle Ideen verwendet.

An den guten Wacholdersaft ranzukommen ist im ersten Moment gar nicht so einfach. Verschlossen wird die wunderschön gestaltete Flasche nicht nur durch einen Korken, sondern durch einen Wachsverschluss, den es erst einmal zu entfernen gilt.

Ist dies geschehen gilt es 10 Botanicals aus aller Herren Länder zu entdecken:

  • Mazedonische Wacholderbeeren
  • bulgarischer Koriander
  • französische Angelikawurzel
  • spanische Lakritzwurzel
  • italienische Orriswurzel
  • spanische Mandeln
  • chinesische Zimtbaum-Rinde
  • Zimt aus Madagaskar
  • Orangenschalen aus Sevilla
  • Zitronenschalen aus Spanien

Auch wenn Zutaten rund um den Globus zusammenkommen, sorgen der Koriander und die Angelikawurzel für ein eher traditionelles London Dry Profil.

In die Nase steigen zuerst Zitrusfrüchte, am Gaumen selbst entfalten sich starke Noten des Wacholders, welche gepaart mit den Zitrusaromen für die nötige Tiefe und Konsistenz sowie einen angenehmen Geschmack im Abgang sorgen. Gut ausbalancierte Aromen heben ihn von den anderen London Dry’s ab – etwas zitruslastiger und würziger im Nachgeschmack.

Als Tonic Variante lege ich bei diesem Gin jedem ein Stück Limette ans Herz, es verleiht dem Ganzen noch eine markante Kante und das gewisse Etwas. Wer etwas experimentierfreudiger ist und einen anderen Einschlag bevorzugt, kann auch eine getrocknete Orangenschale verwenden.

Klare Empfehlung!

…el duque

Suavia „Le Rive“ 2011

Tiefgelbe Farbe mit den sehr reifen Aromen einer Spätlese. Süßliche Aromen von frischen Kumquats, trockenen Datteln und etwas Waldhonig. Breit auf der Zunge und mit Textur im Mund, aber nicht sperrig, sondern die angenehme, konzentrierte Frucht der Garganega Traube. Beweist Länge am Gaumen und hat auch passende, wenn auch sehr zurückhaltende Säure für die Reifung. 3-7 Jahre verträgt der Wein je nach Gusto gut auf der Flasche. Die über 7g/l Restzucker stehen ihm nicht schlecht und lassen ihn zu einem passenden Begleiter für die asiatische Küche avancieren.

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Ein Weißwein, der auch locker solo, ohne Essensbegleitung auf der Couch getrunken werden kann. Das Weingut Suavia beschreibt ihn unter anderem als einen „Meditations-Wein“ für die gemütlichen Zeiten des Jahres.

…el emperador

GRANIT BAVARIAN GIN – SO GUT KANN STEIN SEIN

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Ja, es ist manchmal schon ärgerlich … da beeilt man sich einmal nicht mit dem Austrinken, plötzlich hat man irgendwann im letzten Viertel nur noch einen traurigen Rest im Glas, welcher mehr nach Eiswürfel-Tafelwasser als nach dem ursprünglichen Getränk anmutet.

Auf dieses kleine Ärgernis scheint auch jemand bei der Brennerei Penninger gestoßen zu sein, denn an jeder Flasche des 42 % starken Gins befindet sich ein handgeschlagener Hauzenberger Granitstein! Einfach vorher ins Gefrierfach damit, und schon hat man bis zum Schluss Freude an seinem Glas.

Wer sich wundert, weshalb dieser Stein auf dem Bild fehlt – ich habe es geschafft ihn irgendwie zu verschludern … da hilft wohl nur eine neue Flasche zu kaufen.

Aber für die Namensgebung dieses bayrischen Gins ist nicht nur der anhängende Granitstein verantwortlich – auch dessen Filtration über Granitsteine von verschiedensten Größen sowie Körnungen, wodurch er seine angenehme Milde bekommt.

Der Bio Gin kann allerdings nicht nur mit seinem Granitstein, sondern auch mit seinem Holzverschluss mit Kunststoffstopfen, dem stilsicheren Logo, welches einen Steinmetz zeigt, sowie der etwas untypischen eckigeren Flaschenform punkten.

Im Gin an sich finden wir sage und schreibe 28 Botanicals, darunter die üblichen Verdächtigen wie Wacholder (wer hätte das gedacht), Zitronenschale, Lavendel, Kardamom und Koriander, aber auch etwas außergewöhnlichere Kandidaten wie Melisse, Angelikawurzel, Arnika, Bärwurz (welchen die Brennerei Penninger ebenfalls herstellt) und Enzian.

Diese Fusion ergibt nicht unbedingt einen Gin, der sich stark von einem klassischen London Dry Gin abhebt, jedoch einen Gin, der geschmacklich genau meinen Ton trifft. In den Nasenflügeln machen sich die Basistöne des Wacholders angenehm bemerkbar, unterstrichen von einer angenehmen Milde, welche sich auch im ersten Schluck pur wiederspiegeln.

Keine alkoholische Schärfe, sondern die herbe Frische des Wacholders sowie eine ausbalancierte Kräuternote lassen ihre Muskeln spielen, sobald man diesen bayrischen Teufelskerl mit einem guten Tonic Water vereint.

Keine der Noten wirkt zu aufdringlich, keine droht unterzugehen – eine äußerst angenehme Angelegenheit. Als geschmackliches Schmankerl verträgt der Gin als Tonic Variante durchaus eine Limette, da er im Grundgeschmack nur eine ganz zarte Zitronennote besitzt.

Für manche mag sich dieser Gin vielleicht nicht weit genug abheben – meiner Meinung nach reicht es, wenn man ein solides Grundgerüst raffiniert um Nuancen verfeinert … und dies ist auf jeden Fall gelungen.

…el duque

 

Blue Magellan – Die blaue Lagune

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Hach, was könnte ich ins Schwärmen kommen, wenn ich an diesen französischen Gin denke.

Bereits die Flasche in den Händen zu halten gleicht einem kleinen Abenteuer, wie es auch auf der Flasche selbst abgebildet ist. Auf der Rückseite der Flasche ist eines der fünf Segelschiffe zu sehen, mit denen Ferdinand de Magellan 1519 seine Reise um die Welt antrat, um die „spice islands“ zu finden.  Er selbst fand leider den Tod bei seiner dreijährigen Reise .. allerdings war dies nicht das Einzige.

Die „Victoria“ hatte einige Fässer Gewürznelken von den „spice islands“ (Indonesien) geladen als sie in Spanien wieder anlegte, welche essenziell für den Blue Magellan Gin sind und auch einzig in diesem Gin Verwendung finden.

Das viel auffälligere Merkmal an dem Gin ist allerdings die Farbe. Gut, eigentlich bin ich aus dem Alter heraus, in dem farblich extravagante Getränke meine Aufmerksamkeit erregen, aber ich bekomme jedes Mal ein Leuchten in den Augen, wenn das Glas, in welches der Gin eingegossen wird, bläulich schimmert.

Erreicht wird diese Farbe nicht durch Lebensmittelfarbe oder sonstige Tricks, sondern durch Irisblüten, die während des vierten und letzten Destillationsvorgangs hinzugefügt werden.

Randnotiz: Mitte der 2000er wurde das Rezept umgestellt, um einen klaren Gin ohne bläuliche Farbe herzustellen – allerdings ohne Erfolg. Verkäufe brachen ein und es wurde wieder auf das alte Rezept umgestellt.

Doch kommen wir zu dem Wichtigen .. dem Geschmack!

Wenn ich jemandem einen Gin Tonic mache, der sonst kein Gin Trinker ist, dann stelle ich ihm grundsätzlich diesen Gin vor die Nase, da dieser unfassbar sanft ist. Er haut einen als Variante mit Tonic nicht mit einem besonders starken Einschlag um, sondern eher wegen seinem angenehmen, unaufdringlich blumigen Aroma, welches den Wacholder in den Hintergrund rückt.

Beim ersten Schluck pur kommt allerdings eine Prise Schärfe sowie eine fast parfümhafte Charakteristik in Geruch sowie Geschmack zum Vorschein, die der Franzose im Zusammenspiel mit Tonic überhaupt nicht vermuten lässt. Im Umkehrschluss bedeutet dies, dass der Gin lieber in größeren Gläsern segelt, die mehr Fläche zum Ausbreiten bieten, vorzugsweise eher in Variationen mit Soda als ein Martini oder Gimlet.

Insgesamt finden wir in dem Gin 11 Botanicals:

  • Orangenschalen
  • Irisblüten
  • Koriander
  • Wacholderbeeren
  • Gewürznelken
  • Kardamom
  • Süßholzstrauch
  • Zimt
  • Paradieskörner
  • Zimtkassie
  • Muskat

Auch wenn dieser Gin nicht auf allen Weltmeeren unterwegs ist, ist er in Harmonie mit Tonic Water und Limette einer meiner Lieblings Gins, von dem ich immer eine Flasche auf Vorrat habe .. und sei es nur als Eyecatcher.

…el duque